Fußball

Ein Weltmeister und ein WM-Held Sechstligist präsentiert nächsten Ex-DFB-Star

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David Odonkor, Vorlagengeber der Herzen.

Der Tus Boevinghausen ist kein normaler deutscher Fußball-Sechstligist, der Dortmunder Stadteilverein ist künftig eine Attraktion - zumindest im Amateurfußball. Der Klub präsentiert mit David Odonkor einen deutschen WM-Helden als Neuzugang. Der Ex-Dortmunder wird Teamkollege eines Weltmeisters.

Der Dortmunder Sechstligist TuS Bövinghausen sorgt einmal mehr für Transfer-Furore. Nach Kevin Großkreutz wird künftig mit David Odonkor ein zweiter ehemaliger Fußball-Nationalspieler für den Westfalen-Ligisten spielen. Man habe noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und den Ex-Nationalspieler verpflichtet, teilte der Verein auf Instagram mit.

"Er ist ab sofort spielberechtigt und kann schon am Samstag bei unserem ersten Meisterschaftsspiel mit dabei sein", schrieb der Klub. Bövinghausen bestreitet den Saisonauftakt mit einem Heimspiel am Samstag (17.30 Uhr) gegen YEG Hassel. Odonkor solle nicht nur spielen, hieß es weiter. Er werde auch im Marketing-Bereich Gas geben und seine ganze Expertise einbringen".

Der 37-jährige Odonkor hatte zuletzt beim ukrainischen Verein Gowerla Uschgorod gespielt und anschließend seine Karriere 2013 beendet. Odonkor war zuletzt Co-Trainer des aktuellen türkischen Drittligisten Eskisehirspor und in Personalunion Chefcoach des niedersächsischen Landesligisten SpVgg Bad Pyrmont.

Per Flanke zum WM-Helden

Odonkor war 2006 von Teamchef Jürgen Klinsmann überraschend für die Heim-Weltmeisterschaft nominiert worden und sorgte mit seinen Flügelläufen für Aufsehen. Eine einzige Flanke machte Odonkor damals zum WM-Helden: Seine Hereingabe unmittelbar vor dem erwarteten Schlusspfiff gegen Polen verwandelte Oliver Neuville zum 1:0 - und machte den jungen Odonkor zum Liebling der Fans und zu einem der Gesichter des "Sommermärchens" des DFB. Insgesamt bestritt der inzwischen 37-Jährige 16 Länderspiele. Wie der 34-jährige Großkreutz spielte Odonkor in der Bundesliga auch für Borussia Dortmund, 2002 wurde er mit dem Klub deutscher Meister. Sein neuer Teamkollege Großkreutz hieß Odonkor "herzlich willkommen beim Tus Boevinghausen, mein Freund".

Das Engagement von Rio-Weltmeister Großkreutz beim Dortmunder Stadtteilklub war schon im Januar eingetütet worden. "Für den Verein ist das ein Highlight. Das hat es noch nicht gegeben. Es ist eine geile Sache", betonte schon damals Klub-Präsident Ajan Dzaferoski. Großkreutz hatte seine Profilaufbahn im Januar beendet und angekündigt, er wolle "einfach dahin zurückkehren, wo ich herkomme. Und das ist der Amateursport." Großkreutz hatte 236-Mal für Borussia Dortmund gespielt und holte zweimal die deutsche Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal. 2014 wurde der Rechtsverteidiger Weltmeister in Brasilien, kam jedoch nicht selbst zum Einsatz.

Ärger um die Rückennummer des dritten Ex-DFB-Spielers

Neben Großkreutz und Odonkor läuft noch ein weiterer Spieler mit DFB-Vergangenheit für die TuS Boevinghausen auf: Baris Özbek spielte 17 Mal für die deutsche U21-Nationalmannschaft, für Galatasaray Istanbul, Trabzonspor und Kayserisport lief er über 100 Mal in der türkischen Süper Lig auf.

Um den 34-Jährigen hatte es allerdings jüngst Ärger gegeben - ungewollt und weitestgehend unverschuldet: Im Westfalenpokal war Özbek mit der Nummer 88 auf dem Rücken aufgelaufen. Die Zahl 88 ist allerdings auch in der Neonazi-Szene beliebt, als Code für "Heil Hitler". "Deshalb hat uns der Verband gebeten, die Nummer zu wechseln. Dieser Bitte sind wir natürlich sofort nachgekommen", erklärte Tus-Präsident Dzaferoski "RevierSport". "Uns war bei der Vergabe der Rückennummer überhaupt nicht bewusst, dass die 88 als Synonym in der Nazi-Szene Verwendung findet. (...) Aber uns war natürlich sofort klar, dass wir das umgehend ändern werden." Özbek habe "die Rückennummer jahrelang in der Türkei bei Galatasaray Istanbul getragen und sich diese Nummer deshalb auch bei uns gewünscht", löste Dzaferoski auf. "Dort war das natürlich überhaupt kein Problem. Wir wären gar nicht auf die Idee gekommen, dass das in Deutschland nicht okay ist."

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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