Fußball

FC Union feiert Aufstiegsparty Selbst Urs Fischer trank "zwei, drei Gläser"

Das Partyzentrum Berlins war am Sonntagabend nicht in Kreuzberg oder Friedrichshain - nein am härtesten wurde "janz weit draußen", in Köpenick, gefeiert. Der 1. FC Union steigt in die Fußball-Bundesliga auf. Am Tag danach hat Trainer Fischer eine raue Stimme und Präsident Zingler ist selbstbewusst.

Nach einer harten Partynacht bis in die frühen Morgenstunden waren die Macher von Union Berlin am Tag danach angeschlagen, aber immer noch glückselig. Er habe sich in der "Eisernen Lounge" des Stadions Alte Försterei "zwei, drei Gläser Weißwein" genehmigt und erst "um fünf Uhr" den Heimweg angetreten, verriet Aufstiegstrainer Urs Fischer mit rauer Stimme.

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Union-Präsident Zingler und Trainer Urs Fischer haben Grund zu feiern - ihr Team steigt in die Fußball-Bundesliga auf.

(Foto: imago images / Matthias Koch)

Auch Union-Präsident Dirk Zingler feierte den ersten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga ausgiebig und gab sich selbstbewusst. "Ich glaube, dass sich eine große Anzahl der Fußballfans in Deutschland freut, dass Union aufgestiegen ist", sagte der langjährige Union-Boss einen Tag nach dem 0:0 im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart und verwies auf die vielen Glückwünsche, die er erhalten hatte.

Nationalspieler Toni Kroos twitterte "Eisern!!! Stolz auf dich" und meinte seinen Bruder Felix, der zu Unions Aufstiegshelden gehört. Als ihn jemand darauf hinwies, dass sein Bruder gar nicht auf dem Platz gestanden hatte, antwortete Kroos mit trockenem Humor: "Dann nehme ich es wieder zurück." Auch von Hertha BSC war ein Glückwunsch dabei, der Klub freute sich auf Twitter schon über "6 Punkte" in der kommenden Saison. "Für den Fußball in der Stadt ist es ein Riesengewinn, wenn wir zwei Erstligisten haben. Fußball lebt von Rivalität", meinte Zingler.

Beim entscheidenden Moment auf der Toilette

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Den entscheidenden Moment des Aufstiegs hatte er im Stadion gar nicht mitbekommen. Kurz vor Spielschluss flüchtete er beim Stande von 0:0 vor dem Getümmel aufs stille Örtchen. Als der Abpfiff ertönte, "da war ich mit meiner Frau weg, sie auf der Damentoilette und ich auf der Herrentoilette", berichtete der Klub-Boss.

Als der erste Aufstieg in die Bundesliga feststand, spielten sich im Stadion unglaubliche Szenen ab. Einige Tausend Fans fluteten in einem Affentempo den Rasen, eine riesige Anspannung entlud sich. Sie griffen sich ihre Helden, tanzten mit ihnen auf dem Rasen und auf der Trainerbank, schrien, kreischten, tobten. Raketen flogen in die Luft, rot-weißer Rauch legte sich über die Jubelszenerie. Fischer war pitschnass, musste mehrere Bierduschen über sich ergehen lassen. "Das ist einfach nur geil", sagte der Schweizer ungewohnt euphorisch.

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(Foto: Twitter.com/ToniKroos)

Die Spieler waren baff. "Wahnsinn, ich habe noch immer Gänsehaut. Jeder Fan, der zu mir kam, hat sich bedankt. Ich könnte gleich heulen", meinte Mittelfeldspieler Robert Zulj. Als 56. Verein seit 1963 gelang Union der Aufstieg ins Oberhaus. In den letzten acht Jahren landete der Kultklub in der 2. Liga immer in den Top-Ten, doch erst jetzt gelang der Aufstieg. "Die Leute hier haben sich so danach gesehnt. Es ist ein geiles Gefühl, ihnen das zu geben", sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert.

Blut gespendet für Union

Viele Fans weinten hemmungslos. Sie hatten 2004 Blut gespendet und das Geld dem Klub gegeben, als der Absturz drohte, sie bauten mit eigenen Händen das Stadion aus. Einige von ihnen wollten nicht aufsteigen, aus Angst vor der Kommerzialisierung. Und jetzt? Jetzt kommen die Bayern, kommen Borussia Dortmund und Schalke 04 in die Alte Försterei. Das soll am Mittwoch noch einmal gefeiert werden. Erst eine Schifffahrt auf der Spree, dann eine Jubelfeier auf dem Rathausbalkon - natürlich in Köpenick, nicht im Roten Rathaus in Berlin-Mitte.

Finanziell planen die Eisernen mit einem ambitionierten Lizenzspieler-Etat von rund 40 Millionen Euro, ab dem nächsten Jahr soll dazu das Stadion von 22.000 auf 37.000 Plätze ausgebaut werden. Das Geld fließt, ein Zurück gibt es nicht mehr - auch wenn Nina Hagen in der Stadionhymne weiter singt: "Wer lässt sich nicht vom Westen kaufen? Eisern Union, Eisern Union."

Quelle: n-tv.de, Nikolaj Stobbe, Emanuel Reinke, sid

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