Fußball

Herrje, dieser BVB ... Sogar Erling Haaland ist verzweifelt

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Tja, läuft nicht...

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Nein, so hatte sich Borussia Dortmund das nicht vorgestellt. Beim SC Freiburg wollte das hochambitionierte Team des neuen Trainers Marco Rose nach dem gelungenen Auftakt in der Fußball-Bundesliga nachlegen. Doch mit einem Rückschlag tritt der BVB die Heimreise an.

So kennt man Erling Haaland gar nicht. Der Sturm-Büffel von Borussia Dortmund, der seit Monaten die ganze (Fußball)-Welt wuschig macht, ist verzweifelt, gar ein wenig fahrig. Zum zweiten Mal nacheinander (!) bleibt der Norweger in einem Pflichtspiel ohne Torerfolg (!). Bei einem normalen Angreifer würden man solcherlei Dinge entweder gar nicht bemerken oder es überhaupt zum Thema machen. Aber Haaland, das weiß man ja, ist kein normaler Angreifer. Er ist eben ein Phänomen. Und wenn solche Phänomene urplötzlich verschwinden, dann macht man sich natürlich Gedanken. Gegen den FC Bayern im Supercup (1:3) hatte er nicht getroffen. Und nun auch nicht in der Fußball-Bundesliga, bei der 1:2-Niederlage in Freiburg.

Es war keine gute Woche für Haaland und auch nicht für den BVB. Nach dem Start-Rausch (5:2) gegen Eintracht Frankfurt ist der Kater nun eine Woche umso heftiger. Der wieder einmal größte Konkurrent lässt wieder einmal Punkte liegen bei einer Mannschaft, die nicht zum Königsklassen-Kreis der Bundesliga gehört. Den Dortmundern passiert also wieder das, was dem FC Bayern nie passiert. So sagt man. Was aber eigentlich Quatsch ist, denn es gibt genug Belege, dass sich auch die Mannschaft aus München mit der Mannschaft aus dem Breisgau äußerst schwertut. Aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, konsequent zu punkten und sich kleinere Aussetzer eben nicht zu leisten. So werden halt Meisterschaften entschieden. Auch dafür gibt es genug Beweismaterial.

Dass sich der BVB nun bereits am zweiten Spieltag die harte Ernüchterung abholte, das lag tatsächlich auch an Haaland. Der Norweger, der eigentlich nie schlecht spielt, spielte schlecht. Manchmal gibt es eben doch Sachen, die es eigentlich nicht gibt. In der 68. Minute etwa ließ er die große Chance auf den Ausgleich liegen. Er war von Giovanni Reyna ziemlich lässig freigespielt worden und hatte das Zuspiel mit der Brust auch perfekt verarbeitet. Doch statt sich alleine auf Weg zum Freiburger Tor zu machen, hämmerte er den Ball überhastet drüber. Wie er seine Aktion fand, das ließ er jeden wissen. Er stemmte frustriert die Hände auf die Hüften und fluchte vor sich hin. Haaland war wütend über sich selbst.

In der Abwehr klemmt's

Nun ist es nur fair, Haaland zu verteidigen. Der Mann hat in 63 Pflichtspielen für die Dortmunder 62 Tore erzielt. Er hat nebenbei auch noch 18 Treffer vorbereitet. Das sind keine irdischen Bilanzen mehr. Und was wäre dieser BVB nur ohne ihn? Es ist eine Frage, die den Klub beschäftigt. Zwar werden sie ihre Sturmsensation in den nächsten neun Tagen nicht mehr verkaufen, dann schließt das Transferfenster, ob sein Verbleib aber auch für die nächste Saison zu garantieren ist? Nun, kein Thema für den Moment. Das ist tatsächlich ein anderes: die Abwehr. Die tut sich aktuell schwer mit Stabilität. Was vor allem daran liegt, dass sehr viele wichtige Spieler noch nicht wieder fit sind. Mats Hummels etwa. Oder Emre Can. Und auch ein Thomas Meunier. Die aktuelle Konstellation um Manuel Akanji (einzige Stammkraft), um Mittelfeld-Mann Axel Witsel, um Nico Schulz und Felix Passlack (er foulte vor dem frühen 0:1), taugt nicht für die höchsten Ansprüche. Und die formuliert der Klub ja an sich selbst.

Schlecht haben die Dortmunder gegen den SC Freiburg nicht gespielt. Eigentlich war die Leistung sogar ziemlich vernünftig. Mit 70 Prozent Ballbesitz, mit 19 Torschüssen und 10:0-Ecken sprachen zahlreiche Statistiken für den Titelanwärter, das Ergebnis stimmte aber eben nicht. Und warum? Haaland mochte nicht sprechen. Er mochte nicht schimpfen. Das übernahmen andere. Dieses Mal Abwehrchef Akanji. Also, warum hat der BVB verloren? "Weil wir dumme Fehler machen. Das erste Gegentor ist durch einen Fehler im Aufbauspiel entstanden. Das war ein super Freistoß, aber den hätte man verhindern können, indem man sorgfältiger mit dem Ball umgegangen wäre. Das zweite ist durch einen Konter entstanden. Das darf uns nicht passieren. So dürfen wir nicht verlieren."

Personaldebatte? Rose bügelt hart ab

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Der Schweizer sah im Dreisamstadion durchaus die Gefahr, dass seine Mannschaft wieder in altbekannte Muster verfällt. Die Pleite war eine jener meisterschaftsverhindernden Niederlagen, von denen die Dortmunder sich Jahr für Jahr zu viele leisten. "Es darf nicht passieren", so der Abwehrchef, "schon gar nicht, wenn wir den Anspruch Champions League haben." Oder eben Titelduell auf Augenhöhe. Sei's drum. Trainer Marco Rose wollte (noch) nicht hart richten. "In einigen Phasen war es okay, in anderen hatten wir ein zu langsames Passtempo und haben zu viele Kontakte gehabt. Es sind eher inhaltliche Dinge, über die wir reden müssen."

Und über personelle? Nein, diese Diskussionen bügelte der Trainer weg. Es war zuvor um Witsel gegangen, der bei den Kontern der Freiburger häufiger etwas unsicher und nicht gut orientierte wirkte. "Ich glaube nicht, dass Axel heute das große Thema war", konterte Rose. "Witsel macht das seit drei Spielen hervorragend. Trotzdem sind wir froh, wenn wir Mats Hummels wiederhaben, wenn Dan-Axel Zagadou wieder zurückkommt." Und vermutlich ist der Trainer auch froh, wenn Haaland wieder trifft.

Quelle: ntv.de

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