Fußball

Druck auf den FC Bayern wächst Spielt der BVB schon wie ein Meister?

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Der Matchwinner und sein Vorlagengeber: Marco Reus und Jadon Sancho im Berliner Olympiastadion.

(Foto: imago images / Thomas Bielefeld)

Geht es nach den Dortmundern, ist das genau die Art, wie ein Meister ein Fußballspiel gewinnt. Zweimal gleicht der BVB in Berlin aus, Marco Reus gelingt in einem dramatischen Schlussspurt der Siegtreffer. Aber reicht das, um am Ende vor dem FC Bayern zu bestehen?

Spielt so ein Meister? Die Frage lässt sich schwerlich anhand eines Spiels beantworten. Aber nach dem unterhaltsamen und wilden 3:2 (1:2) der Dortmunder Borussia bei einer starken, am Ende aber dezimierten Berliner Hertha lässt sich zumindest sagen: Der BVB hat an diesem Samstagabend vor 74.667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion alle Chancen gewahrt. Aber das mit dem Fußballspielen und dem BVB ist und bleibt in diesen Tagen und Wochen eine recht zähe Angelegenheit, gepaart mit unglücklichen Fehlern in der Abwehr und einem unverschämt verschwenderischen Umgang mit Torchancen.

Am Ende hat es aber gereicht, weil die Dortmunder nach einer mäßigen ersten Halbzeit, in einer sehr guten zweiten Hälfte nach einem Kraftakt und dramatischen Schlussspurt den Siegtreffer erzielten. Kapitän Marco Reus traf in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Und wie er den Außenristpass des Kollegen Jadon Sancho im Strafraum der Berliner direkt und ansatzlos mit einem Schuss aus elf Metern verwertete, das war schon meisterlich, auch wenn die Herthaner Niklas Stark und Marko Grujic ihm den entscheidenden Meter an Platz ließen.

Zuvor hatte der BVB zweimal zurückgelegen, weil Berlins Salomon Kalou nach vier und nach 35 Minuten wie schon beim 2:2 in der Hinrunde traf. Doch Thomas Delaney und Dan-Axel Zagadou glichen in der 14. und 47. Minute jeweils aus.

Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre steht nun wieder an der Spitze der Tabelle der Bundesliga, mit drei Punkten Vorsprung auf den FC Bayern. Die Münchner spielen an diesem Sonntag (ab 18 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) zum Abschluss des 26. Spieltags gegen den 1. FSV Mainz 05. Und sie stehen, nachdem sie wie der westfälische Konkurrent in der Champions League nicht mehr mitmachen dürfen, jetzt noch ein wenig mehr unter Zugzwang. Zumindest wünschen sich das die Dortmunder. Die sind, anders als die Münchner, auch aus dem DFB-Pokal ausgeschieden und können sich nun ganz auf die Liga konzentrieren. Es bleibt ihnen ja auch nichts anderes übrig.

"Ich brauche das nicht jede Woche"

"Es war einfach unglaublich wichtig, hier zu gewinnen. Wir haben die Bayern etwas unter Druck gesetzt", sagte Reus nach der Partie den Reportern in der Mixed Zone. Der BVB habe Rückgrat gezeigt und wie einige Male in der Hinrunde spät das Siegtor erzielt. Es sei großartig zu sehen, dass diese Fähigkeit nun zurück sei. "Allerdings brauche ich das nicht jede Woche." Zumal zu vermuten ist, dass das auch nicht jede Woche funktioniert. Das soll die Leistung in Berlin nicht schmälern, die Herthaner sind keine Laufkundschaft und haben in dieser Saison im Olympiastadion die Bayern mit 2:0, Borussia Mönchengladbach mit 4:2 und Eintracht Frankfurt mit 1:0 besiegt. Es stellt sich aber, da noch acht Begegnungen anstehen, die Frage, ob die Dortmunder das durchhalten, ganz abgesehen davon, dass in drei Wochen, am 6. April, die Partie in München ansteht.

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Ganz optimistisch: Fans des BVB in Berlin.

(Foto: imago images / Nordphoto)

Sportdirektor Michael Zorc hatte vorher ungewohnt offensiv angekündigt, dass der Klub alles versuchen werde, um Meister zu werden. Ob dieser Sieg in Berlin nun direkt zum Titel führe, das wisse er auch nicht, sagte er im ZDF. Man habe aber gesehen, "dass die Mannschaft dieses Spiel unbedingt wollte".

Das war in der Tat so. Es ist nur enorm aufwendig und anstrengend, zweimal einem Rückstand hinterherzulaufen, unfassbar viele Torchancen zu vergeben und dann das Spiel letztlich doch noch zu drehen. "Du musst immer daran glauben, bis es vorbei ist." Und dann wiederholte er, was er vorher gesagt hat: "Wir gehen jetzt so langsam auf die Zielgerade. Und deshalb haben wir für uns klar definiert, dass wir alles dafür tun werden, um Deutscher Meister zu werden."

Aber haben diese Dortmunder die Reife, am Ende ganz oben zu stehen? Die Antwort ist ein klares: vielleicht. Kapitän Reus sagte noch: "Wenn Du Meister werden möchtest, spielt der Kopf auch eine Rolle. Aber wenn es so läuft wie heute, mit der Moral, dann wird es natürlich schwer, uns aufzuhalten. Wir werden da sein." Auch die mehr als 10.000 Fans der schwarz-gelben Gäste in der Westkurve des Olympiastadions gaben sich, beseelt vom glücklichen Ende des Spiels, recht optimistisch und sangen: "Deutscher Meister wird nur der BVB."

Quelle: n-tv.de

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