Fußball

Kratzer am Superklub-Mythos Streiken Neymar & Griezmann sich zu Barça?

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Für Atlético Madrid wird man Antoine Griezmann nicht mehr in Aktion sehen - dafür aber vielleicht demnächst an der Seite von Barcelonas Clement Lenglet?

(Foto: imago images / ZUMA Press)

"Mehr als ein Klub" lautet das stolze Motto des FC Barcelona. Bezogen auf die potenziellen Neuzugänge Neymar und Antoine Griezmann deutet sich allerdings an: zwei Streikende mehr. Denn beide Superstars forcieren ihre Wechsel mit einer unfeinen Methode, die bei Barça langsam System hat.

Der Mythos FC Barcelona lockt die Fußball-Superstars Neymar und Antoine Griezmann - und bekommt genau dadurch weitere hässliche Kratzer. Denn beide Topstürmer forcieren ihre angestrebten Transfers zu den Katalanen fast im Gleichschritt durch mehr als fragwürdige "Arbeitsniederlegungen". Brasiliens Ikone Neymar ließ nachträglich noch einen wichtigen Termin für seine Stiftung als Grund für sein unentschuldigtes Fernbleiben beim Trainingsauftakt von Paris St. Germain vorschieben, Weltmeister Griezmann machte sich diese Mühe bei Atlético Madrid schon gar nicht mehr: Er boykottierte die Einheit einfach.

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Sich nach Barcelona zu streiken, das wäre kein Novum im internationalen Spitzenfußball. Im Sommer 2017 hatten damit bereits der damalige Dortmunder Ousmane Dembélé und der damalige Liverpooler Philippe Coutinho Erfolg - die nun ironischerweise zum Opfer der neuerlichen Streiks werden könnten. Wenn Neymar und Griezmann tatsächlich zu Barça wechseln, herrscht in der Offensive selbst für einen Superklub ein akutes Überangebot.

Dass beide Stars in Barcelona landen, gilt als wahrscheinlich. Frankreichs Serienmeister PSG kündigte zwar pflichtschuldigst "angemessene Maßnahmen" gegen Neymar an, präsentierte sich aber gleichzeitig auch gesprächsbereit und eröffnete damit offiziell den Transferpoker um den Brasilianer. "Wenn es ein für alle Beteiligten zufriedenstellendes Angebot gibt, kann Neymar PSG verlassen", sagte Sportdirektor Leonardo der französischen Tageszeitung "Le Parisien". Zuvor hatten die Pariser erklärt: "Neymar war zur vereinbarten Zeit nicht am Treffpunkt erschienen, ohne zuvor vom Klub eine Erlaubnis eingeholt zu haben." Laut Neymars Vater sei der Klub aber darüber informiert gewesen, dass der Supertechniker erst am 15. Juli erscheinen werde.

Warten auf den ersten Domino-Stein

222 Millionen Euro ließen sich die Franzosen vor zwei Jahren den Rekordtransfer des Südamerikaners von Barça kosten. Eine solche Summe wird diesmal definitiv nicht zu erwirtschaften sein. Vielleicht wechselt aber auch der eine oder andere Barcelona-Star als Dreingabe nach Paris, zum Beispiel die Franzosen Dembélé oder Samuel Umtiti. Denkbar ist auch, dass der Brasilianer Coutinho gegen seinen Landsmann getauscht wird - und dann ein Transfer-Domino beginnt, von dem auch der FC Bayern profitieren will.

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Nur noch das Jacket glänzt golden: Neymars Ruf hat seinem Weltrekord-Abgang aus Barcelona arg gelitten.

(Foto: REUTERS)

Neymar war zuletzt mehr außerhalb des Spielfeldes aufgefallen. Der 27-Jährige sieht sich Vergewaltigungsvorwürfen ausgesetzt, er schlug einem Fan ins Gesicht und beleidigte mehrfach Schiedsrichter. Daraus resultierend ist er in der kommenden Champions-League-Saison für die ersten drei Spiele gesperrt. Zudem berichtet der "Guardian" von horrenden Millionenforderungen Barcelonas an Neymar wegen vermeintlichen Vertragsbruchs bei seinem Abgang 2017. Der Brasilianer wiederum verlangt noch Millionen von den Katalanen.

Raten-"Krieg um Griezmann"

So übel beleumdet ist Neymars wahrscheinlicher zukünftiger Teamkollege nicht, auch wenn am Wochenende in spanischen Zeitungen von einem "Krieg um Griezmann" die Rede war. Am Montag hieß es dann, der Franzose wolle seine festgeschriebene Ablösesumme von 120 Millionen Euro zunächst selbst bezahlen und beim spanischen Verband hinterlegen. Doch der angeblichen Ankündigung folgten keine Taten.

Spanische Medien berichteten übereinstimmend, Atlético Madrid und der FC Barcelona seien sich über die Zahlungsmodalitäten noch nicht einig geworden. Die Madrilenen werfen den Katalanen vor, schon vor Monaten mit Griezmann verhandelt zu haben - und beharren deshalb aus Prinzip darauf, die am 1. Juli von 200 auf 120 Millionen Euro gesunkene festgeschriebene Ablöse auf einen Schlag überwiesen zu bekommen. Barcelona möchte jedoch in mehreren Raten zahlen.

Dass der Transfer noch platzt, erscheint dennoch unwahrscheinlich. Denn bereits am Montag stellte Atletico den potenziellen Nachfolger Griezmanns vor. Der erst 19-jährige Portugiese João Felix kostet 127 Millionen Euro, trägt die sportlichen Hoffnungen Atléticos - und die Rückennummer 7, die bislang an Griezmann vergeben war.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

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