"Das wünscht man keinem"Ter Stegens Unglück nimmt auch Konkurrenten mit

Marc-André ter Stegen dürfte einer der größten Pechvögel unter allen Torhütern sein, die jemals im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft standen. Das geht auch an seinem Konkurrenten um den Stammplatz bei der WM nicht spurlos vorbei.
Das Verletzungspech von Fußball-Nationaltorwart Marc-André ter Stegen geht seinem Kollegen Oliver Baumann trotz aller Konkurrenz nahe. "Ich fühle extrem mit", kommentierte der Keeper von Bundesligist TSG Hoffenheim in einem RTL/ntv-Interview die Nachricht von ter Stegens monatelangem Ausfall wegen einer Muskelverletzung im linken Oberschenkel mit Empathie, "ich habe ihm geschrieben. Das gehört sich einfach. Das wünscht man keinem. Ich drücke ihm die Daumen, dass er schnell wieder fit wird."
Ter Stegen fällt nach eigenen Angaben nach einer für Freitag angesetzten Operation "mehrere Monate" aus und kann sich damit kaum noch Hoffnungen für die WM-Endrunde im Sommer machen. Dennoch reagiert Baumann zurückhaltend auf öffentliche Einschätzungen seiner Chancen auf die Rolle als Nummer eins im WM-Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann: "Das interessiert mich aktuell wirklich gar nicht. Ich bin stolz darauf, vermutlich mitfahren zu dürfen."
Drama statt Stammplatz
Baumann hatte aufgrund von ter Stegens vorheriger Verletzung im vergangenen Sommer in allen sechs WM-Qualifikationsspielen zwischen den Pfosten der deutschen Nationalmannschaft gestanden. Insgesamt stehen für den 35-Jährigen, der bei der Heim-WM 2024 hinter als Reservekeeper zum Aufgebot der Gastgeber gehört hatte, zehn Länderspiele zu Buche.
Ter Stegen war erst wenige Tage vor seiner Verletzung nach elf Jahren vom FC Barcelona nach Girona gewechselt, um dort Spielpraxis für die WM zu sammeln. Für den Abstiegskandidaten bestritt er letztlich nur zwei Spiele. Nach dem Rücktritt von Manuel Neuer, dessen Stellvertreter ter Stegen bei zahlreichen Turnieren war, hatte der ehemalige Gladbacher eigentlich nach der EM 2024 den Platz im deutschen Tor übernehmen sollen. Dann kam alles ganz anders.