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Aufatmen beim VfL Wolfsburg Uefa bestraft zehn Klubs

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(Foto: imago/HochZwei/Syndication)

Zehn europäische Fußballklubs werden wegen Missachtung des Financial Fairplay bestraft. Am schärfsten rügt die Uefa den italienischen Erstligisten Inter Mailand. Auch Pokalfinalist Wolfsburg wurde kritisch überprüft, kann jedoch aufatmen.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat gegen zehn Klubs wegen Missachtung der Financial-Fairplay-Regeln (FFP) Geld- sowie Kaderstrafen verhängt, die Ermittlungen gegen den VfL Wolfsburg aber eingestellt. Der Pokalfinalist war im Dezember von der Uefa aufgefordert worden, weitere Informationen zu seiner Wirtschaftlichkeit zu geben. Die Uefa hat anhand der Unterlagen keine Anhaltspunkte für ein Vergehen gesehen. Sie ging unter anderem der Frage nach, ob VW-Sponsorengelder an seine 100-prozentige Tochter VfL Wolfsburg in einem akzeptablen Verhältnis zum Werbewert des Vereins stehen. "Das ist positiv, aber für uns keine Überraschung. Das war für uns zu erwarten", sagte Wolfburgs Geschäftsführer Klaus Allofs.

Eine Verurteilung hätte ein fatales Signal für den Club gehabt, aber auch für Volkswagen. Offenbar hatten die Kontrolleure gemutmaßt, dass die Autobauer ihr Sportaushängeschild Nummer 1 über Gebühr alimentieren. Das hätte auch zu Klagen von Aktionären führen können und damit Auswirkungen über die Sportwelt hinaus gehabt.

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Der italienische Topclub Inter Mailand muss tief in die Tasche greifen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der italienische Erstligist Inter Mailand wurde derweil am härtesten sanktioniert und muss sechs Millionen Euro zahlen. Inter darf zudem ab 2017 keine neuen Schulden machen, ansonsten droht dem ehemaligen Champions-League-Sieger eine Strafe von weiteren 14 Millionen Euro. Falls sich der Klub mit Weltmeister Lukas Podolski noch für die Europa League qualifizieren sollte, dürften dort nur 21 Spieler eingesetzt werden.

Harte Strafen für Inter und Rom

Die Uefa bestrafte zudem den AS Monaco, AS Rom, Sporting Lissabon, Besiktas Istanbul, Lokomotive Moskau, FK Rostow, FK Krasnodar, Kardemir Karabükspor und ZSKA Sofia. Monaco muss drei Millionen Euro zahlen, zehn Millionen könnten hinzukommen, wenn 2017 kein ausgeglichener Etat gelingt. Rom muss zwei Millionen Euro zahlen, vier könnten noch zusätzlich fällig werden. Besiktas (1,5 Millionen Euro/vier Millionen möglich), Moskau (1,5/3,5) und Krasnodar (1,0/3,0) müssen ebenfalls Millionenbeträge bezahlen. Die Strafen werden durch einbehaltene Europacup-Einnahmen beglichen.

Seit 2011 müssen Klubs, die für den Uefa-Wettbewerb qualifiziert sind, im Rahmen des Financial Fairplay darlegen, dass sie finanziell "gesund" sind. Das bedeutet, dass sie im Verlauf einer Saison keine überfälligen Verbindlichkeiten gegenüber anderen Klubs oder Behörden haben und alle Rechnungen gezahlt wurden. Damit will die Uefa sicherstellen, dass kein Klub über seine Verhältnisse lebt. Seit vergangener Saison müssen die Fußballmannschaften darüber hinaus beweisen, dass sie kostendeckend wirtschaften und sich Spieler etwa nicht auf Pump kaufen.

Im Vorjahr waren unter anderen die Spitzenclubs Manchester City und Paris St. Germain mit Millionen-Geldbußen belegt worden. Beides sind Teams, bei denen reiche Scheichs einstiegen und die ihre Spielerkader seither mit deren Millionen aufstockten. Solche Kaufräusche waren mitverantwortlich dafür, dass die Financial-Fairplay-Regelung in Europa eingeführt wurde.

Quelle: n-tv.de, kbe/sid/dpa

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