Fußball

Bayer abgezockt ausgekontert Union Berlin bleibt die Bundesliga-Sensation

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Joker und Matchwinner: Cedric Teuchert.

(Foto: imago images/Matthias Koch)

Die phänomenale Reise von Union Berlin durch die Fußball-Bundesliga setzt sich fort: Gegen Bayer Leverkusen fällt der Siegtreffer allerdings erst spät. Zuvor haben die Eisernen einmal gewaltig Glück, dass ein verunglückter Rückpass im eigenen Strafraum ohne Folgen bleibt.

Union Berlin hat erneut ein Top-Team geärgert und ist zumindest für einen Tag auf Platz vier gestürmt. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer bezwang in ihrem 50. Bundesligaspiel Bayer Leverkusen durch ein spätes Kontertor von Joker Cedric Teuchert (88.) mit 1:0 (0:0) und rückte mit 28 Punkten bis auf einen Zähler an die drittplatzierten Rheinländer heran. Eine sensationelle Erfolgsgeschichte. Denn bereits zuvor hatten der FC Bayern (1:1) und Borussia Dortmund (2:1) bei den Eisernen gepatzt.

"Wir wissen alle, dass wir hier nur drei Punkte mehr für unser Ziel gesammelt haben, auf 40 Punkte zu kommen", mahnte Unions Linksverteidiger Christopher Lenz dennoch bei DAZN. Für Teuchert, der nicht nur ein- sondern nach seiner Entscheidung auch ausgewechselt wurde, aber hörte sich der vierte Platz "extrem gut an. Das macht sehr viel Spaß, gerade." Sein langer Sprint zum Siegtor bedeutete den ersten Dreier gegen Bayer im vierten Anlauf seit dem Aufstieg im Sommer 2019. Für Leverkusen hingegen zeigt der Trend weiter nach unten: Die Werkself blieb auch im vierten Ligaspiel in Folge ohne Sieg und verlor im Titelkampf weiter an Boden.

Union Berlin - Bayer Leverkusen 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Teuchert (88.)
Berlin:
Luthe - Friedrich, Knoche, Florian Hübner - Trimmel, Prömel, Lenz - Andrich, Ingvartsen - Becker (24. Teuchert, 90. Ryerson), Awoniyi (76. Bülter); Trainer: Fischer.
Leverkusen: Hradecky - Dragovic, Tah, Tapsoba, Sinkgraven - Baumgartlinger (69. Aranguiz) - Demirbay, Amiri - Bailey, Schick (70. Alario), Diaby; Trainer: Bosz.
Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Drei Tage nach dem 4:1 in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt ging Leverkusen die Partie betont offensiv an. Dank der Schnelligkeit von Moussa Diaby kamen die Gäste auch über die rechte Seite mehrmals hinter die Abwehrkette, doch Nadiem Amiri und Patrik Schick machten zu wenig aus ihren Chancen. Jung-Star Florian Wirtz stand wegen Problemen in der Kniekehle nicht im Bayer-Kader.

Union agierte aus einer verstärkten Abwehr mit drei Innenverteidigern und einer Fünferkette. Im Spiel nach vorne präsentierten sich die Gastgeber enorm ballsicher, vermieden aber zu hohes Risiko. Dennoch lag das 1:0 für die Hausherren in der Luft. Nach einer Ecke von Christopher Trimmel kam Florian Hübner aus kurzer Distanz frei zum Kopfball, setzte den Ball aber neben das Tor.

Union reagiert schnell auf Bosz' Finte

Pech für Union war, dass der zuletzt so starke Sheraldo Becker nach einem Zweikampf mit Edmond Tapsoba nach 25 Minuten verletzt raus musste. Für den Angreifer aber kam: Teuchert. Bosz reagierte, indem er seine beiden Außen Leon Bailey und Diaby auf die jeweils andere Seite schickte, doch Union stellte sich schnell auf die Finte ein.

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Bis zur Halbzeit war Leverkusen der Führung deutlich näher. Nach Vorstößen über die Außenbahnen kam der Ball häufiger gefährlich nach innen an die Strafraumgrenze, doch Amiri (38.) und Julian Baumgartlinger (42.) zielten aus der zweiten Reihe nicht genau genug. "Wir verlieren die Bälle zu schnell, dadurch wird der Druck der Leverkusener größer", warnte der noch leichte verletzte Union-Routinier Christian Gentner zur Halbzeit bei DAZN. Den besseren Start nach der Pause erwischten die Gäste. Teuchert (55.) lief allein auf das Leverkusener Tor zu, sein Abschluss war gut, doch der Ball prallte vom Innenpfosten ins Feld zurück.

Auf der anderen Seite wurde es am gefährlichsten, als Robert Andrich mit einem Rückpass aus kurzer Distanz seinen eigenen Torwart Andreas Luthe in Schwierigkeiten brachte (64.). Leverkusen drängte nun auf die Führung, das eröffnete Union Freiräume. Mitte der zweiten Halbzeit tauchte der Ex-Schalker Teuchert erneut vor dem Tor der Gäste auf, verzog aber - ganz spät machte er es besser.

Quelle: ntv.de, tno/sid