Fußball

Wiedergutmachung gegen Oranje WM-"Ohrfeige" schmerzt Löw und die DFB-Elf

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Der Abstieg der DFB-Elf im Jahr 2018 schmerzt den Bundestrainer - Löw relativiert die "Ohrfeige" bei der WM allerdings auch.

(Foto: dpa)

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw erlebt mit der DFB-Elf ein katastrophales Jahr, das nun im Nations-League-Spiel gegen die Niederlande versöhnlich enden soll. Das Prestigeduell sei nämlich keineswegs ein "Larifari-Spiel", betont auch Joshua Kimmich.

Das völlig verkorkste WM-Jahr fühlt sich für Fußball-Bundestrainer Joachim Löw wie "eine richtige Ohrfeige" an, umso mehr brennt der Bundestrainer auf einen versöhnlichen Abschluss. Löw fordert von der Nationalmannschaft morgen (20.45 Uhr/ARD und im Liveticker bei n-tv.de) in Gelsenkirchen gegen die Niederlande ein wenig Wiedergutmachung für das historische WM-Vorrunden-Aus und den bereits feststehenden Abstieg in der Nations League.

"Wir wollen uns mit einer starken Leistung aus dem Jahr verabschieden und auch den Fans zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind", sagte Löw. Und weiter: "Wir waren über viele Jahre oben, in diesem Jahr hat es eine richtige Ohrfeige für uns gegeben." Das sei aber "völlig normal", so Löw. Wer denkt, man könne über 10, 20 Jahre zu den zwei besten Teams der Welt gehören, "hat den Fußball nicht verstanden", argumentierte der Bundestrainer: "Es gilt jetzt, die richtigen Lehren daraus zu ziehen."

Umbruch ist eingeleitet

Löw zog wichtige Konsequenzen nach der 0:3-Pleite im Hinspiel gegen Oranje. Seitdem durfte unter anderem das junge Sturm-Trio Timo Werner, Leroy Sane und Serge Gnabry gegen Frankreich (1:2) und Russland (3:0) wirbeln. Niklas Süle stieg zum Abwehrchef auf, während Altstar Jerome Boateng vorerst aussortiert wurde. Es ist davon auszugehen, dass Löw auch am morgigen Montag seine jungen Wilden von der Leine lässt.

Dabei geht es um mehr als das Prestige: Mit einem Sieg könnte Deutschland bei der Auslosung zur EM-Qualifikation am 2. Dezember als ein Gruppenkopf gesetzt sein. Für Mittelfeldspieler Joshua Kimmich ist das 42. Aufeinandertreffen mit den Niederlanden deshalb auch "kein Larifari-Spiel". Die Reise von Leipzig nach Kamen verlief heute aber nicht ohne Probleme. Der Flieger musste vor dem Start erst einmal enteist werden.

Oranje als Vorbild

Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff ist aber nicht deshalb froh, wenn er unter das Seuchenjahr einen Schlussstrich ziehen kann. "Ich bin froh, wenn ich endlich dieses Kapitel zuschlagen kann und es vorbei ist", sagte Bierhoff. Die Niederländer, die sich im Erneuerungsprozess ein paar Schritte weiter befinden, gelten mittlerweile als Vorbild. "Man hat diese mannschaftliche Geschlossenheit gesehen, den Spaß, aber auch die Disziplin", sagte Bierhoff. "Spiele gegen die Niederlande sind immer brisant", sagte Thilo Kehrer, der zum ersten Mal seit seinem Wechsel nach Paris wieder auf Schalke spielt: "Ich freue mich sehr auf mein Wohnzimmer."

Von den erfahrenen Profis dürften einzig die gegen Russland noch geschonten Mats Hummels und Toni Kroos in die Startelf rücken. Kai Havertz droht trotz seiner starken Leistung gegen die Russen die Bank. Man müsse die Belastung bei ihm steuern, so Löw. Einen Einsatz des zuletzt angeschlagenen Marco Reus ließ der Bundestrainer offen. Für Thomas Müller ist zum Anpfiff aber wohl wieder nur ein Platz auf der Bank reserviert. Sollte der Bayern-Profi eingewechselt werden, würde er in den erlauchten Klub der Hunderter aufrücken. Als Belohnung würde er von Löw "ein Weißbier" erhalten, wie der Bundestrainer verriet: "Er war nie verletzt und war immer bei der Mannschaft, wenn andere auch mal gesagt haben, dass sie eine Pause brauchen. Er hat sich, das kann man mal sagen, immer den Arsch aufgerissen."

Quelle: n-tv.de, Jörg Soldwisch und Oliver Mucha, sid

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