Fußball

"Thriller" in der Nations League Was ein Abstieg für die DFB-Elf bedeutet

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Jaja, Herr Süle, der Abstieg droht. Was er für die deutsche Nationalmannschaft für Folgen hat, wir klären auf.

(Foto: imago/DeFodi)

Die deutsche Nationalmannschaft hat den Klassenerhalt in der Nations League nach der Pleite in Paris nicht mehr in der eigenen Hand. Gewinnen die Niederländer im nächsten Spiel gegen Frankreich, ist der Abstieg besiegelt.

Der Klartextler Thorsten Legat würde es vermutlich so sehen: Die Situation der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im ersten Jahr der Nations League ist nach der ebenso bitteren wie Mut machenden 1:2 (1:0)-Niederlage gegen Frankreich am Dienstagabend Fakt. Sie ist nämlich so: Sollte die Niederlande am nächsten Spieltag im November (Freitag, der 16.) gegen Frankreich in Rotterdam gewinnen, wäre die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in der dreiköpfigen Gruppe aus der Division A abgestiegen.

Bei einem Remis zwischen den Niederlanden und Frankreich müsste das DFB-Team am 19. November in Gelsenkirchen mit mehr als drei Toren Unterschied gegen die erstarkte Elftal gewinnen, um sicher die Klasse zu halten. Sollten die Niederländer verlieren, genügt Deutschland im Gruppenfinale ein Sieg. Es droht ein echter Thriller. So weit, so klar? Was aber bedeutet das?

Nun, es ist so: In der Nations League sind alle 55 Mitgliedsverbände, also Nationalmannschaften, der Uefa vertreten. Sie sind aufgeteilt in vier Ligen - der Stärke nach von A (stark) bis D (nicht so stark). Wer welcher Liga angehört, das hatte sich an der Koeffizientenrangliste der Uefa nach der Qualifikation für die WM in Russland bemessen. Jede Liga wiederum besteht aus je vier Gruppen mit drei oder vier Mannschaften.

Titel, aber kein Ticket

Die DFB-Elf spielt in der stärksten Liga gegen - wie wir inzwischen wissen - ziemlich fähige Gegner. Nach drei von vier Spielen steht das Team von Coach Löw mit nur einem Punkt, dank des respektablen 0:0 im Hinspiel gegen Frankreich, auf dem letzten Platz. Während sich die Sieger der Topgruppen für das Finalturnier mit Halbfinals und Endspiel im Juni 2019 qualifizieren und lediglich um Ruhm, Ehre und den neuen Nations-League-Titel spielen (aber um kein EM-Ticket!), steigen die Gruppenletzten ab und müssen beim Turnier 2020/21 in der Liga B spielen. Die jeweils Ersten der Liga B steigen derweil auf. Auch für die Ligen C und D gilt das.

Was im Prinzip erstmal harmlos klingt, weil als Wettbewerb sportlich zwar attraktiv aber (noch) nicht renommiert, hat indes tatsächlich auch "ernste" Folgen. Denn vier der 24 Startplätze für die nächste Europameisterschaft werden über den neuen Wettbewerb vergeben. Die vier Gruppensieger jeder Liga spielen dann im März 2020 je einen Startplatz im Playoff-Modus aus - sofern sie sich nicht bereits über die reguläre Qualifikation im bekannten Gruppenmodus, die im November 2019 endet, ihr EM-Ticket gesichert haben.

Jeder Ligasieger bekommt einen EM-Startplatz

Ist das der Fall, rückt das jeweils nächstbeste Team in die Playoffs nach. Sollten alle Teams in einer Liga schon das Ticket für die Euro 2020 haben, rückt die beste nicht-qualifizierte Mannschaft aus der nächsttieferen Liga nach. Dies kann dazu führen, dass in den A-Playoffs Teams aus der Liga B spielen. So oder so: Jede Liga ermittelt einen EM-Teilnehmer - also auch die Liga D mit den 16 schwächsten Teams. Klar?

Gut, dann weiter, denn eine Sache müssen wir noch erwähnen: Die noch zu ermittelnde Nations-League-Rangliste ist künftig entscheidend für die Auslosung der Qualifikation für die EM 2020. Für einen Absteiger Deutschland bedeutet das: Zumindest offiziell wäre sie nicht mehr die stärkste Mannschaft in der Gruppe, weil der B-Ligist dann einen A-Ligisten (maximal zwei) zugelost bekommen würde. So, geschafft. Halten wir also fest: Alles nicht so schlimm. Auch wenn der Sportinformationsdienst richtigerweise schreibt: Nach dem WM-Debakel würde ein Sturz in die europäische Zweitklassigkeit einen weiteren großen Imageschaden für das Aushängeschild des Verbandes bedeuten.

Quelle: n-tv.de

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