Fußball

Ruhrpott in der Champions League Wenn der Schalker den Ball nicht stoppt

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Schalker Leiden: Weston McKennie.

(Foto: imago/DeFodi)

Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund und der nicht ganz so gute FC Schalke 04 treten am letzten Gruppenspieltag in der Fußball-Champions-League mit stark veränderten Aufstellungen an. Die Trainer Lucien Favre und Domenico Tedesco wollen bei der AS Monaco und gegen Lokomotive Moskau jeweils eine B-Elf auflaufen lassen. Der BVB tritt in Monaco ab 21 Uhr an, Anpfiff beim Spiel der Schalker gegen Moskau ist um 18.55 Uhr. Beide Klubs stehen bereits als Achtelfinalisten fest. Favre verzichtet im Fürstentum unter anderen auf seinen am Oberschenkel verletzten Kapitän Marco Reus. Tedesco fehlen fünf Angreifer.

FC Schalke 04 - Lokomotive Moskau, 18.55 Uhr

Der FC Schalke 04 steht vor der abschließenden Partie in der Champions-League-Gruppenphase an diesem Dienstag (ab 18.55 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen Moskau als Achtelfinalist fest. Warum also sollte man sich, sofern man es nicht mit den Gelsenkirchenern hält, dieses Spiel anschauen? Ganz ehrlich: So genau wissen wir das auch nicht. Schöner Fußball kann es ja kaum sein. Vielleicht, um Benedikt Höwedes, den Weltmeister von 2014, mal wieder zu sehen?

Ausgangslage: Die Lage in der Gruppe D ist weitgehend geklärt. Der FC Porto steht mit 13 Punkten steht als Gruppensieger und Achtelfinalist, der FC Schalke 04 ist und bleibt Zweiter. Galatasaray aus Istanbul und Локомотив Москва streiten sich um Platz drei, der dazu berechtigt, im kommenden Jahr in der Europaliga weiterzuspielen.  Die Russen mit den Ex-Schalkern Benedikt Höwedes und Jefferson Farfán brauchen dazu einen Sieg und müssen hoffen, dass die Türken nicht gleichzeitig gegen Porto gewinnen.

Schalke - Moskau, 18.55 Uhr

FC Schalke 04: Fährmann - Stambouli, Naldo, Nastasic - Caligiuri, Rudy, Schöpf - Harit, Serdar - Teuchert, Konopljanka. - Trainer: Tedesco
Lokomotive Moskau: Guilherme - Ignatjew, Kwirkwelia, Höwedes, Rybus - Denissow, Krychowiak - Farfan, Alexej Mirantschuk, Fernandes - Smolow. - Trainer: Sjomin
Schiedsrichter: Tasos Sidiropoulos (Griechenland)

Personal: Schalkes Trainer Domenico Tedesco wird nach dem 1:2 am vergangenen Samstag im Derby gegen die Dortmunder Borussia in der Bundesliga einige Wechsel vornehmen. "Wir denken an Rotation. Aber nicht weil wir sagen, das Spiel ist unwichtig. Sondern weil wir Frische brauchen." Vor allem in der Offensive muss er improvisieren. Mit Guido Burgstaller, Mark Uth, Breel Embolo, Franco Di Santo und Steven Skrzybski fallen fünf Stürmer aus. So könnten vorne Cedric Teuchert und Jewgeni Konopljanka zum Zug kommen. Auch ein Einsatz des 18 Jahre alten Angreifers Ahmed Kutucu aus der U19 ist möglich. Rafael van der Vaart, ehemalige niederländische Nationalspieler, hatte nach der Niederlage gegen den BVB als völlig unvoreingenommener Beobachter beim Bezahlsender Sky zur fußballerischen Ödnis in Gelsenkirchen gesagt: "Kämpfen kann jeder. Aber bei Schalke kann kaum einer den Ball stoppen und weiterspielen. Das ist so erschreckend."

Wie geht's weiter? Bei der Auslosung am kommenden Montag ab zwölf Uhr in Nyon bekommt Schalke als Tabellenzweiter einen Gruppensieger zugeteilt und hat im Achtelfinal-Hinspiel im Februar zunächst Heimrecht. Ausgeschlossen ist ein deutsches Duell. Auch Gruppengegner Porto kommt nicht infrage. In jedem Fall wartet ein dicker Brocken wie Real Madrid oder FC Barcelona. Noch aber stehen aber nicht alle möglichen Kontrahenten fest.

Zitate: In der Bundesliga steht der S04 nur auf Platz 13, da hält Tedesco die restlichen Hinrundenpartien in Augsburg, gegen Leverkusen und in Stuttgart für wichtiger als dieses Spiel in der Königsklasse. "Spätestens gegen Augsburg geht es darum, mit der bestmöglichen Elf Vollgas zu geben." Höwedes, der bis 2017 insgesamt 16 Jahre lang für Schalke spielte, kehrt erstmals als Spieler in die Arena zurück. "Eine normale Dienstreise ist es deshalb nicht", sagte der 30-Jährige dem "Westfälischen Anzeiger". "Da werden wahrscheinlich viele Erinnerungen hochkommen. Ich werde aber vor dem Spiel versuchen, vieles auszublenden, weil ich mich auf die Partie konzentrieren will und nicht möchte, dass die Emotionen überhandnehmen."

AS Monaco - Borussia Dortmund, 21 Uhr

Ausgangslage: Mit dem 0:0 am vergangenen Spieltag gegen den FC Brügge gaben die Dortmunder die Tabellenführung in der Gruppe A aus der Hand. Aber: Gewinnt Atlético Madrid nicht in Brügge, könnte der BVB mit einem Erfolg in Monaco dann doch noch vorbeiziehen. Der Vorteil: Der Gruppensieger trifft im Achtelfinale auf einen vermeintlich leichteren Gegner und hat im mutmaßlich entscheidenden Rückspiel Heimrecht. "Darüber machen wir uns nicht so große Gedanken. Wenn du in der Champions League weit kommen willst, musst du jeden schlagen", sagte Roman Bürki, der Torhüter des BVB.

Monaco - Dortmund, 21 Uhr

AS Monaco: Benaglio - Pierre-Gabriel, Glik, Badiashile, Henrichs - Ait Bennasser, Pele, Tielemans - Diop, Falcao, Golowin. - Trainer: Henry

Borussia Dortmund: Bürki - Hakimi, Toprak, Diallo, Schmelzer - Weigl, Dahoud - Pulisic, Götze, Guerreiro - Philipp. - Trainer: Favre
Schiedsrichter: Pawson (England)

Personal: Die Terminhatz macht sich bemerkbar. Mit Marco Reus, Lukasz Piszczek, Jacob Bruun Larsen, Thomas Delaney und Dan-Axel Zagadou fehlen fünf angeschlagene Profis. Axel Witsel wird geschont, Jadon Sancho reiste wegen des Todes seiner Großmutter nach London. Längere Ausfälle sind jedoch nicht zu befürchten. Nicht auszuschließen, dass alle am Samstag im Bundesligaspiel gegen Bremen wieder zur Verfügung stehen. "In dieser Vielzahl mussten wir in dieser Saison noch keine Rotation vornehmen, aber einige Spieler sind angeschlagen und haben sich zuletzt durchgeschleppt", sagte Sebastian Kehl, der seit dieser Saison die Lizenzspielerabteilung leitet.

Chance: Angesichts der vielen fehlenden Profis erhalten diverse Reservisten die Möglichkeit, sich zu empfehlen. Erste Anwärter auf einen Platz in der Startelf sind Christian Pulisic, Mahmoud Dahoud, Maximilian Philipp und Julian Weigl. Zudem könnte Außenverteidiger Marcel Schmelzer nach wochenlanger Verletzungspause ein Comeback feiern. "Einige haben eine riesige Chance, wieder auf sich aufmerksam zu machen", kommentierte Kehl.

Zitate: Lucien Favre, der Trainer des BVB, sagt: "Ich mache mir absolut keine Sorgen. Auch wenn ein paar Spieler fehlen, werden wir eine sehr, sehr gute Mannschaft haben. Wir wollen immer gewinnen." Und Abwehrspieler Abdou Diallo berichtet: "Ich habe viele Jahre in Monaco gespielt. Aber mein erstes Ziel ist, zu einem Sieg für den BVB beizutragen. Dann werde ich diejenigen, die ich kenne, herzlich begrüßen."

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa

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