Fußball

Alaba, Neuer und Thiago Wer verlängert beim FC Bayern und wer geht?

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Thiago, David Alaba und Manuel Neuer: Drei Top-Spieler mit denen der FC Bayern gerne verlängern würde.

(Foto: imago images/Mausolf)

Der FC Bayern will drei Leistungsträger unbedingt halten, dennoch stocken die Vertragsgespräche mit David Alaba, Thiago und Manuel Neuer. Woran hapert es? Was wollen Spieler und Verein? Ein Überblick.

Er sei voller Hoffnung, "dass wir mit allen drei in absehbarer Zeit verlängern können", zeigte sich Bayerns Präsident Herbert Hainer im Gespräch mit dem Fachmagazin "kicker" zuversichtlich und rührte gleichzeitig kräftig die Werbetrommel für den FC Bayern: "Warum sollten sie gehen? Sie spielen in einer der besten Mannschaften der Welt [...], wir bezahlen sie absolut wettbewerbsfähig." Allerdings sprach der 65-Jährige auch ein Dilemma an: Da das Trio noch bis Sommer 2021 unter Vertrag steht, spüre man keinen "Druck", wolle jedoch "natürlich so früh wie möglich Klarheit". Kurz: Der FC Bayern wähnt sich am längeren Hebel, ein ablösefreier Wechsel nach der Saison 2020/21 soll jedoch tunlichst verhindert werden.

Manuel Neuer: Alles gesagt, nichts offiziell

Seit Monaten schmieren die Offiziellen der Bayern dem besten "Torhüter, den die Welt je hatte" (Karl-Heinz Rummenigge gegenüber der "tz") Honig um den Mund, Neuer lässt seinerseits wenig Zweifel daran, dass er den Herbst seiner Karriere gerne im Tor des Rekordmeisters verbringen will, die Tinte unter einem neuen Arbeitspapier will jedoch nicht trocknen. Kein Wunder, mangelt es doch nicht an Knackpunkten: Laut Medienberichten fordert der Routinier, seiner 34 Lenze zum Trotz, einen Vertrag über fünf Jahre und ein Jahressalär von 20 Millionen Euro. Zudem soll Neuer damit hadern, dass zur kommenden Saison mit Alexander Nübel schon ein vermeintlicher Thronfolger verpflichtet wurde.

Dass sich Neuer und sein Berater Thomas Kroth infolge der Gerüchte zu einer Richtigstellung veranlasst sahen, erschwerte den Poker nochmals. Die Zahlen brandmarkten Neuer und Kroth im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung als "schlichtweg falsch". Bezüglich der Laufzeit, sei man "immer flexibel" gewesen, das "Thema Gehalt" sei "deutlich komplexer", Nübel "eine super Verpflichtung". Wichtiger sei ohnehin die "Wertschätzung". Worte, die die Bayern-Oberen wohl gerne zur Kenntnis genommen haben. Dass Neuer allerdings anprangerte, ihn "irritiere", dass Interna an die Öffentlichkeit geraten sind und die Existenz eines "Maulwurfs" nicht ausschloss, dürfte auf weniger Gegenliebe gestoßen sein.

Dass eine Strafe von Vereinsseite ausblieb, ist dennoch ein Fingerzeig. Neuer und der FC Bayern werden eine für beide Seiten attraktive Einigung finden. Dass der Schlussmann nach neun Jahren in München noch einmal den Gang ins Ausland wagt, ist unwahrscheinlich. Zumal Neuer beim FC Bayern ein extrem starkes Team vor sich weiß, mit dem die Chance auf den Gewinn der Champions League groß ist - vermutlich größer als an anderer Stelle. "Manuel Neuer weiß, was er am FC Bayern hat und der FC Bayern weiß, was er an Manuel Neuer hat. Deshalb ist es eine Ehe, die auch in Zukunft Bestand haben wird", brachte Rummenigge die Situation zuletzt auf den Punkt.

David Alaba: Siegt das Fernweh oder der FC Bayern?

Seit fast zehn Jahren Leistungsträger, alles mit dem FC Bayern erreicht und mit 27 Jahren im besten Fußball-Alter: Obwohl die Verhandlungen mit Alaba im Vergleich zum Neuer-Poker bislang für weniger Schlagzeilen sorgten, dürfte es nicht leicht fallen, den Österreicher von einem weiteren Engagement zu überzeugen. "Manche machen sich Gedanken über das Karriereende, wo sie spielen wollen. Wollen sie noch mal irgendwo anders hin?", musste auch Hainer gegenüber "Sport1" eingestehen. Alaba nannte der Hoeneß-Erbe nicht explizit. Dass sich der Defensivspezialist nicht zwingend auf ewig dem FC Bayern verschrieben hat, ist aber kein Geheimnis.

"Ich fühle mich in München sehr wohl. Aber ich kann mir grundsätzlich auch vorstellen, einen anderen Weg einzuschlagen", skizzierte Alaba im Gespräch mit dem Magazin "GQ" unlängst alles andere als eine klare Tendenz. "Sport Bild" will allerdings erfahren haben, womit sich Alabas Treue sichern lässt. Demnach ist alles eine Frage des lieben Geldes. Derzeit soll der Österreicher etwa elf Millionen Euro einstreichen. Damit er auch künftig an der Isar kickt, müssten die Bayern nochmal nachlegen.

Sicher auch, da Alaba wohl bei der Konkurrenz hoch im Kurs steht. Vor allem Real Madrid und der FC Barcelona sollen bereits häufiger ein Auge auf Alaba geworfen haben. Dass sich Alaba Berichten zufolge demnächst Starberater Pini Zahavi anschließen wird, darf als Wink mit dem Zaunpfahl gesehen werden. Das Urteil eines Ex-Trainers des Linksfußes lässt daher wenig Spielraum: Alaba werde Bayern zu "90 Prozent" den Rücken kehren, orakelte der langjährige ÖFB-Torwarttrainer Franz Wohlfahrt gegenüber "Sport1". "Mit Bayern hat er alles gewonnen, mit einem neuen Klub hätte er neue Visionen."

Thiago: Karriereende beim FC Bayern eine Option

Auch sieben Jahre nachdem Pep Guardiola dem FC Bayern mit den Worten "Thiago, oder nix" die Pistole auf die Brust setzte, ist der Spanier an der Säbener Straße gefragt. Anfang Mai verkündete die "Bild"-Zeitung bereits, zwischen dem 29-jährigen Mittelfeldstrategen und den Münchnern sei alles klar, die offizielle Bekanntgabe werde in Kürze folgen.

Statt einer Bestätigung folgte zwar ein Dementi, einiges spricht dennoch für weitere Jahre beim FCB. Zum einen scheint Thiago in Hansi Flick wieder einen Coach gefunden zu haben, der wie einst Guardiola großen Wert auf seine Dienste legt, zum anderen fühlt sich der Nationalspieler in München pudelwohl. Anfang März 2020 bestätigte er "La Vanguardia", dass der FC Bayern ein "wunderbarer Klub wäre, um seine Karriere zu beenden".

Einzig eine Rückkehr in den Schoß des FC Barcelona könnte Thiago wohl locken, zumal der Rechtsfuß davon träumt, noch einmal an der Seite seines Bruder Rafinha zu spielen. Haken an der Sache: Letzterer kehrt nach einer Leihe im Sommer zwar zu Barca zurück, dürfte jedoch keine Zukunft bei den Blaugrana haben. Zudem sollen die Kassen des FC Barcelona infolge der Coronakrise arg gebeutelt, offensivere Verstärkungen gefragter sein.

Apropos Coronakrise: Unlängst offenbarte Rummenigge der "Sport Bild", dass auch der FC Bayern "den Gürtel enger" schnallen müsse, der 64-Jährige nutzte die neuen Gegebenheiten allerdings auch, um direkt mal eine Ansage an das umworbene Trio zu richten. Man habe "den Spielern sehr seriöse und faire Vertragsangebote ohne Corona-Discount auf den Tisch gelegt. Es liegt nun an den Spielern, sie anzunehmen". Und weiter: "Ich finde es wichtig, sich in diesen Zeiten auch Gedanken zu machen, wie man sich zum FC Bayern solidarisch verhält", zumal alle Akteure des FC Bayern "extrem privilegiert" seien.

Quelle: ntv.de