Fußball

Traumtore, VAR, Spektakel Werder-Wahnsinn wie in guten alten Zeiten

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Marvin Ducksch bejubelt sein Tor zum 1:1.

(Foto: imago images/Ulrich Hufnagel)

Was für ein spektakulärer Krimi: Am 20. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga marschiert der SV Werder Bremen unter Neu-Trainer Ole Werner weiter. Beim SC Paderborn drehen die Hanseaten fulminant einen 1:3-Rückstand. Darmstadt 98 siegt in Ingolstadt und springt an die Tabellenspitze.

SC Paderborn 07 - SV Werder Bremen 3:4 (2:1)

Die Siegesserie von Erstliga-Absteiger Werder Bremen unter dem neuen Trainer Ole Werner geht immer weiter. Beim SC Paderborn kamen die Hanseaten in einem spektakulären Spiel zu einem 4:3 (1:2), es war der fünfte Sieg in Folge. Ömer Toprak (87.) erzielte das Siegtor für die Gäste, aber vor allem Paderborns Felix Platte sorgte mit einem Schuss aus 45 Metern zum zwischenzeitlichen 3:1 für Aufsehen (56.).

Beide Teams lieferten sich einen überaus ansehnlichen offenen Schlagabtausch. In der 68. Minute wurde ein vermeintlicher Treffer von Platte zum 4:3 nach einem vorausgegangenen Foulspiel nach Videobeweis wieder zurückgenommen. Ein weiteres Traumtor von Bremens Marvin Ducksch in den Winkel zum 4:3 wurde nach Videostudium ebenfalls nicht anerkannt (74.).

Florent Muslija (15., Foulelfmeter) hatte die Ostwestfalen in Führung gebracht, nachdem zuvor Werder-Keeper Jiri Pavlenka den zunächst von Sven Michel ausgeführten Strafstoß abgewehrt hatte. Bremens Abwehrspieler Marco Friedl war dabei zu früh in den Strafraum gelaufen. In der 35. Minute markierte Ducksch mit einer feinen Einzelleistung den Ausgleich für die Gäste. Muslija brachte die Hausherren mit einem Kunstschuss (38.) erneut in Führung. Die Bremer Abwehr wirkte nicht präsent genug und konnte den Abschluss nicht verhindern. Romano Schmidt (59.) gelang das 2:3 für die Norddeutschen, Niclas Füllkrug (66.) schoss das 3:3.

In der 22. Minute hatte Ducksch scheinbar schon den 1:1-Ausgleich erzielt, doch Füllkrug stand zuvor im Abseits. Nur eine Minute später hatte Platte mit einem Kopfball an den rechten Pfosten Pech. Die Bremer Abwehr machte dabei nicht den besten Eindruck und konnte sich glücklich schätzen, nicht 0:2 in Rückstand zu liegen. In der 37. Minute parierte Pavlenka glänzend einen Michel-Schuss und wehrte zur Ecke ab. Das Hinspiel hatten die Bremer am 15. August 2021 mit 1:4 gegen den SCP verloren. Es war eines der schwächsten Spiele der Werderaner in dieser Saison gewesen. Das Rückspiel erinnerte dagegen an alte Werder-Zeiten, als mit fulminantem Offensivfußball unter Thomas Schaaf 2003/04 das Double und 2009 mit Diego und Mesut Özil der Pokal gewonnen wurde.

FC Ingolstadt 04 - SV Darmstadt 98 0:2 (0:1)

Darmstadt 98 hat die Tabellenführung erobert. Die Lilien gewannen beim Schlusslicht FC Ingolstadt mit 2:0 (1:0). Mit 39 Punkten überflügelten die Hessen den bisherigen Spitzenreiter und Dortmund-Pokalschreck FC St. Pauli (37), der am Freitag das Derby beim Hamburger SV mit 1:2 verloren hatte. Tim Skarke (15.) brachte Darmstadt mit einem herrlichen Volleyschuss, der gegen den Innenpfosten und von da über die Torlinie sprang, in Führung. Aaron Seydel (82.) traf zum Endstand. Die Gäste holten damit aus den letzten vier Spielen ohne Niederlage zehn Punkte.

Tobias Kempe (37.) hatte mit einem Lattenschuss schon in der ersten Hälfte das 2:0 für Darmstadt auf dem Fuß. Torwart Dejan Stojanovic hätte nicht mehr eingreifen können. Zuvor hatte schon Lucas Pfeiffer (32.) aus sechs Metern Entfernung eine Resultatserhöhung verpasst und den Ball knapp am Tor vorbeigeschossen. SVD-Torwarttrainer Dimo Wache trat die Reise zu den Schanzern nach einem Corona-Verdachtsfall im näheren privaten Umfeld nicht an. Außerdem fehlte den Lilien Lasse Sobiech aufgrund von Sprunggelenksproblemen.

Hansa Rostock - 1. FC Heidenheim 0:0

Der Aufwärtstrend des 1. FC Heidenheim ist vorerst gestoppt. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt kam bei Aufsteiger Hansa Rostock nach einer über weite Strecken uninspirierten Leistung nicht über ein 0:0 hinaus. Damit verpasste der FCH mit nun 34 Zählern den Sprung zurück auf Relegationsplatz drei.

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Nach zuletzt 15 Punkten aus sechs Spielen musste Heidenheim damit einen leichten Dämpfer hinnehmen, während die Hansa seit inzwischen sieben Spielen auf einen Sieg wartet und sich nicht entscheidend aus dem Tabellenkeller befreien kann.

Drei Tage nach dem Rostocker Pokal-Aus im Achtelfinale bei RB Leipzig begannen beide Teams kämpferisch. Rostocks Innenverteidiger Ryan Malone freistehend aus fünf Metern per Kopf die erste hundertprozentige Torchance, der Ball touchierte den Außenpfosten (19.). Nur vier Minuten später köpfte für die dominante Hansa Damian Roßbach nach einer Freistoßflanke knapp über die Querlatte. Auch nach dem Seitenwechsel war Rostock das aktivere Team, aussichtsreiche Möglichkeiten kamen dabei allerdings nur selten zustande.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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