Fußball

Freiburg ist erster Bayern-Jäger Hertha BSC geht im Derby unter

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Union feiert, Hertha leidet.

(Foto: IMAGO/camera4+)

Hertha BSC startet mit einer schlimmen Pleite in die neue Saison der Fußball-Bundesliga: Zum Auftakt verliert der Windhorst-Klub deutlich beim Lokalrivalen Union Berlin. Aufsteiger Werder Bremen darf lange von der perfekten Rückkehr träumen - trotz eines "Wettbewerbsnachteils". Der SC Freiburg feiert derweil einen Start nach Maß.

1. FC Union Berlin - Hertha BSC 3:1 (1:0)

Der 1. FC Union Berlin bleibt die Nummer 1 in der Hauptstadt klar vor Hertha BSC. Im siebten Bundesliga-Derby seit dem Aufstieg im Jahr 2019 verlängerten die Köpenicker mit einem 3:1 (1:0) ihre Siegesserie auf vier Erfolge nacheinander. Vor 22 012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei erzielten Jordan Siebatcheu in der 31. Minute, Sheraldo Becker (50.) und Robin Knoche (54.) die Treffer für die Hausherren. Die auf ganzer Linie enttäuschende Hertha musste dagegen nach dem schmerzlichen Pokal-Aus bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig bereits die zweite Pflichtspiel-Niederlage unter dem neuen Trainer Sandro Schwarz hinnehmen. Der Treffer von Dodi Lukebakio in der 85. Minute kam zu spät, um auf einen Punktgewinn zu hoffen.

Union-Trainer Urs Fischer hatte im Vergleich zum Sieg im Pokal in Chemnitz zwei Wechsel vorgenommen. Neuzugang Diogo Leite rutschte für Dominique Heintz, der nicht im Kader war, in die Startelf, Niko Gießelmann wurde durch Julian Ryerson ersetzt. Bei Hertha fehlte Dedryck Boyata aus sportlichen Gründen. Der frühere Hertha-Kapitän wurde durch Filip Uremovic in der Abwehr ersetzt.

Union setzte Hertha gleich von Beginn unter Druck und verzeichnete allein in den ersten beiden Minuten drei große Möglichkeiten zur Führung. Anschließend befreiten sich Gäste aus der Drucksituation, ohne selbst gefährlich vor dem Unioner Tor aufzutauchen. Union spielte aber weiterhin klarer und strukturierter, während Hertha aufgrund von ungenauen Pässen selten in die Nähe des generischen Strafraums kam und in der ersten Halbzeit komplett enttäuschte.

Zudem steigerte Union nach rund 25 Minuten wieder den Druck gegen nur noch reagierende Gäste. So fiel fast zwangsläufig die Führung durch Siebatcheu, der eine Flanke von Sheraldo Becker nur noch einzunicken brauchte. Hertha hatte lediglich einen Freistoß vom neuen Kapitän Marvin Plattenhardt aus rund 18 Metern entgegenzusetzen, der aber kein Problem für Union-Torhüter Frederik Rönnow war (36.). Zwei Minuten später verpasste Ryerson freistehend das 2:0 für die Gastgeber.

Nach dem Seitenwechsel drückte Union wie zu Beginn des Spiels. Nach keinen 35 Sekunden zwang Siebatcheu Torwart Christensen zu einer Glanzparade, Becker und Neuzugang Janik Haberer scheiterten in der folgenden Minute ebenfalls. Besser machte es Becker in der 50. Minute, der nach einer schönen Kombination den Ball am herausstürzenden Christensen vorbeispitzelte. Drei Minuten später trudelte ein Kopfball von Knoche nach einer Ecke von Kapitän Christopher Trimmel ins lange Eck der Blau-Weißen. Der Ehrentreffer für die Gäste durch Lukebakio fünf Minuten vor Schluss konnte an der Vormachtstellung von Union in der Hauptstadt nichts mehr ändern.

Borussia Mönchengladbach - TSG Hoffenheim 3:1 (1:1)

Geburtstagskind Marcus Thuram und Nico Elvedi haben Borussia Mönchengladbachs neuem Trainer Daniel Farke einen perfekten Bundesliga-Einstand beschert. 84 Tage nach dem Aufeinandertreffen am letzten Spieltag der vergangenen Saison bezwangen die Gladbacher die TSG Hoffenheim mit 3:1 (1:1) und sorgten damit für einen Fehlstart von Neu-Trainer Andre Breitenreiter im ersten Ligaspiel für die Kraichgauer. Vor 49.659 Zuschauern im Borussia-Park erzielten Ramy Bensebaini (42. Minute), Thuram (71.) und Elvedi (78.) die Treffer für die Gladbacher. Robert Skov (25.) hatte die Gäste in Führung gebracht. Verteidiger Stefan Posch erhielt in der 19. Minute die Gelb-Rote Karte.

Farke hatte sich bei seinem Bundesligaeinstand für Florian Neuhaus als Vertreter des verletzten Lars Stindl im offensiven Mittelfeld entschieden und somit die wichtigste Position eigentlich ideal besetzt. Denn der Nationalspieler, sonst häufig im defensiven Mittelfeld eingesetzt, hat seine größten Qualitäten im Spiel nach vorn. Der Japaner Ko Itakura war einziger Neuzugang in Borussias Startelf. Allerdings wirkte Neuhaus nach einem frühen Foul von Stefan Posch zunächst ein wenig gehemmt, der Hoffenheimer Verteidiger erhielt kurz darauf für das nächste Foul an Bensebaini die Gelb-Rote Karte in der 19. Minute.

Die Kraichgauer, die noch keinen adäquaten Ersatz für den nach Leipzig transferierten David Raum gefunden haben, mussten ihr Spiel nach dem frühen Platzverweis umstellen. Der in dieser Woche für etwa zwölf Millionen Euro verpflichtete Stanley Nsoki kam so zu seinem ersten Einsatz, dafür musste Hoffenheims Coach seinen defensiven Mittelfeldspieler Diadie Samassekou aus dem Spiel nehmen, um die Dreier-Abwehrkette wieder aufzufüllen. Neuzugang Ozan Kabak stand ohnehin in der Startelf.

In der hektischen und von vielen Fehlern geprägten Partie zogen die Gäste aber den Nutzen aus der Unterzahl. Außenbahnspieler Skov traf mit einem Linksschuss aus 15 Metern zum überraschenden 1:0 für die TSG. Die in der Vorbereitung wegen diverser Verletzungen nicht gut eingespielte Defensive der Gastgeber war nicht nur in dieser Szene wackelig.

Mit zunehmender Spieldauer wurde der Druck der Gladbacher größer. Marcus Thuram, der am Samstag 25 Jahre alt wurde, sorgte für viel Unruhe. Nach einem Eckball und einer Kopfballvorlage von Itakura erzielte Bensebaini mit einem sehenswerten Fallrückzieher den Ausgleich. Trotz bester Chancen, unter anderem traf Joe Scally nur die Latte (49.), mühten sich die Gastgeber lange, ehe Thuram und Elvedi in der Schlussphase noch zum Sieg trafen.

FC Augsburg - SC Freiburg 0:4 (0:0)

Europa-League-Starter SC Freiburg hat dank einer bärenstarken zweiten Halbzeit und herausragenden Neuzugängen einen Start nach Maß hingelegt. Die Breisgauer gewannen beim FC Augsburg mit 4:0 (0:0) und stießen so in die Top 20 der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga vor. Ausgerechnet der Ex-Augsburger Michael Gregoritsch, der vor dem Spiel verabschiedet worden war, leitete vor 26.310 Zuschauern mit einem Kopfball (46. Minute) den Sieg ein. Vincenzo Grifo mit einem direkt verwandelten Freistoß (48.) sowie die Neuzugänge Matthias Ginter (61.) und Ritsu Doan (78.) legten nach.

In einer chancenarmen Anfangsphase hatte Augsburg mehr Spielanteile. Die Fuggerstädter versuchten die Vorgabe von Maaßen, mutiger und offensiver Fußball zu spielen, umzusetzen. Die Hausherren schafften es aber nur selten durch die Freiburger Abwehr, in der Nationalspieler Ginter für Ordnung sorgte. Daniel Caligiuris Schüsse aus der Drehung (5.) und von der Strafraumgrenze (11.) blieben die besten Augsburger Torchancen.

Je länger die Partie andauerte, desto mehr kontrollierten die Breisgauer das Spiel - und Augsburg lief vermehrt hinterher. Der Schuss von SC-Kapitän Christian Günter (33.) klatschte an den Pfosten. Der Abschluss von Maximilian Eggestein am Ende der insgesamt lahmen ersten Hälfte rauschte knapp am langen Eck vorbei. Dann erlebte der FC Augsburg 45 Minuten zum Vergessen. Nach Wiederanpfiff dauerte es lediglich 15 Sekunden, bis ausgerechnet Gregoritsch ins lange Eck köpfte und die Fans seines Ex-Klubs zum Schweigen brachte. Die Freiburger Torlaune war nun geweckt. Keine zwei Minuten später landete ein direkter Freistoß von Grifo erneut im Netz.

Plötzlich spielte nur noch der SC. Nach einer Ecke setzte Roland Sallai aus dem Rückraum den Ball ins linke untere Eck. Im Freiburger Jubel entschied der Schiedsrichter nach Videobeweis allerdings auf Abseits. Die Tore von Heimkehrer Ginter, der vor der Saison aus Mönchengladbach zu seinem Ausbildungsklub gewechselt war, sowie von Doan musste der Unparteiische dann zählen lassen.

VfL Bochum - 1. FSV Mainz 05 1:2 (1:1)

Doppeltorschütze Karim Onisiwo hat dem FSV Mainz 05 beim VfL Bochum einen Topstart beschert. Der österreichische Stürmer erzielte beim 2:1 (1:1)-Sieg beide Tore für die Mannschaft von Trainer Bo Svensson. Onisiwo brachte Mainz in der 26. Minute vor 24.110 Zuschauern im Ruhrstadion zunächst in Führung und traf in der Schlussphase erneut (77.). Der VfL, der von vielen Experten als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt wird, machte kein schlechtes Fußballspiel, war im Abschluss aber zu harmlos. Mehr als der zwischenzeitliche Ausgleich durch den Ex-Mainzer Kevin Stöger (39.) war für die Bochumer nicht drin.

In der vergangenen Spielzeit hatte das Team von Coach Thomas Reis als Aufsteiger überraschend souverän die Klasse gehalten. Mit viel Einsatz und konsequenter Zweikampfführung erarbeiteten sich die Bochumer zu Beginn Vorteile. Der VfL entschied die ersten wichtigen Duelle Mann gegen Mann für sich. Das Publikum honorierte das mit Szenenapplaus. Auch die ersten Chancen gehörten den Gastgebern. Stöger schoss aus großer Distanz über das verwaiste Tor, 05-Keeper Robin Zentner parierte eine sehenswerte Direktabnahme von Gerrit Holtmann stark.

Dann wurde es hektisch. Dem langjährigen Bochumer Maxim Leitsch, der sich im Sommer Mainz 05 angeschlossen hatte, war der Ball nach einem Kopfball von Simon Zoller an die Hand gesprungen. Die VfL-Spieler forderten vehement einen Strafstoß, doch Schiedsrichter Felix Zwayer entschied sich nach Rücksprache mit dem Videoassistenten und eigener Ansicht der TV-Bilder dagegen (18.). Bochum war gut im Spiel, leistete sich in der Abwehr aber einen Fehler. Innenverteidiger Erhan Masovic verschätzte sich bei einer Flanke von Edimilson Fernandes. Onisiwo nutzte das mit einem platzierten Kopfball zur Gästeführung.

Die Mainzer, die kurzfristig auf den verletzten Stürmer Jonathan Burkardt und ihren erkrankten Kapitän Silvan Widmer verzichten mussten, hatten Chancen, den Vorsprung auszubauen. Doch eigene Ungenauigkeiten im Abschluss und Bochums Torwart Manuel Riemann hielten den VfL im Spiel. In einer Phase, in der Mainz die Partie im Griff zu haben schien, gelang ausgerechnet Stöger der Ausgleich. Der 28-Jährige traf mit einer Mischung aus Flanke und Schuss aus dem Halbfeld in den Winkel.

Die Bochumer nahmen den Schwung des Treffers mit und spielten weiter nach vorne. Ähnlich wie zuvor Mainz, ließ es aber auch der VfL an der nötigen Präzision im Abschluss vermissen. Sowohl ein Versuch von Takuma Asano als auch ein Schuss von Zoller nach einer Stunde flogen über das Tor. Mainz zeigte sich kaum noch vorne - doch dann schlug Onisiwo erneut zu. Der Matchwinner traf wie schon im ersten Durchgang per Kopf zum umjubelten Auswärtssieg.

VfL Wolfsburg - Werder Bremen 2:2 (1:2)

Werder Bremen hat bei der überzeugenden Bundesliga-Rückkehr den ersten Saisonsieg nur um sechs Minuten verpasst. Nach einem Jahr in der zweiten Liga holten die Hanseaten am Samstag ein 2:2 (2:1) beim VfL Wolfsburg. Die Elf von Trainer Ole Werner war allerdings im Vergleich zu den enttäuschenden Wölfen lange Zeit die bessere Mannschaft.

Den energischen Beginn des Aufsteigers stoppte zunächst Lukas Nmecha (11.) mit dem Wolfsburger 1:0. Mit einem Doppelschlag schockten Niclas Füllkrug (21.) und Leonardo Bittencourt (23.) die Hausherren jedoch innerhalb von nur zwei Minuten. Die Wolfsburger zeigten einen harmlosen Auftritt und scheiterten immer wieder an sich selbst oder der stabilen Werder-Abwehr. Josuha Guilavogui (84.) sorgte für den überraschenden Ausgleich kurz vor Schluss. 28.015 Zuschauer verfolgten das Spiel in der Volkswagen-Arena - allerdings blieben im Auswärtsblock einige Plätze frei. Wegen einer Durchsuchungsaktion der Polizei am Bahnhof hatten Werder-Ultras entschieden, wieder nach Bremen zurückzukehren. Der Aufsteiger verurteilte die Maßnahme und sprach von einem daraus entstandenen "Wettbewerbsnachteil", die Polizei verwies auf die Notwendigkeit der Durchsuchungen zur Gefahrenabwehr.

Nach starkem Zuspiel von Neuzugang Patrick Wimmer auf Nmecha im Strafraum hob der 23-Jährige den Ball über Torwart Jiri Pavlenka zum 1:0 ins Tor. Auf der anderen Seite schlug Werder allerdings kurz darauf zurück: Füllkrug erzielte mit einem wuchtigen Fernschuss aus knapp 20 Metern den Ausgleich. Nur kurze Zeit später erhöhte Bittencourt per Kopf auf 2:1.

Trainer Niko Kovac, der sein erstes Liga-Spiel als Coach der Wölfe bestritt, sah in der Folge, dass sein Team im Gegensatz zu der stabilen Abwehr der Gäste noch einige Abstimmungsprobleme, Fehler und Lücken in der Defensive abstellen muss. Phasenweise war es ein enttäuschender Auftritt, den die Heimfans mit Pfiffen quittierten. Vor allem über die eigene rechte Seite kamen die Bremer regelmäßig und hielten den gelernten Innenverteidiger Micky van de Ven auf Trab, der als linker Verteidiger seine Probleme hatte.

Zur zweiten Halbzeit brachte Kovac Rückkehrer Josuha Guilavogui und nahm auch kurz darauf den Wechsel-Kandidat Josip Brekalo vom Platz, der überraschend in die Startelf gerückt war, aber offensiv kaum Akzente setzen konnte. Auch mit dem eingewechselten Angreifer Jonas Wind kam das Heim-Team kaum zu nennenswerten Chancen. Die Bremer hatten keine Mühe, gegen die ideenlosen Gastgeber zu verteidigen. Erst kurz vor Schluss dämpften die Wölfe die Bremer Party-Stimmung, als Guilavogui spät zum Ausgleich traf.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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