Fußball

"Komisches" Gefühl in der EL Wölfe hadern mit Rückspiel im Risikogebiet

imago0047053415h.jpg

Wout Weghorst verschoss im Hinspiel einen Elfmeter.

(Foto: imago images/Poolfoto)

Mit mulmigen Gefühlen sieht man beim VfL Wolfsburg dem Restart in der Europa League in Kiew gegen Schachtjor Donezk entgegen. Im Corona-Risikogebiet Ukraine müssen die Wölfe zwei Tore schießen, um die Niederlage aus dem Hinspiel aufzuholen. Maximilian Arnold erkennt einen "Krieg mit dem Ball".

Maximilian Arnold kletterte am Dienstagmittag im blauen Trainingsanzug mit einem etwas mulmigen Gefühl in die Maschine am Flughafen Braunschweig. Vor dem Achtelfinal-Duell in der Europa League gegen Schachtjor Donezk war dem Mittelfeldstrategen des VfL Wolfsburg überhaupt nicht bange. Vielmehr bereitete dem 26-Jährigen der Austragungsort Kiew Sorgen. Die Ukraine gilt laut dem Robert-Koch-Institut als Corona-Risikogebiet.

Nicht nur Arnold fehlt das Verständnis für die Ansetzung. "Das ist ein bisschen komisch, vor allem, wenn man mitbekommt, was da los ist", sagte er vor dem heutigen Duell (18.55 Uhr/Dazn und im Liveticker bei ntv.de), bei dem es um einen Einzug in das Finalturnier in Nordrhein-Westfalen geht: "Das Team drumherum wird aber alles Menschenmögliche tun, dass wir so wenig wie möglich Kontakt haben."

"Krieg mit dem Ball"

Der VfL hatte bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) Bedenken angemeldet, an der Austragung der Partie in Kiew änderte dies nichts. Und so obliegt es Trainer Oliver Glasner, die Köpfe der Spieler freizubekommen und den vollen Fokus auf die schwierige Aufgabe zu lenken. Die Wölfe müssen einen 1:2-Rückstand aufholen, der aus dem schon beinahe vergessenen Hinspiel im März resultiert. Dafür sei es enorm wichtig, eine "emotionale Bindung" zu dem Wettbewerb aufzubauen, sagte der Coach. Nicht einfach nach ein bisschen Urlaub und einer Kurzvorbereitung seit dem 25. Juli.

Vom "Krieg mit dem Ball" sprach Arnold nach der ersten Einheit, doch den Flugrost haben die Wolfsburger schnell wieder abgeschüttelt und fühlen sich fußballerisch auf Augenhöhe mit dem ukrainischen Meister Donezk, der auch in der Champions League schon für Furore sorgte. Wichtig sei vor allem die Balance, betonte Glasner: "Dass wir jetzt bereits wissen, dass wir mindestens zwei Tore schießen müssen, ändert nichts an unserer Spielweise." Die Personalprobleme könnten da schon größeren Einfluss auf das VfL-Spiel haben. Für die Position des Rechtsverteidigers muss sich Glasner etwas einfallen lassen. Nach dem Langzeitverletzen William fällt auch Kevin Mbabu nach einem positiven Coronatest aus. In der Offensive fehlen zudem Renato Steffen (Gelbsperre) und Admir Mehmedi (Achillessehnenprobleme).

Das ändert aber nichts am Vorhaben der Wolfsburger, beim wohl einmaligen Finalturnier dabei sein zu wollen, der nächste Gegner würde FC Basel oder Eintracht Frankfurt heißen. "Wir wissen, worum es geht", sagte Arnold. Das mulmige Gefühl auf der ungewöhnlichen Dienstreise soll ihn nicht davon abhalten, seiner Arbeit beherzt nachzugehen.

Quelle: ntv.de, Peer Lasse Korff, sid