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Ismaël im Regen von Freiburg.
Ismaël im Regen von Freiburg.(Foto: imago/Pressefoto Baumann)
Sonntag, 06. November 2016

Unterstützung der Mannschaft: Wolfsburg macht Valérien Ismaël zum Chef

Zuletzt sah es so aus, als könnte Interimstrainer Valérien Ismaël nicht dauerhaft Chefcoach des VfL Wolfsburg werden. Doch nun kommt es doch anders. Das liegt an drei Toren und einer Mannschaft, die keine "Trainervernichtungsmaschine" sein will.

Der VfL Wolfsburg hat Valérien Ismaël zum Cheftrainer befördert. Das teilte der Fußball-Bundesligist mit. Sportchef Klaus Allofs sagte, der Klub sei überzeugt, dass der Franzose der Richtige sei. Nach dem 3:0 in Freiburg am Samstag hatte sich die Mannschaft für Ismaël eingesetzt. Angeführt von Ricardo Rodriguez rannten die Profis nach dem Treffer zum 3:0-Endstand gemeinsam zu ihrem zu diesem Zeitpunkt noch Interimstrainer und herzten den Franzosen. Ein bewusst gewähltes Signal für eine Beförderung Ismaëls.

"Die Bilder sprechen für sich", sagte Mario Gomez, der zwei Tore erzielte. "Wir haben schon einen Trainer auf dem Gewissen, wir wollen keine Trainervernichtungsmaschine sein." Mit einem Doppelpack in der 41. und 53. Minute des Nationalstürmers und dem Schlusspunkt von Rodriguez (86.) per Foulelfmeter beendeten die Wolfsburger ihre Talfahrt nach acht Bundesliga-Spielen in Serie ohne Sieg. Auch der erstmals in den Kader der Nationalelf berufene Yannick Gerhardt sprach sich klar für den Ex-Profi Ismaël aus. "Wenn ich es entscheiden könnte, würde ich ihn behalten", sagte der 22-Jährige.

Beantwortet wurde diese Frage schließlich an anderer Stelle: von Geschäftsführer Allofs und der VfL-Führungsebene. Unter der Woche hatte es noch so ausgesehen, als sollte der 41 Jahre alte Ismaël in Freiburg zum letzten Mal hauptverantwortlich auf der Bank sitzen. Schon kursierte der Name Bruno Labbadia in der VW-Stadt. Allofs legte sich auch in Freiburg nicht fest, seine Aussage zu Ismaël klang aber durchaus positiv. "Heute hat die Mannschaft für den Trainer Werbung gemacht, und er hat selbst für sich Werbung gemacht. Das fließt natürlich in unsere Bewertung in den nächsten Tagen ein", hatte der Manager in der ARD-"Sportschau" erklärt. Ismaël konnte oder wollte nach dem ersten Wolfsburger Bundesligasieg unter seiner Leitung zwar nicht bestätigen, dass er auch in knapp zwei Wochen gegen Schalke 04 auf der Bank sitzen wird, sprach aber von einer "klaren Absprache".

Wir sind noch weit weg von 100 Prozent

Wenige Stunden später kam die Bestätigung der Vereinsführung. Der Franzose sei "die beste Lösung", sagte Allofs. Ismaël ist damit Nachfolger von Dieter Hecking, der nach dem siebten Spieltag entlassen worden war. "Ich freue mich, dass ich den Weg mit der Mannschaft, den wir vor zweieinhalb Wochen eingeschlagen haben, weitergehen darf", sagte der 41-jährige. "Ich weiß, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, aber ich bin zutiefst überzeugt, dass das Team zu einhundert Prozent mitziehen wird und wir gemeinsam Erfolg haben werden."

Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Wochen wieder positiv entwickelt. Gewann sie im DFB-Pokal noch glücklich mit 1:0 beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim und brach danach beim 1:2 im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen nach guter ersten Halbzeit ein, zeigte sie in dem sehenswerten Spiel in Freiburg 90 Minuten lang Einsatzwillen und Aggressivität. Auch Gomez kehrt langsam wieder zu früherer Form zurück, schoss seine Pflichtspieltreffer drei und vier seit seinem Wechsel nach Wolfsburg. Der Lohn: Der VfL hat den Relegationsplatz verlassen und steht nach dem zehnten Spieltag zumindest wieder auf Rang 14.

Ismaël hilft es nun auch, dass die Verletztensituation sich etwas entspannt. Zwar fehlte beim SC Freiburg, dessen Serie nach vier Siegen in vier Heimspielen endete, Nationalspieler Julian Draxler mit einem Muskelfaserriss. Dafür waren Christian Träsch und der eingewechselte Daniel Didavi wieder dabei. Prompt holte der Spielmacher den Foulelfmeter zum 3:0 heraus. Dennoch sagte Ismaël: "Wir sind noch weit weg von 100 Prozent. Das ist ein langer Prozess." Diesen kann er nun weiter begleiten und gestalten.

Quelle: n-tv.de