Fußball

St. Pauli ärgert RB ganz spätWuchtiges Traumtor verpasst Werder nächsten Tiefschlag

27.01.2026, 22:29 Uhr
Romano-Schmid-Werder-Bremen-und-Alexander-Prass-TSG-1899-Hoffenheim-kaempfen-um-den-Ball-Bundesliga-SV-Werder-Bremen-v-TSG-Hoffenheim-Weserstadion-am-27-January-2026-in-Bremen-Deutschland-Foto-von-Marco-Steinbrenner-DeFodi-Images-Romano-Schmid-Werder-Bremen-und-Alexander-Prass-TSG-1899-Hoffenheim-battle-for-the-ball-Bundesliga-SV-Werder-Bremen-v-TSG-Hoffenheim-Weserstadion-January-27-2026-in-Bremen-Germany-Photo-by-Marco-Steinbrenner-DeFodi-Images-DFL-regulations-prohibit-any-use-of-photographs-as-image-sequences-and-or-quasi-video
Prass schießt und trifft. (Foto: picture alliance / DeFodi Images)

Die Vorzeichen für Werder Bremen beim Nachholspiel gegen Hoffenheim könnten kaum schlechter sein. Es wird nicht besser: Der kriselnde Fußball-Bundesligist verliert das nächste Spiel. RB Leipzig erzielt derweil erstmals in der Klubgeschichte ein Tor auf St. Pauli - gewinnt aber nicht.

Werder Bremen - TSG Hoffenheim 0:2 (0:1)

Trotz Unterzahl weiter makellos: Die TSG Hoffenheim setzt ihren Höhenflug fort und verschärft Werder Bremens Krise empfindlich. Die Kraichgauer feierten im Nachholspiel an der Weser mit dem 2:0 (1:0)-Sieg ihren vierten Erfolg im neuen Jahr und nehmen die Champions League immer fester in den Blick. Die Hanseaten um den zunehmend angeschlagenen Trainer Horst Steffen rutschen dagegen weiter ab.

Ein Traumtor von Alexander Prass kurz vor der Halbzeitpause (44.) und der zweite Treffer von Grischa Prömel zu einem enorm günstigen Zeitpunkt (54.) brachten das Team von Trainer Christian Ilzer auf Kurs. Kurz vor dem 2:0 hatte Wouter Burger nach Videobeweis wegen groben Foulspiels Rot gesehen (52.), die Bremer konnten den Vorteil aber nicht nutzen.

Schema: Werder Bremen - TSG Hoffenheim 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Prass (44.), 0:2 Prömel (54.)

Bremen: Backhaus - Malatini (76. Topp), Lynen, Coulibaly - Sugawara, Puertas (76. Covic), Deman (59. Mbangula) - Schmid, Stage - Milosevic, Njinmah (59. Grüll); - Trainer: Steffen.

Hoffenheim: Baumann - Coufal, Hranac, Hajdari, Bernardo - Avdullahu - Prömel, Burger, Kramaric (59. Kabak), Prass (90.+6 Akpoguma) - Lemperle (76. Moerstedt); - Trainer: Ilzer.

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Rote Karte: Burger (Hoffenheim) wegen groben Foulspiels (52.)

Gelbe Karten: Milosevic, Stage (4) - Baumann, Bernardo

Zuschauer: 39.500

Die TSG rückt bis auf drei Punkte an den Tabellenzweiten Borussia Dortmund heran und stellt ihren bisherigen Rekord nach 19 Spieltagen mit 39 Punkten ein. So viele Zähler hatte der Klub zu diesem Zeitpunkt bislang nur in der Premierensaison 2008/09 eingesammelt.

Werder wartet dagegen seit mittlerweile neun Partien auf einen Dreier und hat im neuen Jahr erst einen Punkt geholt. Der Druck im nächsten Heimspiel am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach ist für Steffen und sein Team groß. Die Vorzeichen der ursprünglich für den 10. Januar angesetzten und wegen der Witterung abgesagten Partie waren völlig konträr. Werder-Coach Steffen musste immer wieder auf Fragen nach seiner Situation und der sportlichen Krise eingehen. Hinzu kamen Defensivsorgen durch den Ausfall des gesperrten Kapitäns Marco Friedl und dessen angeschlagenem Abwehrkollegen Amos Pieper. Sein Gegenüber Ilzer konnte die wenige Zeit konzentriert nutzen, um sein Team im Flow zu halten.

Die Bundesliga bei RTL+

FC St. Pauli - RB Leipzig

Hier zu den Highlights kurz und lang.

Werder Bremen - TSG Hoffenheim

Hier zu den Highlights kurz und lang.

Das erste Zeichen in der Offensive setzten noch die Bremer durch Justin Njinmah (1.). Die TSG-Elf, die auf drei Positionen verändert begann im Vergleich zum 3:1-Erfolg in Frankfurt, übernahm nach einer ausgeglichenen Anfangsphase zunehmend die Spielkontrolle.

Die Gäste hatten mehr Struktur und individuelle Klasse zu bieten, Bremen hielt mit viel Einsatz dagegen und setzte auf Konter. Nach dem Treffer von Prass ging es für die Werder-Profis mit einigen Pfiffen in die Kabine.

Die Hoffnung, die mit dem Platzverweis aufkeimte, dämpfte Prömel schnell. Der vermeintliche Anschlusstreffer von Romano Schmid wurde wegen Abseits einkassiert (64.). Joker Keke Topp (87./90.+4) hätte noch einmal für Spannung sorgen können, vergab aber jeweils aus aussichtsreicher Lage per Volleyschuss.

FC St. Pauli - RB Leipzig 1:1 (0:0)

Gestolpert beim Kellerkind: RB Leipzig hat im Kampf um die Rückkehr in die Champions League einen überraschenden Rückschlag eingesteckt. Die Mannschaft von Trainer Ole Werner kam am Abend im Nachholspiel beim Abstiegskandidaten FC St. Pauli nicht über ein enttäuschendes 1:1 (0:0) hinaus.

Dabei war Leipzig durch Shootingstar Yan Diomande (66.) zunächst in Führung gegangen und hatte weitere gute Möglichkeiten, doch Martijn Kaars (90.+3) glich für die Kiezkicker am Millerntor in einer packenden Schlussphase noch aus. Er verwandelte einen von David Raum verschuldeten Foulelfmeter.

Leipzig hat damit insgesamt einen holprigen Start ins neue Jahr hingelegt, aus vier Spielen gelangen nur zwei Siege, gerade beim Kellerkind vom Hamburger Kiez haben sich Werner und Co. sicher mehr ausgerechnet. Doch es bleibt dabei: RB kann am Millerntor einfach nicht gewinnen. In der Tabelle ist der Klub auf Platz fünf. St. Pauli steckt als Vorletzter weiter tief im Tabellenkeller fest, kann sich aber nach dem 0:0 zuletzt im Stadtderby immerhin über den zweiten Punktgewinn hintereinander freuen.

"Unser Saisonziel ist klar: Die Qualifikation für das internationale Geschäft. Ich denke, da sind wir sehr, sehr gut im Rennen", hatte Werner vor der Partie, die eigentlich am 10. Januar hätte stattfinden sollen, gesagt. Weil vor zweieinhalb Wochen ein Schneesturm Hamburg lahmlegte, musste die Partie verschoben werden.

Ganz ohne Wetterchaos machte Leipzig mit Diomande gleich Druck, Xaver Schlager traf in der Anfangsphase aber nur den Pfosten (8.). Doch auch St. Pauli versteckte sich gegen den großen Favoriten keineswegs, suchte über den schnellen Ricky-Jade Jones immer wieder mutig den Weg nach vorne.

So entwickelte sich vor 29.147 Zuschauern eine sehr unterhaltsame Partie mit Torraumszenen auf beiden Seiten - allerdings fehlte St. Pauli als auch Leipzig beim Abschluss noch das nötige Glück. Wie etwa bei Jones (23.) oder Antonio Nusa (44.) sowie Romulo Cardoso für Leipzig (45.+2).

Schema: FC St. Pauli - RB Leipzig 1:1 (0:0)

Tore: 0:1 Diomande (66.), 1:1 Kaars (90.+3, Foulelfmeter)

St. Pauli: Vasilj - Ando, Wahl, Mets - Saliakas (87. Ceesay), Sands (76. Irvine), Smith, Pyrka - Sinani (76. Pereira Lage), Jones (67. Kaars), Fujita (76. Rasmussen); - Trainer: Blessin

Leipzig: Gulacsi - Baku, Orban, Bitshiabu, Raum - Seiwald, Schlager, Baumgartner (85. Banzuzi) - Diomande (90.+4 Henrichs), Romulo (64. Harder), Nusa (85. Gomis); - Trainer: Werner.

Schiedsrichter: Florian Exner (Münster)

Gelbe Karten: / - Baumgartner (5)

Zuschauer: 29.147

Die Gäste schienen angesichts der starken Vorstellung von St. Pauli teilweise durchaus beeindruckt zu sein, die Blessin-Elf stemmte sich mit viel Power und Leidenschaft gegen die spielerische Überlegenheit der Leipziger. So entstand Diomandes Treffer auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern nach einer Ecke. Der 19-Jährige kam an der Strafraumgrenze an den Ball, zog wuchtig ab - und vom Rücken von St. Paulis Eric Smith rauschte der Ball unhaltbar ins Tor.

St. Pauli versuchte danach noch einmal alles, Leipzig verteidigte und setzte auf Nadelstiche zur Entlastung - so blieb es bis zum Schluss spannend, ehe Raum den St. Paulianern die Chance zum Ausgleich eröffnete.

Quelle: ntv.de, ses/sid

FußballRB LeipzigFC St. PauliWerder Bremen1899 HoffenheimFußball-Bundesliga