Fußball-WM 2018

"Alkoholinda" im WM-Finale Serben verspotten kroatische Präsidentin

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Der exzessive Jubel von Kolinda Grabar-Kitarovic ruft sehr unterschiedliche Reaktionen hervor.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Kolinda Grabar-Kitarovic sorgt mit ihren extrovertierten Emotionen im Finale der Fußball-WM für heftige Reaktionen. Neben großem Zuspruch muss die kroatische Präsidentin auch viel Spott ertragen. In einem Fernseh-Interview erklärt sie, warum sie so enthemmt feierte.

Am emotionalen Auftreten der kroatischen Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic während der Fußball-WM in Russland scheiden sich noch immer die Geister. "Ich wollte mich nicht zurückhalten", begründete die Präsidentin bei RTL-TV ihr umstrittenes Auftreten nach dem 2:4 im Finale gegen Frankreich am Sonntagabend: "Ich wollte Mensch sein und zeigen, wie sehr wir unsere Heimat und unsere Mannschaft lieben, wie stolz wir sind." Und: "Die Schuhe waren so voll mit Wasser, dass ich fast nicht laufen konnte. Aber den Regen habe ich gar nicht bemerkt, weil mich die Begeisterung fortgetragen hat."

Das Staatsoberhaupt hatte in Moskau zum Teil völlig durchnässt Spitzenpolitiker wie den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und die Spieler ihrer Nationalmannschaft umarmt und getätschelt und sogar den WM-Pokal geküsst. Während zahlreiche Zeitungen die Spitzenpolitikerin für ihre Auftritte loben, schrieb der Kolumnist Tomislav Klauski: "Sie hat jedes Maß verloren. Bei ihr haben die Bremsen versagt. Sie hat ein Spektakel veranstaltet, wo immer sie auftrat." Die größte kroatische Boulevardzeitung "24sata" zitierte heimische Kommunikationsexperten: "Sie hat vergessen, ihre Würde zu bewahren". "Gut, dass (nach dem WM-Finale) Regen einsetzte, sonst hätte sie auch noch die Balljungen geküsst", merkte ein Kommentator des nationalen Fernsehens an.

"Unwiderstehlich oder beschwipst?"

Noch viel negativer berichteten die Zeitungen im Nachbarland Serbien, das traditionell durch Krieg und Geschichte ein gespanntes Verhältnis zu Kroatien hat. "Unwiderstehlich oder beschwipst?", fragte die prominente Zeitung "Blic". "Die betrunkene Kolinda war ein größerer Stern als die 'Karierten' (die Nationalmannschaft)", schrieb die Boulevardzeitung "Informer". Im weit verbreiteten Blatt "Kurir" lautete die Überschrift knapp: "Alkoholinda".

Viele freundliche Worte gab es dagegen in den Sozialen Medien, weil sie sich eben nicht - anders als Russlands Präsident Wladimir Putin - bei der Siegerehrung versteinert und ausdruckslos unter einen Schirm stellte, sondern fröhlich lachend im Regen stand. Die "Bild" titelte angesichts der ungewöhnlichen Bilder: "Die irre Show von Kroatiens Knutsch-Präsidentin." Der frühere deutsche Nationalspieler Christoph Metzelder twitterte: "Die Präsidentin herzt ihre Spieler wie eine wirkliche (Landes-)Mutter."

Quelle: n-tv.de, tno/dpa

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