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Da ist das Ding!
Da ist das Ding!(Foto: REUTERS)
Dienstag, 15. Juli 2014

"Großkreutz, rück den Döner raus": Weltmeister feiern ausgelassen mit Fans

Ein triumphaler Empfang für den Weltmeister: Rund eine halbe Million Menschen jubeln der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Brandenburger Tor zu. Das Team präsentiert den WM-Pokal - und lockere Sprüche. Der größte deutsche Schlagerstar liefert das Weltmeister-Ständchen.

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Rund eine halbe Million Fußballfans haben ihren WM-Helden bei der Rückkehr aus Brasilien einen weltmeisterlichen Empfang bereitet. Als das Trainer-Team um Joachim Löw um 13.02 Uhr bei bestem Wetter die Hauptbühne der Berliner Fanmeile am Brandenburger Tor betrat und die Welle anstimmte, brach ein ohrenbetäubender Jubel aus. "Es ist fantastisch, was für einen Empfang uns die vielen Menschen hier bereiten", sagte Bastian Schweinsteiger."

"Wir haben die Bilder aus Deutschland mitbekommen, wie die Fans mitgefiebert und mitgejubelt haben. Ohne Euch wären wir nicht hier. Wir sind alle Weltmeister", sagte Bundestrainer Löw unter dem Jubel der Fans. Auf die Frage nach seiner Zukunft wich er jedoch aus.

Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Die Spieler präsentierten sich in der WG-Besetzung aus dem Campo Bahia - und hatten sich für die Fans etwas Besonderes einfallen lassen. "So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so", sangen Miroslav Klose, André Schürrle, Shkodran Mustafi, Mario Götze, Roman Weidenfeller und Toni Kroos, als sie tief gebückt auf die Bühne liefen. Daraufhin richteten sie sich auf: "So gehen die Deutschen, die Deutschen, die gehen so." Einen Witz auf Kosten von Kevin Großkreutz erlaubte sich Julian Draxler: "Großkreutz, rück den Döner raus!", sang der Schalker. Sein Dortmunder Kollege hatte vor der WM mit einigen Eskapaden für Schlagzeilen gesorgt - unter anderem soll er einen Döner auf einen Fan geworfen haben.

Fanmeile macht dicht

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Die Spieler trugen schwarze T-Shirts mit einer großen weißen Eins auf der Vorderseite. Viele von ihnen wie Final-Siegtorschütze Mario Götze verdeckten ihre müden Augen hinter einer dunklen Sonnenbrille. Sie schossen mit ihren Handys Erinnerungsfotos und twitterten fleißig. Mesut Özil schrieb: "Zurück im Land der Weltmeister." Die Fans stimmten immer wieder den Evergreen "Oh, wie ist das schön" an.

Den Höhepunkt der Show lieferte Helene Fischer. Sie hatte ihren Erfolgssong "Atemlos durch die Nacht" extra für die Siegesfeier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft umgetextet. Statt der Textzeile "Spür', was Liebe mit uns macht" sang sie "Spür', was Fußball mit uns macht". Die Weltmeister bildeten zunächst einen Kreis um Fischer und tollten dann in einer Polonaise über die Festbühne. Das Lied war bei der WM in Brasilien einer der Favoriten des DFB-Teams. Die Mannschaft hielt danach ein Riesen-Banner mit der Aufschrift "Obrigado Fans! Der vierte Stern ist unser!" in die Höhe.

Die Fanmeile hatte bereits in den Morgenstunden einen gewaltigen Ansturm erlebt. Deutschlands größte Party-Zone öffnete um 6.00 Uhr ihre Tore, keine zwei Stunden später mussten die ersten Einlasskontrollen wegen Überfüllung geschlossen werden. Schon vor 11.00 Uhr war die Fanmeile dann voll besetzt.

Panne vor dem Abflug

Die Weltmeister waren um 10.08 Uhr war das Team von Bundestrainer Joachim Löw mit der Sondermaschine LH 2014 mit der Aufschrift "Siegerflieger" auf dem Flughafen Berlin-Tegel gelandet. Anschließend bestieg der DFB-Tross einen schwarzen Weltmeister-Truck mit den vier goldenen Sternen und der Aufschrift "1954, 1974, 1990 2014!", um zur Fanmeile zu fahren. Der Truck mit dem Kennzeichen "CHAMPIONS" kam nur schleppend voran, weil Zehntausende Fans die Straßen säumten, um ihren Lieblingen auf dem offenen Deck zuzujubeln. Am Brandenburger Tor angekommen, trugen sich die Weltmeister ins Goldene Buch der Stadt ein.

In Brasilien hatten die Spieler den Erfolg bei einer Party in Rio de Janeiro gefeiert - den gut elfstündigen Flug nutzten sie teilweise auch für einen "Erholungsschlaf", wie es Bayern-Profi Schweinsteiger formulierte. "Zurück im Land des Weltmeisters", twitterte Mesut Özil unmittelbar nach dem Aussteigen. Hunderte Fans feierten das Team nach stundenlangem Warten auf der Besucherterrasse.

Der Sonderflug hatte Rio erst mit zweistündiger Verspätung verlassen, weil ein Gepäckwagen die Maschine berührt hatte - es wurde aber nur ein Lackschaden festgestellt. Während des Flugs war DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock mit dem Goldpokal durch den Jumbo gegangen und hatte die Trophäe den Fans, Familien und Freunden der Nationalmannschaft präsentiert.

Vor der Landung hatten die Weltmeister mit einem Abstecher über die Berliner Fanmeile die vielen Fans am Brandenburger Tor gegrüßt. Der Jumbo flog in der Berliner Innenstadt mit einer Sondergenehmigung nur mehrere hundert Meter über den Massen Richtung Flughafen Tegel und wackelte als Zeichen des Grußes mit den Tragflächen.

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Quelle: n-tv.de