Olympia

So läuft der 15. Olympiatag Eine Rückkehr und der Abschied einer Großen

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Claudia Pechstein ist wohl zum letzten Mal in ihrer großen Karriere eine aktive Olympionikin.

(Foto: imago images/Laci Perenyi)

Es liegt wieder deutsches Gold in der Luft - oder genauer: im Eiskanal, dieser deutschen Goldmine. Die Bob-Pilotinnen können bei den Olympischen Spielen gleich mehrfach Edelmetall holen. Auf dem Eis nimmt eine ganz Große Abschied. Vielleicht.

Bob: Was dem Niederländer sein Eisoval ist, ist dem Deutschen sein Eiskanal: Während die Eisschnelllaufwettbewerbe in Oranje erscheinen, sind die Schlitten- und Rodel-Athleten der deutschen Olympiamannschaft nahezu unschlagbar, wenn es auf Eis bergab geht. Sechs Goldmedaillen gab es bisher im Rodeln, beim Skeleton und im Zweier-Bob der Männer. Nun wollen die deutschen Bob-Pilotinnen nachziehen: Ab 13 Uhr (ARD und im Liveticker auf ntv.de) geht es nach dem Dreifach-Erfolg der deutschen Männer um die nächsten Medaillen für die deutsche Mannschaft. Und es sieht gut aus: Nach den ersten beiden Läufen führt Laura Nolte vor Mariama Jamanka. Kim Kalicki liegt ebenfalls in Reichweite einer Medaille: Die Wiesbadenerin, ihren Schlitten Francesco Friedrich für dessen spätere Goldfahrt zur Verfügung gestellt hatte, geht als Sechste in die beiden entscheidenden Läufe.

Bevor es bei den Frauen um Medaillen geht, wollen sich die Männer im Vierer eine gute Ausgangsposition fürs Finale am Sonntag sichern: Ab 2.30 Uhr steigen die Piloten für ihre ersten beiden von vier Läufen in ihre Schlitten.

Eisschnelllauf: Mit aller Vorsicht: Ab 8 Uhr geht die große olympische Karriere der Claudia Pechstein zu Ende. Die fünfmalige Olympia-Siegerin, die bis zur sechsten Goldmedaille der Rodlerin Natalie Geisenberger Deutschlands Rekordolympionikin war, wird im Massenstart ihren letzten Wettkampf bei Olympischen Spielen bestreiten. Drei Tage vor ihrem 50. Geburtstag. Zu den Favoritinnen gehört Deutschlands Fahnenträgerin von der Eröffnungsfeier 30 Jahre nach ihrem olympischen Debüt nicht. Natürlich nicht.

Aber das Dabeisein ist ja manchmal tatsächlich alles. Auch, wenn beim Massenstart viel passieren kann. "Das stimmt zwar, aber trotzdem bin ich Realist und sage, dass ich keine Olympia-Medaille mehr holen kann", betonte die Berlinerin, die 1992 im französischen Alpenort Albertville ihr Olympia-Debüt gefeiert hatte. "Dass ich jetzt nicht mehr um Medaillen mitlaufen kann", sagte sie schon im vergangenen Winter RTL/ntv, sei "überhaupt nicht schlimm, und das war es noch nie. Wenn man sein Bestes gibt, ist alles gut, und wenn andere besser sind, dann ist das so. Du kannst keine Siege abonnieren, und es ist gut, dass das im Sport nicht funktioniert."

Ob es wirklich ihr letztes olympisches Rennen ist, ließ Pechstein bisher noch offen. "Als wir für Peking eingekleidet wurden, haben einige Kollegen auch schon gesagt: Auf Wiedersehen in vier Jahren! War aber vielleicht auch nur positiv gemeinter Galgenhumor", sagte Pechstein vor der Abreise nach China der Wochenzeitung "Die Zeit". "Jetzt fahren wir erst mal nach Peking, danach feiere ich meinen 50. Geburtstag, und über alles andere reden wir dann, okay?" Die nationale Konkurrenz hatte Pechstein auch in ihrem 50. Lebensjahr deutlich im Griff.

Ski alpin: Zwei bittere vierte Plätze, aber nichts Zählbares: Die olympische Bilanz des deutschen alpinen Skiteams ist bisher reich an Frust, aber arm an Medaillen. Eine letzte Chance auf Edelmetall bietet der Team-Wettbewerb (ab 4 Uhr). Und auf den haben die Deutschen richtig Lust: "Wir sind alle gut drauf, die Stimmung ist gut. Wir haben uns super vorbereitet und sind jetzt nochmal heiß", kündigte die Slalom-Vierte Lena Dürr an. "Wir freuen uns jetzt brutal auf unseren Abschlusswettkampf." Bei der WM in Cortina d'Ampezzo vor einem Jahr hatten die Deutschen im Teamevent überraschend Bronze geholt.

Im Teamevent treten Frauen und Männer jeweils in Parallelrennen für ihr Team gegeneinander an. Man wolle nach den Enttäuschungen der letzten Tage nochmal "angreifen", sagte Linus Straßer, der ebenso wie Dürr zum Stammpersonal des deutschen Teams gehören dürfte. Die Parallelrennen seien aber "eine ganz eigene Veranstaltung. Da ist alles drin: von erster Runde ausscheiden bis Medaille." Favoriten sind allerdings andere: Österreicher natürlich, aber auch die USA. Für die kämpft wohl Superstar Mikaela Shiffrin um ihr ganz persönliches Happy End dieser für sie so bitteren Spiele.

Langlauf: 50 gnadenlose Kilometer liegen zum Abschluss ihrer Wettkämpfe vor den Langläufern. Aus deutscher Sicht gibt es keine großen Ambitionen, aber ein spezielles Ziel: "Wir möchten einfach, dass unsere Jungs a Gaudi haben, dass sie a Spaß haben", sagte Teamchef Peter Schlickenrieder mit Blick auf die ewige Tortur bei mutmaßlich zweistelligen Minusgraden. "Jeder, der noch gehen kann und noch eine Akkreditierung hat, den brauchen wir an der Strecke." Zur Berufung des 21 Jahre alten Friedrich Moch ins Aufgebot sagte der 52-Jährige: "Auf dass ihm - gemäß unserem Spruch 'mit jedem 50er bekommt man ein Brusthaar' - ein Brusthaar wächst." Die "Gaudi" im freien Stil startet um 7 Uhr.

Curling: Gelingt den Curling-Männern Großbritanniens (ab 7.05 Uhr) der erste Olympiasieg seit beinahe 100 Jahren? 1924 hatten sie bei der olympischen Premiere des Wettbewerbs gewonnen. Beim zweiten Finale 2014 setzte es eine Niederlage gegen Kanada. Nun also der nächste Versuch. Gegner Schweden greift nach der ersten Goldmedaille. 1924 war man der Endspielgegner der Briten, auch 2018 gab es "nur" Silber. In einem spannenden Halbfinale hatten die Skandinavier im letzten End von einem Aussetzer des kanadischen Skips profitiert - und zogen so mit einem 4:3 ins Endspiel ein. Deutsche Teams hatten sich für die olympischen Curling-Wettbewerbe nicht qualifizieren.

Quelle: ntv.de, ter

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