Brisantes DuellGruß an Trump: Fans müssen Grönland-Flagge bei USA-Spiel einpacken

Donald Trumps Griff nach Grönland ist auch bei den Olympischen Spielen Thema: Beim Eishockey-Duell der USA mit Dänemark taucht auf der Tribüne die Flagge der Insel auf, die sich der US-Präsident gerne einverleiben würde.
Lettische Curling-Fans aus Deutschland haben mit einer Grönland-Flagge bei einem Eishockeyspiel der USA während der Olympischen Winterspiele in Mailand für Aufsehen gesorgt. Das Ehepaar hielt bei der politisch brisanten Partie der Amerikaner gegen Dänemark mehrfach die große weiß-rote Fahne hoch. "Als Europäer war es für uns wichtig, dieses Symbol zu zeigen als Symbol der europäischen Einheit, dass wir Grönland unterstützen", sagte Alexander Kalnins der Nachrichtenagentur AP. Dem Bericht zufolge wohnen beide in Deutschland.
Nach eigenen Angaben wurden sie von Personal in der Halle aufgefordert, die Fahne nicht länger zu zeigen. "Er sagte, dies sei aus Sicherheitsgründen, weil es aggressive amerikanische Menschen geben könnte", sagte Kalnins. Die beiden kamen der Aufforderung nach. "Ich denke, die Botschaft ist angekommen", sagte Kalnins, die Flagge war zeitweise auch im Fernsehbild zu sehen.
"Wollten nur ein Spiel gewinnen"
Grönland nimmt als Territorium, das zu Dänemark gehört, nicht mit einem eigenen Team an Olympia teil. Athletinnen und Athleten aus Grönland, wie die Geschwister Ukaleq und Sondre Slettemark im Biathlon, gehören zum dänischen Team. In den Richtlinien zur Eröffnungsfeier auf der offiziellen Olympia-Internetseite steht, dass Fans nur Flaggen von Ländern und Territorien, die an den Spielen teilnehmen, mitbringen dürfen.
US-Präsident Donald Trump hatte zeitweise mit Strafzolldrohungen einen Verkauf der Arktisinsel an sein Land erzwingen wollen. Sein Vorgehen begründete er mit der Behauptung, dass das zu Dänemark gehörende Territorium sonst nicht vor Russland und China sicher sei. Mittlerweile laufen die Gespräche auf einer deutlich gemäßigteren Ebene.
Für die Spieler spielte die politische Beziehung der beiden Länder nach eigener Aussage keine Rolle. "Wir haben es nicht mal erwähnt", sagte der dänische Kapitän Jesper Jensen Aabo. "Wir wollten nur ein Hockey-Spiel gegen ein Weltklasse-Team gewinnen." Die favorisierten Amerikaner setzten sich in der Partie in der deutschen Vorrundengruppe mit 6:3 durch.
"Werden Eishockey beenden"
Trump nutzt Eishockey gerne, um seinen politischen Kurs zu befeuern. Vor einem Duell des US-Teams gegen den Erzrivalen Kanada im vergangenen Jahr provozierte der US-Präsident: "Ich werde heute Morgen unsere großartige amerikanische Eishockeymannschaft anrufen, um sie zum Sieg heute Abend gegen Kanada anzuspornen, das mit viel niedrigeren Steuern und viel stärkerer Sicherheit eines Tages, vielleicht schon bald, unser geschätzter und sehr wichtiger 51. Staat werden wird." Das Spiel ging verloren.
Erst in der vergangenen Woche sorgte Trump für Fassungslosigkeit, als er mit Blick auf Handelsabkommen zwischen Kanada und China verkündete: "Das erste, was China tun wird, ist, den gesamten Eishockeysport in Kanada zu beenden und den Stanley Cup dauerhaft abzuschaffen." Über chinesische Pläne, das kanadische Eishockey und die Meisterschaft in der NHL betreffend, ist über Trumps Tirade hinaus nichts bekannt.