Olympia

So läuft der 13. Olympiatag Was kommt nach dem Sensationstag?

Victoria Carl (r) und Katharina Hennig feiern auf dem Podium.

Die Langläuferinnen Victoria Carl und Katharina Hennig holten sensationell Gold im Teamsprint.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Mit der sensationellen Goldmedaille der Langläuferinnen und Bronze im Biathlon feiert die deutsche Olympiamannschaft einen überraschend erfolgreichen Mittwoch. Am Donnerstag gibt es eine große Medaillenhoffnung, die am Ende eine lange bittere Geschichte vergolden kann.

Eiskunstlauf Einzel Frauen: Die Olympischen Winterspiele von Peking werden auf ewig mit der Geschichte von Kamila Walijewa verbunden bleiben: Erst produziert die 15-Jährige im Teamwettbewerb einen großen olympischen Moment, weil sie als erste Frau überhaupt in einem olympischen Programm zwei Vierfach-Sprünge steht. Doch nur Stunden später lernt die Sportwelt Walijewa als Gesicht eines komplizierten, unappetitlichen mutmaßlichen Dopingfalls kennen. Um den Start im Einzel wird am grünen Tisch gerungen, ihre Ergebnisse sind bis zu einer nacholympischen Hauptverhandlung vorläufig. Deshalb wird es keine Medaillenzeremonie geben, sollte Walijewa in der Kür ihre Führung aus dem Kurzprogramm verteidigen können. So oder so: Walijewa steht unter einem gewaltigen psychischen Druck, dem sie im Kurzprogramm mit einer beeindruckenden Leistung trotzte. In der Heimat wird sie von Medien und Politik gefeiert, ihre sportlichen Leistungen begeisterten die internationalen Experten. Die deutsche Meisterin Nicole Schott war nach dem Kurzprogramm 14. Der Wettkampf startet um 11 Uhr (ARD und im Liveticker auf ntv.de).

Eishockey: Bei den Frauen ist das Endspiel des olympischen Eishockey-Wettbewerbs eine rein nordamerikanische Angelegenheit: Ab 5.10 Uhr treffen die USA und Kanada aufeinander. Überraschend ist das nicht: Seit Frauen-Eishockey 1998 olympisch wurde, hat der viermalige Olympiasieger Kanada das Endspiel noch nie verpasst. Vor vier Jahren in Pyeongchang hatten allerdings die US-Frauen das Finale gewonnen. Das US-Team hatte nur 2006 in Turin das Endspiel verpasst. Die Kanadierinnen hatten ihr Halbfinale gegen die Schweiz mühelos mit 10:3 (5:1, 3:2, 2:0) gewonnen. Etwas mehr Mühe hatte später der Olympiasieger von 2018, die USA, beim 4:1 (0:0, 2:0, 2:1) gegen Finnland. Die deutsche Mannschaft hatte sich nicht für Olympia qualifiziert.

Eisschnelllauf: 14 Medaillen haben die Niederlande in Peking bislang gesammelt, das reicht für Platz sechs im Medaillenspiegel. Ohne die Eisschnellläufer und Shorttracker würde es allerdings traurig aussehen: Außerhalb des Eisstadions gab es nur die Bronzemedaille von Kimberley Bos im Skeleton. Die Niederlande sind im Eisschnelllauf eine Macht und wollen auch über die 1000 Meter der Frauen wieder was für die Medaillenausbeute tun: Ab 9.30 Uhr gilt Jutta Leerdam als Mitfavoritin. Deutsche Starterinnen konnten sich nicht für die wilde Rundenjagd qualifizieren.

Nordische Kombination: Gibt es ein goldenes Happy End für den Pechvogel Eric Frenzel? Der dreimalige Olympiasieger hatte die Olympischen Spiele von Peking bisher vor allem in Quarantäne verpasst - und das unter schwierigen Bedingungen. "Das war schon ein recht großer Schock, als ich hier angekommen bin. Das war nicht das erwartete Hotel. Die Tapeten kamen leicht von den Wänden. Das war schon sehr ernüchternd", beschrieb Frenzel die erste Quarantäne-Einrichtung, die er dann wieder verlassen durfte. Nun kann er aber doch noch einmal eingreifen und auf Medaillenjagd gehen: Dank rechtzeitiger Freitestung ist Frenzel Teil der Kombinierer-Mannschaft, die im Teamwettbewerb als Mitfavorit an den Start geht. Ab 9 Uhr wird zunächst von der Großschanze gesprungen, anschließend geht es um 12 Uhr für 4x5 Kilometer in die Loipe. Neben Frenzel nominierte Bundestrainer Hermann Weinbuch Olympiasieger Vinzenz Geiger, Manuel Faißt und Julian Schmid. Der zweifache Olympiasieger von Pyeongchang, Johannes Rydzek, wurde nicht ins Team berufen.

Ski alpin: Bekommt der unglückliche Superstar des Skisports doch noch die Wende zum Guten hin? Mikaela Shiffrin gehört in der alpinen Kombination, in der sie 2018 Olympia-Silber und 2021 WM-Gold holte, zu den Favoritinnen. "Lektion Nummer eins, die viele Leute bei den Olympischen Spielen lernen, ist, dass es keine Garantie für irgendwas gibt", sagte Shiffrin, die populärste Skifahrerin der Welt, die im Riesenslalom und Slalom als Gold-Kandidatin jeweils früh ausgeschieden war. In den Speeddisziplinen Super-G und Abfahrt, die ihr weniger liegen, fuhr sie auf die Plätze 9 und 18. "Jeden Tag, an dem ich auf diese Strecke gehe, habe ich das Gefühl, einen soliden Lauf runterbringen zu können. Das gibt mir die Chance, in meinem Kopf ein bisschen ruhiger zu werden", so Shiffrin über die Abfahrtspiste am Xiaohaituo Mountain, die darüber entscheiden dürfte, ob sie im Slalom der Kombination überhaupt eine Chance auf den Sieg bekommt. Ab 7 Uhr fällt die Entscheidung im Slalom. Deutsche Starterinnen sind nicht dabei.

Ski Freestyle: Daniela Maier stand in dieser Saison schon auf dem Podest - das bei Olympia zu wiederholen, ist ein Traum der Skicrosserin. Ab 4.30 Uhr gilt es für sie und die zweite deutsche Starterin Johanna Holzmann zunächst einmal, gut durch die Läufe zu kommen. Dominatorin Sandra Näslund aus Schweden ist auch in Peking die klare Favoritin, sie gewann die letzten sechs Weltcups. Aber der erste Test des deutschen Freestyle-Teams führte zu einem positiven Fazit. "Die Strecke ist nicht einfach, aber auch nicht gefährlich", sagte der sportliche Leiter Heli Herdt: "Keiner muss Angst haben, dass er sich weh tut." Zugleich will er die Erwartungen nicht allzu hoch ansetzen: "Das Podest kann man nicht erzwingen. Wenn jeder das Beste gegeben hat und es dann die Top Acht werden, sind wir auch zufrieden."

Quelle: ntv.de, ter/ara

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