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Der EM-Auftakt im Re:Live Deutschland kämpft sich zu deutlichem Erfolg

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EM-Auftakt in Trondheim: Der Deutsche Patrick Wiencek in Aktion.

(Foto: via REUTERS)

Bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft sagen sie: Bei der EM soll eine Medaille her, Torwart Andreas Wolff hat sogar "nur den einen Anreiz: das Turnier gewinnen zu wollen". Beim Auftakt gegen die Niederlande tut sich das Team aber schwer. Hier gibt´s den Auftakt zum Nachlesen.

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19.55 Uhr: Fazit: Glanzloser Auftakt für die Prokop-Truppe. Der Außenseiter kann den großen Favoriten, der doch so viel vorhat in diesem Turnier, mehr ärgern, als zu erwarten war. Vor allem mit dem Mittelmann Luc Steins, der über die gesamte Spieldauer beinahe jede Aktion der Niederländer einleitete, machte mit schnellen Beinen, großer Dynamik und viel Überzeugung in den Einzelaktionen der deutschen Abwehr das Leben schwer. "Der wackelt nicht nur an, der möchte den Durchbruch", analysierte Prokop hinterher am ZDF-Mikrofon anerkennend.

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Und so wurde Andreas Wolff, der am Ende zwölf Paraden (41% gehaltene Bälle) zu Buche stehen hatte, zu einem großen Faktor. Den eigentlich gefährlichen Außen der Niederländer zog er beinahe völlig den Zahn. Dank starker Paraden erlaubte der Profi von KS Kielce dem DHB-Team Mitte der zweiten Hälfte, sich endlich entscheidend abzusetzen. Ein 7:0-Lauf brachte dann die Entscheidung. "Ein typisches Auftaktspiel", sagte Wolff entspannt im ZDF und freut sich jetzt auf Spanien (Samstag, 18.15 Uhr live in der ARD und im Liveticker auf ntv.de)Und da gilt, was Kai Häfner vorgibt: "Wir müssen in allen Belangen was drauflegen, sonst wird das nichts." Für Deutschland trafen Jannik Kohlbacher und Kai Häfner jeweils fünfmal.

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Abpfiff: Und Schluss. Durchatmen. Der zweifache Europameister gewinnt gegen den EM-Neuling am Ende deutlicher, als man es zur Halbzeit erwarten durfte. Die Punkte sind im Sack, das zählt für den Moment. Und die deutschen Spieler sind nicht unzufrieden, die Stimmung ist gut. "Man of the Match" ist übrigens Luc Steins. Das kann man schon so sehen.

59. Minute, 34:23: Dieser Luc Steins nervt die Deutschen bis zur letzten Sekunde. Für einen weiteren Treffer reicht es aber nicht mehr. Deutschland gewinnt 34:23.

58. Minute, 33:23: Das Ergebnis stimmt. Erst trifft Patrick Zieker ganz nüchtern, dann netzt Weber ins leere Tor ein.  Enttäuschend: 4.000 Zuschauer sind da, 9.000 passen rein in Trondheim. Wahnsinnig stimmungsvoll war dieses Auftaktspiel in keiner Hinsicht.

56. Minute, 31:22: Der deutsche Rückraum besteht derzeit aus Schmidt, Michalczik und Weber. Diese Formation wird man in diesem Turnier sicher nicht allzu oft sehen, wenn es hier um mehr geht, als um die Höhe des Auftaktsieges.

55. Minute, 30:22: Nach einem Zweikampf herzt Kohlbacher Luc Steins. Die Deutschen werden froh sein, wenn sie diesen kleinen Wirbelwind nicht mehr verteidigen müssen. Bitter führt sich derweil mit einem gehaltenen Tempogegenstoß ein.

53. Minute, 30:21: Die Kräfte bei den Niederländern sind weg, das macht es vor allem in der Offensive einfacher für die deutsche Mannschaft. Der eingewechselte Leipziger Philipp Weber bedient Kohlbacher, der trifft. Und hinten steht jetzt Rückkehrer Jogi Bitter im Kasten.

51. Minute, 29:19: Wer hätte das vor ein paar Minuten gedacht: Deutschland führt deutlich, glänzt ein bisschen und erzielt einfache Tore. Erst kombiniert man sich zu einem Treffer ins verwaiste Tor (Wiencek), dann klingelt es gleich schon wieder.

49. Minute, 27:19: Jetzt wird es wieder deutlich. Kühn läuft ein und trifft. Dann bedient der für den angeschlagenen Drux auf der Mitte spielende Marian Michalczik Rechtsaußen Kastening - und der trifft. "Geht voll aufs Tor und rennt schnell zurück", sagt Prokop seiner Mannschaft in der Auszeit. Handball kann manchmal einfach sein.

47. Minute, 25:19: Sechs Tore Vorsprung. Häfner bedient Kohlbacher per No-Look-Pass. Dann frisst Wolff den Niederländischen Rechtsaußen einfach auf. Und vorne trifft wieder Häfner. Wenn er nicht gerade wechseln musst, liefert der ehemalige Hannoveraner ein starkes Spiel ab.

46. Minute, 23:19: Steins. Erst macht er das Tor, dann lässt er im nächsten Angriff Wiencek alt aussehen, der für einen leichten Stoß zwei Minuten kassiert. Wolff aber hält.

45. Minute, 22:18: Siebenmeter. Reichmann. Tor.

44. Minute, 21:18: Wieder lässt sich die deutsche Abwehr von Luc Steins düpieren. Wie in der Vorbereitung beschrieben: Das sind 172 unangenehme Zentimeter für die deutschen Abwehrspieler.

42. Minute, 21:17: Bei den Niederländern steht jetzt Gerrie Eijlers im Tor. Der Mann ist 39 Jahre alt. Und hält direkt den ersten Wurf gegen Jannik Kohlbacher vom Kreis. Aber auch mit 28 kann man Bälle halten, Andreas Wolff macht es vor. Vorne trifft dann Reichmann per Siebenmeter.

41. Minute, 20:17: Dani Baijens trifft per Hüftwurf. Das war stark, aber Kohlbacher hätte ihn verhindern müssen.

41. Minute, Auszeit: "Wir gestatten denen kein Tempotor", ist die Forderung des Bundestrainers in der Auszeit. Wir schauen uns das an. Einen Schmunzler liefert der Bundestrainer, dem partout der Name seines rechtsaußens nicht einfallen wollte. "Äh... Wie heißt du? ... Timo, ja." Ist aber auch schwer.

40. Minute, 20:16: Läuft das hier wie in der ersten Halbzeit? Nach nervösem Beginn kann sich die deutsche Mannschaft wieder absetzen. Häfner trifft schön in den Winkel. Tor Nummer vier für den Linkshänder. In der Abwehr wird Häfner nicht mehr eingesetzt.

39. Minute, 19:16: In Überzahl schließt erst Kastening schlecht ab und dann verliert die deutsche Mannschaft hinten die Übersicht: Steins trifft vom Kreis. Kai Häfner stellt vorne aber den alten Vorsprung schnell wieder her.

37. Minute, 18:15: Einfaches Tor aus dem Rückraum, das tut auch mal gut. Fabian Böhm zieht von seiner linken Seite rüber und trifft ins lange Eck. Und direkt danach entschärft Wolff den zweiten Wurf in Folge. Der Torwart ist heute schon ein überraschend wichtiger Faktor. Acht Paraden, 40% gehaltene Bälle stehen schon in der Statistik.

35. Minute, 17:15: Erst lässt Timo Kastening eine gute Chance liegen, dann klaut er im folgenden Angriff den Niederländern den Ball - und trifft doch noch.

34. Minute, 16:15: Interessant: Die Niederländer kommen gar nicht so sehr über das Gegenstoßspiel, wie erwartet. Dafür macht es ihnen die deutsche Mannschaft etwas zu einfach, wenn sie gegen die kleinen Rückraumspieler verteidigt. Ärgerlich: Kai Häfner erhält seine zweite Zwei-Minuten-Strafe - für einen Wechselfehler. Nach der dritten ist Feierabend für den Melsunger. Außerdem gibt es einen Siebenmeter. Kay Smits bringt die Niederlande mit seinem siebten Treffer auf 15:16 ran.

33. Minute, 16:14: Eben noch der Torschütze, jetzt schon der Sünder: Jannik Kohlbacher stößt in den Rücken und muss von der Platte. Der allgegenwärtige Luc Steins, der unheimlich oft am Ball ist, trifft in Überzahl zum 14:16.

31. Minute, 16:13: Weiter gehts. Jannik Kohlbacher eröffnet die zweite Hälfte mit dem 16:13.

Halbzeit: Deutschland geht mit einer Zwei-Tore-Führung in die Halbzeit. Das ist überraschend wenig und das wird auch dem Bundestrainer nicht gefallen. Nach einer nervösen Anfangsphase wurde das Team stärker, setzte sich schnell bis auf sechs Tore ab - dann sah Kapitän Uwe Gensheimer eine berechtigte Rote Karte und seinen Kollegen kamen Emotionen, Dynamik und Überzeugung abhanden. Ein zäher Auftakt, der bisher noch nicht dazu einlädt, Energie für ein langes Turnier zu sparen. Hier fehlt noch etwas die Überzeugung, außerdem hat man sich hier zu oft in einen offenen Schlagabtausch verwickeln lassen. Der EM-Debütant weiß, dass er hier nichts reißen kann, wenn die Abwehr steht. Also gehen sie voll auf jede Lücke - mit Überzeugung.

Die Niederländer haben übrigens jetzt schon mehr Treffer erzielt, als beim bis heute letzten Duell mit der deutschen Mannschaft. Das endete im Januar 1991 mit 22:11.

29. Minute, 15:13: Erst hält Wolff stark, dann landet der Abpraller bei Toon Leenders. Tor.

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28. Minute, 14:12: Und noch eine Parade von Andreas Wolff, der Europameister von 2016 hält aus kürzester Distanz. Deutschland tut sich im Angriff erst schwer, dann tankt sich Böhm durch und stellt vom Kreis wieder auf drei Tore Führung.

25. Minute, 13:11: Und da ist der Anschlusstreffer. Kay Smits trifft. Das ist unnötig. Die Spanier, die im Anschluss spielen und sich das Spiel anschauen, dürfte das nicht beeindrucken. Immerhin: Tobias Reichmann trifft zum 13:11. In der Abwehr ist Wiencek zurück. Und Wolff hält.

23. Minute, 12:10: Fehlwurf Schmidt, schneller Angriff Niederlande, Tor. Deutschland muss wieder deutlich mehr zeigen. Stürmerfouls - wie jetzt von Michalczik - helfen nicht.

22. Minute, Auszeit: Auszeit für Deutschland, Prokop will sortieren. Dynamik, Spieltempo und Überzeugung will der Bundestrainer sehen. Schmidt und Fabian Böhm haben im nächsten Spielzug was vor.

21. Minute, 12:9: Der Noch-Leipziger Marian Michalczik bildet jetzt mit Pekeler den Mittelblock. Das ändert nichts daran, dass die Niederländer nicht vorbei kommen. Pech für Deutschland: Der Ball prallt vom Block zu Jeffrey Boomhouwer - und der trifft.

19. Minute, 12:8: Der erste Wurf bei einem Pflichtspiel im DHB-Dress, das erste Tor: Läuft bei David Schmidt. Hinten trifft Kay Smits per Siebenmeter.

18. Minute, 11:7: Gensheimer sitzt auf der Bank, dafür wird gleich Patrick Zieker kommen. Unterdessen trifft Julius Kühn zum 11:7. Danach muss Kai Häfner für zwei Minuten von der Platte. Gegen nur noch vier deutsche Abwehrspieler trifft Kay Smits zum 8:11.

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Nach einer Viertelstunde musste Uwe Gensheimer auf die Tribüne. "Klare Rote Karte", sagte der Kapitän hinterher selbst.

(Foto: imago images/PanoramiC)

16. Minute, 10:5: Es wird deutlich. Diesmal bedient Julius Kühn ungewohnt elegant Jannik Kohlbacher. Der ist ungeheuer frei und trifft. Nach dem Anschlusstreffer der Niederländer verwirft Uwe Gensheimer seinen zweiten Siebenmeter. Ganz bitter: Gensheimer hat den Torwart voll im Gesicht getroffen. Die Schiedsrichter schauen sich die Szene am Monitor an und entscheiden: Rote Karte für den deutschen Kapitän. Das ist nachvollziehbar. Spielende für Gensheimer, zwei Minuten für Deutschland.

15. Minute, Auszeit: Auszeit Niederlande. Prokop hat keinen Grund zu meckern. Er warnt nur, dass der kleine Steins gerne zwei Minuten schinden möchte. Der aber musste von der Platte, für ihn darf Lemgos Dani Baijens ran. Nutzt auch nichts: Ballverlust.

14. Minute, 8:4: Und jetzt geht alles seinen geregelten Gang: Die Niederlande kommen am deutschen innenblock nicht vorbei, Hendrik Pekeler trifft per Gegenstoß. Nur wenig später dasselbe Spiel, diesmal trifft Wiencek.

12. Minute, 7:4: Drux tankt sich durch, trifft - leicht behindert von Ephraim Jerry - nur die Latte. Die Schiedsrichter bestrafen das hart: Siebenmeter und zwei Minuten. Diesmal trifft Uwe Gensheimer.

11. Minute, 6:4: Tobias Reichmann lässt Luc Steins ziehen und der kleine Spielmacher trifft in Unterzahl zum 4:5. Dazu kassiert der Melsunger auch noch zwei Minuten. Vorne trifft Reichmanns Ersatzmann TimoKastening zum 6:4.

9. Minute, 5:3: Es wird früh deutlich: Treffen sich beide Teams im gebundenen Spiel, geht von den Niederlanden kaum Gefahr aus. Paul Drux provoziert ein Stürmerfoul und holt vornne auch noch die erste Zwei-Minuten-Strafe raus. Julius Kühn nutzt den Freiraum und trifft zum 5:3.

8. Minute, 4:3: Doppelschlag: Jeffrey Boomhouwer trifft sehenswert per Dreher für die Niederlande, Kai Häfner kontert postwendend brachial. Und legt noch eins nach. Die erste Führung für Deutschland.

6. Minute, 2:2: Andreas Wolff hält seinen dritten Ball, diesmal von Iso Sluiters. Und vorne passiert etwas seltenes: Uwe Gensheimer verwirft einen Siebenmeter.

4. Minute, 2:2: Und alles wieder in der Reihe. Erst knallt Kühn einen Ball von ganz weit draußen ins Tor, dann findet Drux mit viel Übersicht Uwe Gensheimer - und der Kapitän trifft freistehend von Außen.

2. Minute, 0:2: Iso Sluiters trifft aus dem Rückraum zum 0:1, vorne verliert Drux den Ball und es steht 0:2.

1. Minute: Die Niederlande haben Anwurf, Deutschland startet mit Andreas Wolff im Tor, Pekeler und Patrick Wiencek im Mittelblock, Kai Häfner und Paul Drux auf den Halbpositionen und Tobias Reichmann und Uwe Gensheimer auf den Außen. Andreas Wolff startet mit einer Parade ins Team. Im Angriff kommt Julius Kühn für Wiencek. Auch den Deutschen gelingt mit dem ersten Spielzug kein Treffer.

18.12 Uhr: Spielerisch ist das Prokob-Ensemble den Niederlanden überlegen, auch in Sachen Emotionen will man dem EM-Neuling nichts schenken. Schauen wir es uns an. Die Hymnen sind durch, jetzt geht es los.

18.08 Uhr: Der Anspruch rund um die deutsche Mannschaft ist klar: Eine Medaille soll es sein, ein bisschen mehr ist auch nicht ausgeschlossen. Und die Vorzeichen sind nicht so schlecht, zumindest meinte es die Auslosung gut mit Deutschland: Auf die ganz dicken Brocken Dänemark, Norwegen, Frankreich und Schweden kann man frühestens in einem möglichen Halbfinale treffen. In der deutschen Turnierhälfte warten "nur" die Hochkaräter Spanien und Kroatien. Jetzt wartet aber erstmal die Pflichtaufgabe Niederlande. Und ein guter, souveräner Start ins Turnier kann noch ganz wertvoll werden, gerade wenn der Bundestrainer früh beginnen kann, die Belastung zu dosieren.

18.02 Uhr: Als Schlüsselspieler im deutschen Kader hat Bob Hanning Hendrik Pekeler identifiziert. Warum? Das hat Hanning ntv im Interview erklärt. Außerdem spricht der starke Mann des deutschen Handballs über hohe Ziele und den Schlüssel für ein erfolgreiches Turnier.

17.54 Uhr: Soviel erstmal zur deutschen Mannschaft, werfen wir einen Blick auf den Gegner. Die Niederlande sind eine große Handballnation, 2015 wurde man Vize-Weltmeister, 2019 sprang sogar der Titel raus, keine der letzten drei Weltmeisterschaften schlossen die Niederlande schlechter als auf Rang drei ab. Als Deutschland 2016 Europameister wurde, landeten die Niederlande auf Platz zwei. Handball-Experten haben den Dreh natürlich längst durschaut: Alle diese Erfolge gelangen dem Frauen-Team der Niederlande. Bei den Männern sieht das ganz anders aus: 2020 ist das erste Großturnier seit der WM 1961 (!) für das sich unsere Nachbarn qualifizieren konnten. Mehr, als mal kurz in der Weltspitze vorbei zu schauen, dürfte aber 2020 (noch) nicht drin sein. Bob Hanning wird in seiner Kolumne auf t-online.de deutlich: "Ich bin kein Freund davon, kleine Gegner unnötig stark zu reden. Wenn wir also über die Niederlande und Lettland sprechen, gibt es keine Position, auf der wir schlechter besetzt sind. Ich würde keinen Spieler tauschen wollen. Wenn wir die gleichen Emotionen zeigen und fokussiert in die Duelle gehen, werden wir gewinnen."

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Jeffrey Boomhouwer steht in der Torjägerliste der Bundesliga auf Platz zwölf.

(Foto: imago images/Eibner)

Im Kader der Niederländer stehen mit den Außen Bobby Schagen (rechts, TBV Lemgo-Lippe) und Jeffrey Boomhouwer (links, Bergischer HC), Niels Versteijnen (SG Flensburg-Handewitt)Kreisläufer Toon Lenders (HSG Nordhorn-Lingen), Torwart Bart Ravensbergen und Mittelmann Dani Baijens (TBV Lemgo-Lippe) sechs Akteure aus der Bundesliga, mit Gerrie Eijlers, der einst u.a. für den SC Magdeburg spielte, ist der niederländische Torwart-Oldie sogar noch älter, als der deutsche: Eijlers' 39 Jahre lassen die 37 Lenze von Johannes Bitter – nunja – alt aussehen.

Die größte Herausforderung für die DHB-Abwehr kommt eher klein daher: Die beiden Spielmacher Dani Baijens (1,82 Meter) und Luc Steins (1,72 Meter) haben nicht gerade Handballer-Gardemaß, das kann sie aber für eine Abwehr auch unangenehm machen. Auch Rückraumschütze Kay Smits (1,85 Meter) wird eher nicht über den deutschen Mittelblock werfen können. Mit zwei schnellen, torgefährlichen Außen könnten die Niederlande die DHB-Auswahl im Gegenstoßspiel nerven, aber eigentlich … Wir halten es mit Bob Hanning.

17:46 Uhr: Meine Kollegin Anja Rau hat für Sie aufgeschrieben, worauf es für diesen – bei allem Respekt – schwer gebeutelten Kader bei den anstehenden Aufgaben ankommt. Ein kleiner Spoiler: Es geht – wie schon beim unter ähnlichen Voraussetzungen sensationell errungenen EM-Titel 2016 – nur über eine überragende Abwehr. DHB-Vize Bob Hanning forderte sogar, man müsse "die Beste Abwehr der Welt" stellen.

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Fabian Wiede hätte eine wichtige Rolle im DHB-Team spielen sollen.

(Foto: imago images / Noah Wedel)

17.33 Uhr: Genug der Sportpolitik, zurück zum Sport. Im Vorfeld der EM hagelte es für Bundestrainer Christian Prokop hochkarätige Absagen in Serie, alleine auf der Spielmacherposition trudelte eine Katastrophe nach der nächsten ein. Tim Suton (TBV Lemgo-Lippe) und Simon Ernst (Füchse Berlin) mussten sich mit frischen Kreuzbandrissen abmelden, Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten) fühlt sich nach seinem bei der WM 2019 erlittenen noch nicht wieder reif für die Herausforderungen einer EM. Eigentlich sollte Fabian Wiede (Füchse Berlin) dafür Regie führen, doch der etatmäßige Rückraumrechte musste sich kurz vor dem Jahreswechsel einer Schulter-OP stellen. Routinier Steffen Weinhold (THW Kiel), auch er ein potenzieller Kandidat für die Mitte, schmerzt eine Entzündung im Fuß zu stark. Und bei Rückraumspieler Franz Semper (SC DHfK Leipzig) wurden unmittelbar vor der Abreise zur finalen EM-Vorbereitung Anzeichen einer Herzmuskelentzündung festgestellt – das EM-Aus.

Prokop dürfte froh sein, dass das Turnier endlich los geht. Sind Sie auf Stand? Klicken Sie sich lieber noch einmal schnell durch unsere Bildergalerie zum deutschen EM-Kader 2020.

17 Uhr: Die Europameisterschaft 2020 ist ein Handball-Turnier der Superlative: Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs gehen 24 Teams an den Start, der zukünftige Europameister muss bis zum 26. Januar neun Spiele absolvieren. Ursprünglich hatten sich die Gastgeberländer Norwegen, Schweden und Österreich jeweils einzeln um die Ausrichtung beworben, als der Europäische Handball-Verband (EHF) im Herbst 2014 beschloss, das Teilnehmerfeld von 16 auf 24 Teams auszuweiten, schlossen sich die drei Bewerber aus logistischen Gründen zusammen. So startet die deutsche Mannschaft ihre "Mission Euro-Coup" heute im norwegischen Trondheim, zieht dann hoffentlich für die Hauptrunde nach Wien um, um sich für das Finalwochenende zu qualifizieren. Das findet, natürlich, in Stockholm statt.

Viel Reisen für viel Handball also. Wie das neue Format bei Spielern und Fans ankommt und warum ausgerechnet Deutschland mitverantwortlich für den Irrsinn ist, hat unser Autor Michael Wilkening aufgeschrieben. Bis zum Anpfiff ist noch etwas Zeit, Sie sollten sich das hochinteressante Stück dringend noch durchlesen.

16.45 Uhr: Liebe Leserinnen und Leser, liebe Handballinteressierte,

herzlichen Willkommen zur Handball-Europameisterschaft 2020 in Norwegen, Österreich und Schweden! Um 18.15 Uhr eröffnet die deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen den EM-Debütanten Niederlande das Rennen um die Schale (im Parallelspiel der Gruppe A treffen noch Weißrussland und Serbien aufeinander).

Deutschland bekommt es in seiner Gruppe C außer mit den Niederlanden noch mit Europameister Spanien (Samstag, 18.15 Uhr) und Lettland (Montag, 18.15 Uhr) zu tun – bei uns können Sie alle Spiele mit deutscher Beteiligung Tor für Tor am Liveticker mitverfolgen. Mein Name ist Till Erdenberger und ich werde Sie nicht nur ab 18.15 Uhr durch die Partie führen, sondern Sie auch schon vorher mit Informationen zum Turnier, zur deutschen und der niederländischen Mannschaft versorgen.

Quelle: ntv.de