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EM-Schlüsselspiel im Re-live Maximale Enttäuschung für das DHB-Team

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Deutschland und Kroatien liefern sich den erwarteten Kampf.

(Foto: imago images/Camera 4)

Was für ein Handball-Drama: Die deutsche Mannschaft liefert lange ein tolles Spiel gegen Kroatien, am Ende steht das Team aber mit leeren Händen da. Ein großer Kampf endet mit der größtmöglichen Enttäuschung. Lesen Sie hier das Spiel im Re-live nach.

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Das Spiel ist aus. Deutschland verliert auf die schlimmstmögliche Art und Weise. Kohlbacher scheitert am Ende freistehend an der Latte, dann nimmt Häfner einen zu schweren Wurf und scheitert am Block. Das DHB-Team hat hier lange eine tolle Vorstellung geliefert, hat den Sieg dann aber leichtfertig durch zu viele leichte Fehler weggeworfen. Die Kroaten haben hier und heute nur zweimal geführt: 1:0 und 25:24. Woran es gelegen haben könnte? Natürlich hat man hier durch viele Zwei-Minuten-Strafen lange, lange in Unterzahl gespielt, es gab aber auch zu viele kleine Fehler. In den letzten 15 Minuten gelangen Gensheimer und Co. nur drei Treffer, davon waren zwei Siebenmeter. Aber dennoch: Die deutsche Mannschaft verabschiedet sich mit einer starken Leistung aus dem Kreise der Halbfinalkandidaten. Für das dürfen jetzt Spanien und Kroatien planen. Für Deutschland geht es am Montag um 20.30 Uhr gegen Österreich weiter. Jetzt geht es nur noch um das Spiel um Platz fünf.

Schluss, 25:24! Deutschland verliert.

60. Minute, 25:24: Prokop nimmt die Auszeit. Jetzt muss das Ding rein. Dann weiter sehen.

59. Minute, 25:24: Zwei Minuten für Pekeler, für den Abwehrchef ist das Spiel beendet. Und Karacic trifft. Ist das bitter.

58. Minute, 24:24: Und Kühn scheitert. Kroatien hat jetzt wieder die Chance, erneut in Führung zu gehen.

57. Minute, 24:24: Schlimmer Fehlpass von Häfner: Ohne Not bedient der Hannoveraner Duvnjak und der trifft. Wolff kocht.

56. Minute, 23:24: Die deutsche Abwehr ist da und stürzt sich jetzt den Kroaten wieder mit Überzeugung entgegen. Und Cindric scheitert mit einem Verzweiflungswurf!

55. Minute, 23:24: Häfner geht voll auf die Abwehr und zieht den nächsten Siebenmeter. Und wieder kommt Reichmann von der Bank - und wieder ist er drin. Unglaublich. Noch fünf Minuten.

55. Minute, 23:23: Karacic trifft. Wieder der Ausgleich.

52. Minute, 22:23: Und da ist doch wieder die deutsche Führung: Wolff hält weiter überragend, vorne holt Gensheimer den Siebenmeter raus - und Reichmann bleibt nervenstark. Dritter Versuch, dritter Treffer. Boah, ist der abgezockt!

51. Minute, 22:22: Wolff hält zwei ganz wichtige Bälle in Folge, die Kroaten können ihre Chancen zur Führung erstmal nicht nutzen.

48. Minute, 22:22: Deutschland deckt offensiv, die Kroaten finden eine Lösung - und gleichen in der Folge aus.

47. Minute, 20:22: Kroatien ist dran, wieder trifft Karacic. Den bekommen sie hier nicht in den Griff im Moment. Prokop nimmt die Auszeit. Kühn soll wieder im Angriff kommen. In der Abwehr "werden wir zu weit eingedrückt".  Und Kühn trifft!

46. Minute, 19:21: Pech für Deutschland: Häfner setzt einen tollen Hüftwurf an den Pfosten.

45. Minute, 19:21: Was für ein Kampf. Drux stellt Stepancic. Hier geht heute keiner ohne Blessuren raus. So ist Handball. Duvnjak trifft wieder per Siebenmeter. Zum zweiten Mal knapp am Kopf des Torhüters vorbei. Den nächsten hat Wolff!

44. Minute, 18:21: Weber kontert den Treffer von Karacic.

42. Minute, 17:20: Stepancic kommt jetzt besser ins Spiel. Der Shooter trifft. Aber danach schraubt sich Häfner aus dem Stand hoch - und versenkt den Ball. Ist das hier intensiv.

41. Minute, 16:19: Boah, der war wichtig. Weber spielt Kohlbacher schön mit der Rückhand an und der Kreisläufer trifft. Tolle Aktion von beiden.

40. Minute, 16:18: Kühn ist hier noch nicht im Spiel, der Melsunger verwirft den zweiten Ball. Für die Kroaten trifft Stepancic. Die Kroaten sind wieder im Spiel, weil auch Mandic trifft. Weber kommt zurück für Kühn.

38. Minute, 14:18: Das darf nicht passieren: In Überzahl unterläuft Häfner ein einfacher Abspielfehler und Karacic trifft zum zweiten Mal in Serie. Aber Kastening stellt mit seinem fünften Treffer wieder zumindest auf vier Tore Vorsprung.

37. Minute, 12:17: Aller Ärger hilft den Kroaten nicht: Kohlbacher dreht sich blitzschnell am Kreis und kann nur auf Kosten einer SZwei-Minuten-Strafe und eines Siebenmeters gestoppt werden. Reichmann trifft, Duvnjak ist zum zweiten Mal draußen.

37. Minute, 12:16: Schöne Szene am Rande: Der sehr dynamische Trainer der Kroaten, Lino Cervar, musste gerade von seinem Co-Trainer darauf hingewiesen werden, doch bitte beim Coachen nicht die Seitenlinie zu übertreten.

36. Minute, 12:16: Die Kroaten tun sich auch in Überzahl schwer, holen dann aber doch noch den Siebenmeter raus - und Duvnjak kämpft ihn an seinem ehemaligen Kieler Teamkollegen vorbei.

34. Minute, 11:16: Deutschland fünf vor! Wolff hält, Gensheimer trifft! Vierter Versuch, vierter Treffer! Hinten kassiert Wiencek seine zweite Hinausstellung. Das kann noch teuer werden, nach der dritten ist das Spiel für den Kieler beendet.

33. Minute, 11:15: Das erste Tor der zweiten Halbzeit gelingt Deutschland: Kastening dreht den Ball ins Netz. Dieser junge Mann begeistert hier wirklich.

32. Minute, 11:14: Weiter geht´s. Für das DHB-Team beginnt jetzt Julius Kühn im linken Rückraum - der jetzt kürzere Weg zum Wechseln macht es möglich. Kroatien versucht es jetzt mit dem siebten Feldspieler im Angriff.

Halbzeitfazit: Wow, was haben wir hier für eine tolle erste Halbzeit gesehen? Die deutsche Verteidigung um einen starken Andreas Wolff hält die kroatische Weltklasse-Offensive in den ersten 30 Minuten bei nur elf Toren, selbst agiert die Prokop-Truppe im Angriff konsequent und mit Überzeugung. Besonders die Schwierigkeiten der Kroaten im Rückzugsverhalten konnten Uwe Gensheimer und seine Kollegen öfter ausnutzen. Wir erleben ein ungeheuer intensives Spiel, die portugiesischen Schiedsrichter haben schon neun Zeitstrafen (sechs für Deutschland, drei für Kroatien) verteilt. Entschieden ist hier natürlich noch nichts, aber die Tür zum Halbfinale ist schon ein kleines Stückchen weiter aufgegangen. Das, was das DHB-Team hier zeigt, hat nichts mit den leblosen, fahrigen Auftritten aus der Vorrunde zu tun. Gleich geht´s in Wien weiter.

 

Halbzeit, 11:14: Aber die deutsche Mannschaft reagiert schnell, bringt den Ball nochmal nach vorne und holt einen Siebenmeter raus. Tobias Reichmann kommt - und trifft! Deutschland geht mit einer Drei-Tore-Führung in die Pause!

30. Minute, 11:13: So schnell kann es gehen: Häfner trifft eine falsche Wurfentscheidung und Kroatien trifft 14 Sekunden vor Schluss der ersten Halbzeit.

29. Minute, 10:13: Aber die Kroaten schlagen schnell zurück. Duvnjak stellt auf drei. Aber Deutschland ist wieder mal in Überzahl - der Magdeburger Musa muss raus.

28. Minute, 9:13: Was ist denn hier los? Häfner muss kurz vor Zeitspiel den Schlagwurf nehmen - und er rutscht durch.

26. Minute, 8:12: Fabian Wiede hatte es ja angekündigt: Es könnte heute das Spiel des Philipp Weber werden. Und der Leipziger trifft.

26. Minute, 8:11: Wahnsinn! Auch der dritte Siebenmeter der Kroaten ist nicht drin - Wolff hält. Hier geht wirklich was!

25. Minute, 8:11: Die Schiedsrichter betrachten einen Zweikampf zwischen Wiencek und Mandic am Bildschirm. Gibt es eine Rote Karte? Nein, es gibt nur die nächsten zwei Minuten. Zurecht, da hat der Kroate ein bisschen Theatralik ins Spiel gebracht.

25. Minute, 8:11: Doppelte Überzahl und Böhm nutzt das aus! Deutschland ist mit drei Toren vorn!

24. Minute, 8:10: Wolff hält einen freien Ball! Fünfte Parade, 38 Prozent. Diese Werte braucht es heute. Und jetzt gibt es auch die nächste Zeitstrafe für die Kroaten, Duvnjak meckerte und muss raus. Gleich ist die deutsche Mannschaft in doppelter Überzahl.

23. Minute, 8:10: Prokop nimmt die Auszeit und sagt seinen Plan für den Angriff an. "Auch ein Kempa ist möglich." Stattdessen macht es Weber mit Dynamik und Durchsetzungswillen. Ist uns egal. Stepancic kassiert zwei Minuten. Durchatmen.

22. Minute, 8:9: Nächste Rausstellung für Deutschland, diesmal erwischt es Pekeler, dessen Hand im Gesicht von Stepancic landet. Cindric trifft, obwohl er von Schmidt gestoßen wird - der Deutsche muss dafür zum zweiten Mal auf die Bank. Doppelte Unterzahl für Deutschland. Gefährliche Phase - und die dauert lange. Im Angriff spielen jetzt fünf Deutsche.

21. Minute, 7:9: Uff. Weber zieht per Schlagwurf aus dem Rückraum ab - und der Ball rutscht durch. So einen Treffer nimmt man gerne mit. Aber Kroatien bleibt dran - Stepancic verkürzt.

20. Minute, 6:8: Cindric trifft aber doch noch.

19. Minute, 5:8: Und noch einer! Wolff hält, Tempogegenstoß, Tor Gensheimer. Deutschland überrennt die Kroaten gerade. "Klasse Abwehrleistung und ein superkonsequentes Tempospiel" hat Christian Prokop gesehen. Stimmt. "Ihr macht das super." Tolle Auszeitsansprache des Bundestrainers, dem man so oft vorwirft, er sei zu emotionslos. Wenige Sekunden später kassiert Schmidt die nächste Strafe. Aber die Kroaten scheitern an der Latte!

18. Minute, 5:7:  Deutschland ist wieder mit zwei Toren vorn! Drux findet Gensheimer und der Kapitän zeigt, warum er einer der besten Linksaußen der Welt ist. Wichtiger Treffer.

15. Minute, 5:6: Erst rutscht Wolff mit Pech ein Cindric-Wurf durch, aber Sekunden später stellt Uwe Gensheimer die Führung wieder her. Die Kroaten haben große Probleme in der Rückwärtsbewegung und die deutsche Mannschaft nutzt das bisher gut aus.

14. Minute, 4:5: Pech für Deutschland: Wolff hält, aber der Ball prallt gegen den im Kreis stehenden Patrick Wiencek - Siebenmeter. Aber: Auch der ist nicht drin, Wolff hält! Der Weltklassekeeper ist schon voll da, das ist ganz wichtig.

13. Minute, 4:5: Eine wilde Phase: Zunächst hält Marin Sego stark gegen Fabian Böhm, dann provoziert Drux ein Stürmerfoul. Es ist sichtbar: Hier geht es für beide um viel. Und so unterläuft auch Drux ein Stürmerfoul. Beide Deckungen stehen hier schon gut.

12. Minute, 4:5: Eine bittere Sequenz für Deutschland: Erst scheitert Häfner ganz frei, dann gibt es zwei Minuten für Weber. Aber Zlatko Horvat verwirft den kroatischen Siebenmeter.

11. Minute, 4:5: In Unterzahl die erneute Führung: David Schmidt trifft aus der Mitte - und im nächsten kroatischen Angriff wirft Duvnjak frei am Tor vorbei.

10. Minute, 4:4: Erst trifft Philipp Weber, der heute im linken Rückraum beginnt, nur die Latte, dann muss Häfner für zwei Minuten auf die Bank. Aber die deutsche Abwehr macht das gut, die Kroaten tun sich schwer - gleichen aber durch Karacic doch noch aus.

7. Minute, 2:4: Kastening! Der Hannoveraner stibitzt den Kroaten einen Ball und versenkt ihn vorne. Starker Start der deutschen Mannschaft.

6. Minute, 2:3: Jawoll! Kai Häfner bringt die deutsche Mannschaft nach einem Ballverlust der Kroaten zum ersten Mal in diesem wichtigen Spiel in Führung.

4. Minute, 2:2: Paul Drux setzt sich nach der schnellen Mitte nach Duvnjaks Führungstreffer dynamisch durch und gleicht wieder aus.

3. Minute, 1:1: Timo Kastening trifft nach sechs Treffern gegen Weißrussland einfach weiter - und gleicht aus.

2. Minute, 0:0: Kroatien wie erwartet mit einer 5:1-Deckung. Das nervt die deutsche Mannschaft. Ballverlust.

20.28 Uhr: Die Hymnen sind gespielt, gleich geht es los. Geht es nach Domagoj Duvnjak, sind die Rollen hier übrigens klar verteilt: "Deutschland hat eine Weltklasse-Mannschaft. Sie sind der Favorit", schmeichelte der Kieler. Ich würde das - bei aller Vorfreude - eher andersrum sehen. Zu präsent ist noch die wacklige deutsche Vorrunde und die starken Leistungen Kroatiens.

20.25 Uhr: Den ersten Sieg fährt Deutschland schon vor dem Anpfiff ein: Etwas überraschend sind die deutschen Fans in der Wiener Stadthalle in der Überzahl - oder mindestens lauter. Das kann ein paar Prozent wert sein.

20.23 Uhr: Der guten Ordnung halber sei gesagt: Natürlich muss die deutsche Mannschaft selbst bei einem Sieg heute auch die letzten beiden Hauptrundenbegegnungen gegen Österreich und die Tschechen gewinnen, um ins Halbfinale einziehen zu können. Aber das ist heute noch egal.

20.17 Uhr: Kroatien ist einer der Lieblingsgegner des DHB-Teams, 2019 gewann Deutschland alle drei Begegnungen gegen Duvnjak und Co. - allerdings jeweils denkbar knapp: 22:21 (bei der Heim-WM in Januar) und 26:25 und 24:23 bei zwei Testspielen im Oktober. Aber klar, dafür kann man sich heute nichts mehr kaufen - zumal seinerzeit jeweils mehrere Spieler dabei waren, die heute fehlen: Wiede und Steffen Weinhold zum Beispiel.

20.09 Uhr: Schon in der Anfahrt zur Wiener Stadthalle musste das DHB-Team einen Schreckmoment hinnehmen: Kreisläufer Johannes Golla, der erst zum Weißrussland-Spiel in den 16er-Kader berufen wurde, klagte "über starke Übelkeit. Aus Vorsorge und Wahrnehmung von Kraftlosigkeit haben wir uns entschieden, ihn umgehend wieder ins Hotel zu bringen, um eine möglichst schnelle Genesung zu ermöglichen", informierte der DHB. Das ist eine bittere Nachricht, denn der 22-Jährige hatte beim "Wendespiel" sowohl im Angriff als auch vor allem in der Verteidigung überzeugen können.

20.05 Uhr: Seit wenigen Minuten ist auch klar, dass es für das DHB-Team nicht nur eigentlich, sondern tatsächlich um Alles geht: Durch den Sieg der Spanier gegen Mitgastgeber Österreich (30:26) kann die deutsche Mannschaft im Falle einer Niederlage auch rechnerisch das Halbfinale nicht mehr erreichen. Nur gut, dass sich die DHB-Delegation auch auf Unterstützung von (fast) ganz oben verlassen kann: "Natürlich ist es immer ein Highlight, wenn wir dann auch Meisterschaften haben, zum Beispiel jetzt die Handball-Europameisterschaft, wo wir natürlich unseren Handballern in ganz besonderer Weise die Daumen drücken", versprach Bundeskanzlerin Angela Merkel heute in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

Philipp Weber will sich aber nicht auf das Daumendrücken aus der Politik verlassen, sondern setzt auf ganz sportliche Faktoren: "Wir müssen in der Abwehr das Fundament für unser Angriffsspiel legen, so dass wir zu einfachen Toren kommen können. Mit einem guten Torhüter dahinter bin ich überzeugt, dass den Kroaten Paroli bieten können", weiß der Leipziger, auf den es heute in besonderer Weise ankommen könnte.

19.58 Uhr: Für den Bundestrainer führt der Weg zum Sieg nur über die Emotionen, um die Intensität. Entsprechend klar sind seine Anforderungen: "Wir wollen mit hoher Überzeugung 60 Minuten lang einen Kampf bieten. Wir haben nur eine Chance, wenn wir in der Abwehr, bei den Torhütern und im Rückzugsverhalten top sind. Da müssen wir Mentalitäts-Europameister sein." Taktisch sollte sich Prokop mit seinem Team auf eine offensive kroatische Deckung vorbereitet haben, der Gruppensieger der Vorrundengruppe A (mit Serbien, Weißrussland und Montenegro) verteidigt gerne im 5:1- oder im 3:2:1-Verbund, in der Regel mit Duvnjak als vorgezogenem Spieler. Gegen Spanien fand die deutsche Mannschaft dagegen kaum ein Mittel. Fabian Wiede weiß aber, wie dem beizukommen ist - und hat auch das zur Aufgabe passende Personal im Kopf: "Durch die 5:1-Abwehr der Kroaten werden sich auf den Halbpositionen viele Räume auftun, da kann Philipp Weber mit seiner Schnelligkeit ein wichtiger Faktor sein."
 

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Fabian Wiede hätte der Bundestrainer heute gut gebrauchen können.

(Foto: imago images/Grubisic)

19.50 Uhr: Ich habe gestern mit Fabian Wieder über die EM gesprochen. Der Linkshänder von den Füchsen Berlin hatte in den Plänen von Bundestrainer Christian Prokop eine ganz große Rolle gespielt, sowohl als Denker und Lenker, als auch als torgefährlicher Rückraumschütze. Wegen einer Schulteroperation musste Wiede allerdings im Dezember seine EM-Teilnahme absagen. Der 25-Jährige ist heute trotzdem ins Flugzeug gestiegen, um die Kollegen vor Ort zu unterstützen. Haben Sie Lust zu lesen, worauf es seiner Meinung nach heute Abend ankommt? Spoiler: Ein langjähriger Freund von ihm könnte heute Abend über Sieg oder Niederlage entscheiden.

19.45 Uhr: Mein Kollege Arnulf Beckmann hat einen Blick auf die Kroaten geworfen und weiß, dass da ein ganz anderes Kaliber auf die deutsche Mannschaft zukommt, als es die Weißrussen waren. Aber Vorsicht: Wenn Sie bisher optimistisch waren, könnte die Lektüre des Textes Ihre positive Grundstimmung trüben. Lesen sollten Sie ihn trotzdem, denn er ist überaus lesenswert - und gute Nachrichten gibt es darin auch!

19.40 Uhr: Liebe Handballfreundinnen und -Freunde,

vergessen Sie alles, was Sie bisher mit dem DHB-Team bei dieser Europameisterschaft erlebt haben: Heute steht alles auf Null, heute sind die Vorleistungen so alt wie die Zeitung von vorgestern. Die gruselige Vorrunde ist überwunden, das emotional so wichtige 31:23 gegen Weißrussland zum Hauptrundenauftakt war trotz aller positiver Begleitumstände ein Pflichtsieg. Heute muss die Mannschaft von Christian Prokop Farbe bekennen, wenn es was werden soll mit dem Halbfinale. Das Problem: Gegner Kroatien zeigte in seinen vier Turnierspielen nicht den Hauch einer Schwäche, gewann viermal - und darf heute in Wien zusätzlich zu seinen vielen Stars auch noch auf den Heimvorteil setzen. Viele, viele kroatische Fans werden den Kieler Domagoj Duvnjak, Weltklassemittelmann Luka Cindric oder Rückraumshooter Luka Stepancic tragen.

Aber auch die deutsche Mannschaft kann sich auf eine Menge Unterstützung freuen - und das braucht die Mannschaft auch. Allerorten wurde betont, dass die Geisterstimmung im Vorrundenspielort Trondheim nicht eben leistungsfördernd war, die Atmosphäre von Wien das Team aber pushen soll. "Mit den vielen Fans war das richtig schön. Unser positiver Start hängt sicherlich mit der Stimmung hier zusammen, das hat uns richtig gepusht. Am Samstag erwarte eine noch intensivere Atmosphäre mit zwei lautstarken Fanlagern, das wird emotional und richtig heiß", freut sich der Bundestrainer. Das sind mindestens gute Voraussetzungen für ein großes Spiel. Um 20.30 Uhr geht es los, mein Name ist Till Erdenberger und ich werde Sie erst auf die große Partie vorbereiten und dann 60 Spielminuten lang auf dem Laufenden halten.

Quelle: ntv.de