Technik

Preisschocker für KonkurrenzDas MacBook Neo ist der ideale iPad-Laptop

16.03.2026, 17:35 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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MacBook Neo Test (1 von 2)
Das MacBook Neo in der schicken Farbe Zitrus. (Foto: kwe)

Das MacBook Neo schlägt sich im Praxistest erstaunlich gut. Trotz einiger Einschränkungen erweist sich Apples preiswerter iPad-Laptop als stark genug für Alltagsaufgaben und sogar etwas mehr. Die ähnlich preiswerte Windows-Konkurrenz hat damit ein Problem.

In den vergangenen Jahren hat Apple versucht, iPads als Alternative zu Laptops zu verkaufen. Doch einen echten Ersatz stellen die Tablets nur selten dar. Die Einschränkungen im Vergleich zu MacBooks oder Windows-Notebooks sind einfach zu groß, unter anderem weil das Betriebssystem zu eigenbrötlerisch ist. Beim MacBook Neo ist das nicht der Fall. Denn wie der Praxistest von ntv.de ergeben hat, ist es praktisch so preiswert wie ein iPad mit Tastatur-Cover, aber fast ebenso produktiv einsetzbar wie Apples weit teurere Laptops.

Hochwertig wie andere MacBooks

Das 1,23 Kilo schwere Neo wirkt mit seinem Aluminiumgehäuse auch so hochwertig wie andere MacBooks, wenn man es aus der Verpackung holt. Es ist ein ganz anderes Gefühl, als einen ähnlich günstigen Windows-Laptop oder ein Chromebook aus Plastik in den Händen zu halten. Das ist bei einem Gerät, das man vielleicht täglich nutzt, nicht zu unterschätzen. Dafür gibt es schon mal einen dicken Pluspunkt.

Der Displaydeckel lässt sich bequem mit einer Hand öffnen. Das Scharnier ist aber schwergängig genug, um ihn zuverlässig in jeder Position zu halten. Schließt man das Neo, fällt der Deckel auf den letzten Zentimeter wie bei seinen teureren Stallgefährten mit einem angenehmen Geräusch auf die Basis, an der er magnetisch anhaftet.

Touchpad und Tastatur gut, aber mit Abstrichen

Auch das Trackpad des MacBook Neo konnte im Praxistest überzeugen. Es bietet zwar kein Force Touch, also die Möglichkeit, über einen stärkeren Druck zusätzliche Funktionen aufzurufen, aber es reagiert mechanisch über die gesamte Fläche präzise und komfortabel. Nutzt man ohnehin nur Touch-Gesten und Tipper, fühlt es sich wie bei anderen MacBooks an.

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Bei der Tastatur gibt es ebenfalls eine Einschränkung, die bei häufigen Einsätzen in abgedunkelten Räumen schwerer ins Gewicht fällt als das fehlende Force Touch: Apple hat sich die Hintergrundbeleuchtung gespart. Ansonsten hat das Keyboard die übliche hohe MacBook-Qualität.

Das Display kann sich sehen lassen

Das 13-Zoll-Display ist besser als erwartet. Es bietet zwar nur eine Bildwiederholrate von 60 Hertz, damit muss man aber auch beim MacBook Air leben. Mit einer Pixeldichte von 219 ppi ist das Panel ausreichend scharf und kann mit bis zu 500 Nits hell genug leuchten, um auch im Tageslicht ablesbar zu bleiben. Es bietet sehr stabile Blickwinkel, spiegelt aber leider stark. Eine Notch hat der Bildschirm nicht, die Frontkamera ist in seinem relativ breiten, schwarzen Rand untergebracht.

Das Display kann die Helligkeit automatisch an die Umgebung anpassen, aber nicht den Weißabgleich (True Tone). Das IPS-Panel deckt auch nur den sRGB-Farbraum ab, aber das tut es absolut akkurat. Damit ist der Bildschirm auf einfachem Niveau auch für die Bearbeitung von Fotos geeignet.

Mehr als stark genug für den Alltag

Der verbaute A18-Pro-Chip ist dafür stark genug. ntv.de hat für den Praxistest Adobe Lightroom und Photoshop installiert. Auch die Bearbeitung von rund 25 Megabyte (MB) großen Fotos im RAW-Format war problemlos in beiden Programmen möglich. Das Neo ließ sich dabei lediglich ein wenig mehr Zeit als ein MacBook Air M4.

Bei Alltagsaufgaben ist keine Verzögerung zu erkennen, speziell, wenn man Apples vorinstallierte Apps nutzt, flutscht es. Zu viele Anwendungen sollte man aber nicht gleichzeitig geöffnet lassen, da der A18 Pro nur 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zur Seite hat. Auch das stellt in den üblichen Anwendungsszenarien für das günstige MacBook aber normalerweise keinen Engpass dar.

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Bildbearbeitung ist mit dem Neo problemlos möglich. (Foto: kwe)

Sogar für etwas aufwändigere Spiele ist das Neo kräftig genug, solange man die Einstellungen nicht nach oben schraubt. Im Test ließ sich beispielsweise "Resident Evil 4" mit einem per Bluetooth gekoppelten PS5-Controller bei 30 Bildern pro Sekunde (fps) flüssig spielen. Der Klang der Stereo-Lautsprecher erwies sich dabei als erfreulich gut. Außerdem arbeitet das Gerät im Gegensatz zu vielen günstigen Windows-Konkurrenten auch unter Höchstlast lautlos, weil es ohne Lüfter auskommt.

Nur eine schnelle USB-C-Buchse

Die 256 GB fassende SSD des Testgeräts bricht keine Geschwindigkeitsrekorde. Mit in Blackmagic Disk Speed Test gemessenen rund 1500 Megabyte pro Sekunde (MB/s) Lese- und Schreibraten ist sie aber für alle für das Neo realistischen Einsatzszenarien schnell genug.

Geht es dabei um die Übertragung größerer Datenmengen, kommt nur einer der beiden USB-C-Anschlüsse des MacBook Neo infrage, der mit USB 3.0 bis zu 10 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) erreicht. Er unterstützt auch einen externen 4K-Monitor. Der andere Anschluss ist mit USB 2.0 nur gut genug für Zubehör wie Mäuse. Meistens dient die lahme USB-C-Buchse aber zum Aufladen des Neo, einen MagSafe-Anschluss hat das Gerät nicht. Es gibt lediglich noch einen Kopfhörerausgang.

MacBook Neo Test (2 von 2)
Die Ausstattung ist spartanisch. (Foto: kwe)

Die Ausdauer ist nicht so hoch wie bei anderen MacBooks, aber absolut okay. Nutzt man das Gerät nur für einfachere Aufgaben, kommt man damit über den Tag.

Fazit

Wer einen guten Einsteiger-Laptop sucht, erhält mit dem MacBook Neo ein Gerät mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis. Für die Konkurrenz ist es damit deutlich schwieriger geworden, Nutzerinnen und Nutzer zum Kauf eines ähnlich günstigen Windows-Notebooks oder Chromebooks zu überzeugen.

Quelle: ntv.de

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