Es knirscht nicht mehrDas mit dem "iPhone Ultra" klappt wohl doch früher
Von Klaus Wedekind
Apple kann angeblich doch wie geplant im September das erste faltbare iPhone vorstellen. Die Probleme mit dem entscheidenden Bauteil sollen gelöst sein, die Massenproduktion soll Ende Juli starten. Offen ist noch, wann genau und in welchen Ländern das "iPhone Ultra" erhältlich sein wird.
Dass Apple im Herbst ein faltbares iPhone vorstellen wird, bezweifelt eigentlich kein Experte mehr. Doch zuletzt gab es Gerüchte, wonach sich die Produktion des Geräts wegen Problemen mit dem Scharnier verzögern könnte und ein Marktstart später ins Jahr verschoben werden müsste. Jetzt berichtet aber der südkoreanische Branchendienst "The Elec", Apple habe grünes Licht für die Vorbereitung der Massenproduktion gegeben, die Ende Juli beginnen soll.
Das Scharnier ist das entscheidende Bauteil des möglicherweise "iPhone Ultra" genannten Falt-Smartphones. Es soll im aufgeklappten Zustand ermöglichen, dass keine oder zumindest annähernd keine Vertiefung entlang der Klapp-Achse zu fühlen und zu sehen ist. Gleichzeitig muss es gewährleisten, dass beim gefalteten Gerät die beiden Hälften plan aufeinanderliegen können.
Hat da was geknirscht?
Um diese hohen Anforderungen zu erfüllen, sind Scharniere von Falt-Smartphone höchst komplex und filigran aufgebaut, wie man unter anderem beim Samsung Galaxy Z Fold 7 sehen kann. Trotzdem müssen sie hohen Belastungen standhalten, unter anderem viele Tausend Klapp-Vorgänge unbeschadet überstehen.
Das Scharnier des faltbaren iPhones soll von zwei Firmen im 3D-Druckverfahren hergestellt werden: dem taiwanischen Shin Zu Shing und der US-amerikanischen Amphenol Corporation. "The Elec" zitiert "Branchenkenner", die berichteten, nach Dauertests mit mehreren Millionen Falt-Zyklen seien "leichte Geräusche" des Scharniers festgestellt worden. Außerdem soll die Fehlerrate bei der Montage zu hoch gewesen sein.
Neuartiges Samsung OLED
Zuvor hat Apple dem Bericht nach bereits die Produktion des 7,8-Zoll-OLED-Panels durch Samsung in Vietnam abgesegnet. Es soll einen neuen Display-Aufbau haben, bei dem eine Schicht eingespart werden kann, was den Bildschirm dünner macht. Gleichzeitig soll das Panel heller und energieeffizienter arbeiten können. Laut "Appleinsider" kommt die sogenannte CoE-Technologie (Color Filter on Encapsulation) zum Einsatz. Dabei ersetzt ein direkt auf die Dünnfilm-Verkapselung aufgebrachter Farbfilter die üblicherweise verwendete Polarisationsfolie.
Vorangegangenen Berichten nach soll das "iPhone Ultra" außerdem ein Außendisplay mit 5,5-Zoll-Diagonale, einen Fingerabdrucksensor im Ein-/Aus-Schalter und eine Doppel-Kamera auf der Rückseite haben. Mit großer Sicherheit wird es von Apples kommenden A20-Pro-Chip angetrieben, für den Mobilfunk ist voraussichtlich das hauseigene, besonders effiziente C2-Modem zuständig. Der Preis soll Gerüchten zufolge mindestens 2000 US-Dollar betragen.
Gemeinsam auf der Bühne, aber getrennter Marktstart?
Vermutlich stellt Apple sein erstes faltbares Gerät im September zusammen mit den iPhone-18-Pro-Modellen vor. Die Standard-Variante, das 18e und ein iPhone Air 2 sollen erst Anfang 2027 oder im folgenden Frühjahr herauskommen. Ob das "Ultra" zusammen mit dem Pros gleich nach der Präsentation in den Verkauf geht, ist noch ungewiss.
Möglicherweise ist es erst im Oktober oder November erhältlich. Es könnte auch sein, dass Apple es exklusiv zunächst in den USA und vielleicht wenigen anderen Ländern auf den Markt bringt, bevor es weltweit in die Regale kommt.