Technik

So gut wie die Staub Cocotte?Der Stur Gusseisen-Bräter ist eine Zierde für jede Küche

06.10.2026, 17:33 Uhr imageVon Klaus Wedekind
00:00 / 05:15
Stur Bräter Test (2 von 10)
Der Staub Bräter hat ein sehr gelungenes, schlichtes Design.

Nicht nur wegen seines zeitlosen Designs ist der Stur Gusseisen-Bräter eine Zierde für jede Küche. Im Praxistest überzeugt er auch bei der Zubereitung von Schmorbraten und anderen Topf-Gerichten. Außerdem lässt er sich einfach reinigen und ist eine ideale Ergänzung zu Pfannen des Berliner Herstellers.

Im vergangenen Jahr glänzten die Gusseisen-Pfannen von Stur im Praxistest von ntv.de auf ganzer Linie. Auch Sternekoch Markus Semmler konnten sie wenig später im Härtetest überzeugen. Deshalb war das Interesse groß, als der Berliner Hersteller seinen neuen Bräter made in Germany zuschickte, zumal er im Test-Haushalt auf eine Staub Cocotte traf, die dort schon seit mehr als zehn Jahren schmort. Kann der Neuling mit dem altbewährtem Klassiker mithalten?

Um den Stur-Bräter zu beurteilen, bereitete ntv.de Speisen zu, bei denen sich der in Frankreich fabrizierte Topf bereits mehrfach bewährt hat. Dazu gehören unter anderem Chicken Tikka Masala, Ratatouille, Chili con Carne und geschmorte Putenkeule in Rotweinsauce.

Stur Bräter Test (8 von 10)
Links der Stur-Bräter, rechts die Staub Cocotte. (Foto: kwe)

Der Stur-Bräter hat einen Innendurchmesser von 28 cm, während die Cocotte 30 cm bietet. Der Neuling bringt mit Deckel rund sieben, der Klassiker acht Kilo auf die Wage. In die Quere kommen sie sich nicht, zur Aufbewahrung passt der Stur-Bräter mit umgedrehtem Deckel in die Cocotte.

Emaille im Vorteil

Beide Töpfe sind emailliert, was zwei große Vorteile hat. Zunächst muss man sie nicht wie die getesteten Pfannen einbrennen, man kann sie vom ersten Mal an ganz normal einsetzen. Außerdem haben sie kein Problem mit Säure, die eine eingebrannte Patina ablösen würde.

Stur Bräter Test (10 von 10)
Extrem haltbar: Die beiden Bräter nach rund einem Monat und knapp zehn Jahren Gebrauch. (Foto: kwe)

Sorgen, dass die Emaille zu empfindlich oder gar spröde sein könnte, sind unbegründet. Man darf da nicht billige Töpfe mit abgesplitterter Beschichtung im Kopf haben. Die hochwertige Emaillierung hält von schabenden Gabeln bis zur Spülmaschine viel aus - und das über eine lange Zeit: Die Staub Cocotte hat bisher noch nicht die kleinste Macke davongetragen.

Unregelmäßigkeiten kein Problem

Stur gibt auf seinen Bräter 30 Jahre Garantie, so überzeugt ist der Hersteller von dessen Qualität. Im direkten Vergleich ist die Emaillierung am Übergang vom Boden zur Wand an einigen Stellen etwas unregelmäßiger als bei der Cocotte, aber das ist nur ein optischer Makel, der beim praktischen Einsatz keine Rolle spielt.

Stur Bräter Test (2 von 7)
Putenkeule in etwas Fett von allen Seiten anbraten. (Foto: kwe)

Wichtig ist vor allem, dass der Boden absolut plan ist und der Bräter eine optimale Wärmeverteilung bietet. Das ist bei beiden Töpfen der Fall, wenn sie auf der Gasflamme der Test-Küche oder einem Ceran- oder Induktionskochfeld zum Einsatz kommen.

Rillen statt Noppen

Der deutsche Kandidat war an den Rändern leicht im Vorteil, was aber mehr am kleineren Durchmesser als an der Qualität liegen könnte. Ansonsten blieb beim Anbraten nichts am Boden kleben, Fleisch entwickelte eine gleichmäßige und leckere Kruste mit Röstaromen. Die Effizienz ist hoch, der Boden schnell heiß genug zum Anbraten.

Stur Bräter Test (4 von 7)
Gemüse anschwitzen, kurz etwas Tomatenmark und braunen Zucker mitrösten. (Foto: kwe)

Im Backofen kommt es nicht nur darauf an, dass der Deckel gut abschließt. Beide Hersteller haben dessen Unterseite mit einer Struktur versehen, die kondensiertes Wasser möglichst gleichmäßig zurück auf das Gargut tropfen lässt. Bei Staub sind es Noppen, bei Stur kreisrunde Rillen. So muss man seltener Wasser oder Brühe nachgießen oder mit einem Löffel Sud auf den Braten geben.

Stur Bräter Test (5 von 7)
Mit Rotwein und Brühe ablöschen, Pute zurück in den Topf und bei geschlossenem Deckel bei 180 Grad eineinhalb bis zwei Stunden schmoren lassen. (Foto: kwe)

Das funktioniert prima bei beiden Designs. Beim Stur-Bräter genügte es beispielsweise bei zwei Stunden Schmorzeit einer Putenkeule einmal etwas Brühe nachzugießen.

Gute Handhabung, leicht zu reinigen

Was die Handhabung betrifft, liegt der Stur-Bräter, der nur Vertiefungen an der Unterseite der Griffe hat, ebenso sicher in den Topf-Handschuhen wie der Staub-Bräter mit klassischen Henkeln. Erfreulicherweise hat sich im Test erwiesen, dass beim Stur-Bräter die Leder-Griffschutze der 32-cm-Grillpfanne des Herstellers passen, die zum Test-Haushalt gehört. Ein weiterer Vorteil des Bräters ist, dass sein Deckel perfekt auf eine Stur-Pfanne mit 28 cm Durchmesser passt.

Stur Bräter Test (6 von 7)
Voilà, jetzt nur noch die Soße durch ein Sieb passieren und es kann serviert werden. (Foto: kwe)

Bei der Reinigung hat der Stur-Bräter ebenfalls voll und ganz überzeugt. Auch ohne Einweichen war er mit einem einfachen Spülschwamm im Nu sauber, intensives Schrubben war nie nötig. Sollte es doch mal erforderlich sein, muss man nicht besonders vorsichtig zur Sache gehen. Wenn man möchte, kann man den Bräter auch in die Spülmaschine geben, wobei man sich höchstens Sorgen um den Korb machen muss.

Fazit

Der Stur-Bräter ist ein ausgezeichneter Gusseisen-Topf, der im Praxistest beim Braten, Schmoren und Köcheln voll überzeugt hat. Er ist schnell auf Temperatur und verteilt und hält Wärme ausgezeichnet, obwohl er vergleichsweise leicht ist. Er hält Feuchtigkeit im Inneren und der Deckel passt auch auf eine 28-cm-Pfanne des Herstellers. Obendrein ist der Bräter gut zu handhaben und - vom Gewicht abgesehen - mühelos zu reinigen.

Anzeige
STUR Gusseisenbräter 28 cm, 7 L, emaillierter Gusseisen-Schmortopf
4
379,00 €399,00 €

Das alles trifft aber auf die gute alte Staub Cocotte ebenfalls zu, die wesentlich günstiger zu haben ist. Die 30-cm-Variante kostet aktuell rund 200, mit 28-cm-Boden rund 250 Euro. Für den Stur-Bräter muss man 400 Euro hinblättern. Nüchtern betrachtet lohnt sich der Aufpreis nur, wenn man bereits Stur-Pfannen nutzt und die Designsprache mag. Vielleicht spricht auch das Bauchgefühl für einen Bräter Made in Germany.

Quelle: ntv.de

Küchengeräte