Technik

Trump ist nicht die Zukunft Facebook zeigt, was seine Nutzer erwartet

Mark Zuckerberg präsentiert seinen "10-Jahres-Plan". Ein große Rolle spielen darin Chatbots, die unter anderem als Verkäufer dienen sollen. Außerdem stellt er eine sündhaft teure 360-Grad-Kamera vor und feuert eine Breitseite gegen Donald Trump.

Facebook hat auf seiner Entwicklerkonferenz F8 gezeigt, welche neuen Funktionen auf seine rund 1,6 Milliarden Nutzer zukommen. Unternehmensgründer Mark Zuckerberg demonstrierte, wie man in einem Dialog innerhalb des Messengers Blumen bestellen oder Nachrichten von CNN abrufen kann.

Wie erwartet startet das Online-Netzwerk dafür eine Plattform, über die Unternehmen eigene sogenannte Chatbots für den Kurzmitteilungsdienst aufsetzen können. So wird Software genannt, die sich mit Menschen unterhalten kann.

Schuhkauf mit Chatbot

Messenger-Chef David Marcus spielte im Detail durch, wie man im Messenger zum Beispiel Schuhe kauft. Der Chatbot eines Online-Händlers fragte zunächst nach der Art des Schuhs, dann nach der Preisspanne und anschließend wurde eine Galerie von Modellen zur Auswahl angezeigt. Auch bezahlt wird, ohne den Messenger zu verlassen. "Sie werden mehr Geld ausgeben, als Ihnen lieb ist", scherzte Marcus.

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Mark Zuckerberg erklärt, welche Rolle künstliche Intelligenz bei den neuen Messenger-Funktionen spielt.

(Foto: REUTERS)

Unternehmen bekommen die Möglichkeit, mit ihren Kunden über den Kurzmitteilungsdienst Messenger zu chatten. Live-Videos können künftig auch direkt von vernetzten Kameras zum Beispiel auf Drohnen übertragen werden. Der Messenger überschritt jüngst die Marke von 900 Millionen Nutzern. Zu Facebook gehört auch der Kurzmitteilungsdienst Whatsapp, der mehr als eine Milliarde Nutzer hat. Über beide zusammen würden pro Tag mehr als 60 Milliarden Nachrichten umgeschlagen, bei der SMS seien es in der Spitze insgesamt nur 20 Milliarden täglich gewesen. Facebook hatte bereits angekündigt, dass die Kurzmitteilungsdienste mit Dienstleistungen für Unternehmen Geld verdienen sollen.

Pläne für ideale 360-Grad-Kamera

Eine weitere Ankündigung zum Auftakt von Facebooks Entwicklerkonferenz F8 war das Konzept einer 360-Grad-Kamera, die mit 17 Objektiven zwei Stunden Video in hoher Qualität aufzeichnen kann. Facebook wolle nicht selbst Kamerahersteller werden, sondern werde die Hardware-Pläne für das rund 30.000 Dollar teure Gerät und die nötige Software kostenlos veröffentlichen, sagte Produktchef Chris Cox.

Zuckerberg setzt groß auf 360-Grad-Videos und virtuelle Realität. Er ist überzeugt, dass in einigen Jahren auf diese Weise auch private Videos gedreht und über Facebook geteilt werden. Er kaufte für zwei Milliarden Dollar die Firma Oculus, einen Pionier bei Brillen, mit denen man in virtuelle Welten eintauchen kann. Die erste Brille Oculus Rift wird seit Kurzem ausgeliefert, wegen Engpässen bei Bauteilen zeichnen sich aber zum Teil monatelange Verzögerungen ab.

Als eine weitere Neuerung bekommen App-Entwicklern die Möglichkeit, in ihre Anwendungen eine Anmeldung über Facebook ohne Eingabe eines Passworts einzubauen. Nötig ist lediglich eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer, an die ein Code geschickt wird. Facebook experimentiert schon lange mit solchen Funktionen, von denen nicht alle auch angenommen werden. Außerdem gibt es künftig direkt bei Facebook eine Speicherfunktion für Inhalte, die man sich später noch einmal ansehen will - ähnlich wie sie Dienste wie Pocket, Evernote oder Instapaper anbieten.

Breitseite gegen Trump

Zuckerberg begann seinen Auftritt mit politischen Botschaften. Er kritisierte Versuche, sich mit Mauern und Zäunen abzugrenzen, die er in verschiedenen Regionen der Welt gesehen habe. "Es erfordert Mut, Hoffnung statt Angst zu wählen", sagte Zuckerberg. "Anstelle Mauern zu bauen, können wir Menschen helfen, Brücken zu errichten."

In den USA interpretierten viele die Äußerungen auch als eine Breitseite gegen den umstrittenen Präsidentschafts-Anwärter Donald Trump.

Quelle: ntv.de, kwe