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Huaweis Windows-10-Premiere Matebook ist ein edler Flachmann

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Das Matebook ist ein flaches Schmuckstück und eine gelungene Windows-Premiere für Huawei.

(Foto: jwa)

Huaweis Matebook ist ein gelungenes 2-in-1-Debüt. Es punktet mit Top-Verarbeitung, klasse Display und guter Ausstattung. Reicht das zum Surface-Konkurrenten? n-tv.de hat's ausprobiert.

Dass ein Tablet auch Notebook-Ersatz sein kann, beweist Microsoft mit seiner Surface-Reihe. Apple schlägt mit dem iPad Pro in eine ähnliche Kerbe und preist sein Edel-Tablet als bessere PC-Alternative an. Und Huawei? Die Chinesen zeigen, dass sie verstanden haben, worum es geht und präsentieren mit dem Matebook eine veritable Alternative für Surface und iPad.

Edel wie ein iPad Pro

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Schickes Alukleid: Das Matebook von hinten.

(Foto: jwa)

In seiner edlen Metallhülle ist das Huawei-Detachable ähnlich attraktiv und dünn wie Apples iPad Pro und ebenfalls perfekt verarbeitet. Überflüssige Details gibt's nicht, eine Rückkamera fehlt. Lautstärkewippe und Fingerabdruck-Scanner sind in die Seite eingelassen, der Scanner ist flott und arbeitet fehlerfrei. An der langen Oberseite gibt es zwei Lautsprecher-Öffnungen, unten sitzen Lade-Pins für den Anschluss ans Tastatur-Cover.   

Das ist im Lieferumfang enthalten und wirkt mit seiner Oberfläche aus Kunstleder ähnlich edel wie das Tablet selbst. Das Touchpad ist glatt und erkennt Tipper und Wischgesten zuverlässig. Die Tasten haben einen recht weichen Anschlag, beim schnellen Tippen drücken ungeübte Finger oft aus Versehen eine benachbarte Taste mit, die Fehlerquote nimmt aber mit der Zeit ab.

Tastatur-Cover mit Haken

Huawei Matebook: Technische Daten

  • System: Windows 10 Home/Pro
  • Display: 12 Zoll, 2160 x 1440 Pixel (216 ppi)
  • Prozessor: Intel Core m3/m5/m7
  • Arbeitsspeicher: 4/8 GB
  • Interner Speicher: 128/256/512 GB SSD
  • WLAN ac, Bluetooth 4.1
  • USB 3.0 Typ C
  • Fingerabdruck-Scanner
  • Frontkamera: 5 MP
  • Akku: 4430 mAh
  • Maße: 278,8 x 194,1 x 6,9 mm
  • Gewicht: ca. 640 g

Das Tablet haftet magnetisch am Cover und kann in zwei Winkeln aufgestellt werden, indem die Abdeckung eingeklappt wird. Der Unterschied zwischen beiden Positionen ist aber nicht sehr groß, eine dritte Option wäre wünschenswert. Kleiner Schönheitsfehler: Der Tastenblock liegt nicht ganz plan auf dem Tisch auf und gibt bei jedem Tastenanschlag leicht nach. Leider kann man die Tastatur auch nicht magnetisch anwinkeln. Ansonsten ist das Tastatur-Cover gut gelungen. Auf dem Schoß zu tippen ist aber etwas heikel, denn die Magnete im Cover sind nicht stark genug, um das Tablet sicher in Position zu halten.

Schräge Betrachtungswinkel sind beim Matebook kein Problem, das Display ist hell, scharf und stellt Farben ansprechend dar. Nützliche Funktion: "MonitorManage" hilft beim Einstellen der Farbtemperatur und bietet einen Augenschutz-Modus für entspannteres Lesen, der blaues Licht herausnimmt, ähnlich wie bei Apples Nacht-Modus. Der Gehilfe ist per Rechtsklick vom Desktop aus erreichbar.

Zum Schreiben, Lesen und zum Surfen im Netz ist das Matebook gut geeignet, auch weniger anspruchsvolle Aufgaben erledigt es ohne zu murren. Bei aufwendiger Bildbearbeitung oder Videoschnitt ächzt zumindest das n-tv.de-Testgerät unter der Rechenlast - der Core-m3-Prozessor ist zwar stromsparend, aber nicht für Profi-Aufgaben ausgelegt. Auch die 4 Gigabyte Arbeitsspeicher sind etwas mager. Für die stärkere Variante mit Core-m5-Chip und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher wird ein Aufpreis fällig, die stärkste Konfiguration mit Core-m7-Prozessor ist in Deutschland nicht zu haben. 

Dock muss sein

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Mit Tastatur, Stift und Dock ist das Matebook ein Notebook-Ersatz.

(Foto: jwa)

Außerdem hat das Gerät nur einen USB-C-Anschluss, Peripheriegeräte müssen mit dem separat erhältlichen Dock angeschlossen werden. Erst das macht das Matebook zu einem vollwertigen Laptop. Es hat Anschlüsse für HDMI und VGA, eine Halteschlaufe für den digitalen Stift "MatePen", außerdem einen LAN- und zwei USB-3.0-Steckplätze und einen USB-C-Eingang für das Ladekabel. Es kommt im Kunstlederetui mit etwas zu schwachen Magneten, die nicht mehr richtig schließen, wenn der MatePen in der Schlaufe steckt.

Praktisch ist der digitale Stift vor allem für unterwegs und für gelegentliche handschriftliche Notizen oder Zeichnungen. Im Tabletmodus hilft er, die teils sehr kleinen Schaltflächen sicher zu treffen. Zeichnungen werden ohne Latenz in der App Sketchbook verarbeitet, mit der das Arbeiten durchaus Spaß macht. Nettes Extra: Im hinteren Ende des Stifts steckt ein Laserpointer, der bei Präsentationen nützlich ist. Die Tasten dienen dann zum Vor- und Zurückspringen.

Wer auf lange Laufzeiten angewiesen ist, arbeitet am besten mit abgedunkeltem Display oder achtet auf eine Steckdose in Reichweite: Im Akkutest verbrauchte das Matebook mit aktiviertem WLAN, hellem Display und unter halber Last (Microsoft Word und gelegentlich kurze Ausflüge in den Tablet-Modus und das Sektchbook) in rund vier Stunden etwa 70 Prozent Ladung. Die von Huawei versprochenen 10 Stunden Laufzeit zum Arbeiten sind also etwas zu optimistisch geschätzt.

Tolles Debüt, aber ...

Als Einstieg in den Markt der 2-in-1-Geräte ist das Matebook wirklich gut gelungen. Die Verarbeitung ist top, das Display brillant und der Fingerabdruck-Scanner schnell und treffsicher. Zum Notebook wird das Matebook aber erst mit dem Zubehör. Auch hier setzt Huawei auf gute Verarbeitung und edles Material. Der MatePen fühlt sich aufgrund seines leichten Gewichts etwas billig an, taugt aber gut als Arbeits- und Zeichengerät. Pluspunkt: Das Tastatur-Cover ist im Lieferumfang enthalten. Dock und Stift müssen aber für 100 Euro (Dock) und 70 Euro (Pen) dazugekauft werden.

Nicht alles am Matebook ist perfekt, und der aufgerufene Preis von 880 Euro für die Einstiegsvariante ist nicht günstig. Anderseits: Samsungs Galaxy Tab Pro S kostet mit ähnlicher Ausstattung rund 1000 Euro. Ein Surface Pro 4 mit gleicher technischer Ausstattung kostet mit Stift aktuell 900 Euro, mit Type Cover im Paket 1020 Euro - inklusive USB-Anschluss, microSD-Steckplatz und Rückkamera. Das Matebook kostet mit Stift und Tastatur 950 Euro. Der Preisunterschied ist allerdings zu gering, um Huaweis Gerät klar den Vorzug zu geben. Immerhin, Microsofts optionales Dock kostet 230 Euro, die Huawei-Station ist deutlich günstiger.

Quelle: n-tv.de

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