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Dolmetschen für Flüchtlinge Mit diesen Apps sprechen Sie Ukrainisch

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Ohne Smartphones wäre oft keine Verständigung zwischen Ukrainern und Helfern möglich.

(Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE)

Um aus der Ukraine geflohenen Menschen zu helfen, ist es wichtig, sich mit ihnen unkompliziert verständigen zu können. Am einfachsten nutzt man dafür Smartphone-Apps, die simultan übersetzen. Android-Geräte und iPhones haben gute Bordmittel, aber auch andere Anwendungen sind empfehlenswert.

Viele der von der Ukraine nach Deutschland geflüchteten Menschen sprechen weder Deutsch noch Englisch, auch nicht alle Helfer sind Fremdsprachengenies. Fast jeder hat aber ein Smartphone und damit praktisch einen Dolmetscher in der Tasche. Jüngere Android-Geräte oder iPhones können schon mit Bordmitteln sehr gut simultan übersetzen. Es gibt aber auch Apps von Drittanbietern, die es vielleicht sogar noch besser hinbekommen. ntv.de stellt verschiedene Möglichkeiten vor und erklärt, wie es gemacht wird.

Apple, Google und andere Unternehmen haben in der jüngsten Zeit große Fortschritte bei der Spracherkennung über maschinelles Lernen gemacht. Dadurch ist es inzwischen sogar möglich, mit dem Smartphone als Dolmetscher fast normale Gespräche zu führen. Dafür ist gewöhnlich eine Internetverbindung nötig, um die "Künstliche Intelligenz" von Cloud-Servern zu nutzen. Für manche Sprachen gibt es zwar Downloads, um sie offline zu verwenden. Allerdings kann man dann nur Text eingeben und keine Gespräche führen.

Apple Übersetzen

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"Apple Übersetzen" bietet lediglich Sprachübersetzungen von und nach Russisch an.

(Foto: kwe)

Wer ein iPhone mit iOS 15 oder 14 als Betriebssystem besitzt, findet unter seinen Anwendungen die Apple-App "Übersetzen". Ukrainisch bietet sie nicht an, dafür steht Russisch zur Verfügung, womit Ukrainer normalerweise aber auch keine Probleme haben.

Um ein Gespräch simultan dolmetschen zu lassen, tippt man in der geöffneten App unten auf Konversation. Sitzt oder steht man sich gegenüber, kann man über das Symbol links neben dem Mikrofon den Bildschirm so teilen, dass beide Partner ihre Übersetzung lesen können, indem man auf Gegenüber tippt.

Es gibt dann auch zwei Mikrofon-Symbole, die man antippt, wenn man sprechen möchte. Praktischer ist es, vor der Umstellung auf dem geteilten Bildschirm festzulegen, dass Sprache automatisch erkannt und übersetzt wird.

Zu den Einstellungen kommt man über die drei Punkte rechts neben dem Mikrofon. Dort findet man auch die Option, Übersetzungen wiederzugeben. Das heißt, die App liest sie vor. Das ist angenehm, da man sich dann beim Gespräch ins Gesicht blicken kann.

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Noch besser wäre der Google-Übersetzer, wenn eine Hälfte des geteilten Bildschirms zum Gesprächspartner zeigen würde.

(Foto: kwe)

Russisch gehört zu den Sprachen, die man in der Übersetzen-App auch offline verwenden kann. Allerdings klappt das dann nur mit eingegebenem Text, für die Spracherkennung benötigt die Anwendung eine Internetverbindung.

Um Russisch herunterzuladen, tippt man oben auf einen der nach unten gerichteten Pfeile und dann auf Sprachen verwalten. Unter Zum Laden Verfügbare Sprachen tippt man dann auf den Pfeil hinter Russisch und der Download startet.

Google Übersetzer

Auf Android-Smartphones ist der "Google Übersetzer" das Bordmittel der Wahl. In der App findet man neben Russisch auch Ukrainisch, wenn man unten auf eine der voreingestellten Sprachen tippt. Die Sprache steht auch zum Download bereit, um sie offline übersetzen zu lassen. Dann kann man allerdings wie bei der Apple-Lösung nur Text eingeben.

Um ein Gespräch zu führen, tippt man unten links auf Unterhaltung. Danach kann man entweder abwechselnd auf die Mikrofon-Symbole links und rechts tippen oder über das mittlere beide Sprachen automatisch erkennen lassen.

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Der "Microsoft Übersetzer" ist die umfangreichste Gratis-Dolmetscher-App.

Dabei gibt es leider keinen geteilten Bildschirm, bei dem beide Seiten ihre Übersetzung lesen können. Die Texte stehen übereinander, man muss das Smartphone daher drehen. Die automatisch aktivierte Sprachausgabe ist allerdings so deutlich, dass man darauf vermutlich meistens verzichten kann, notfalls wiederholt man sie über das Lautsprecher-Symbol.

Eine gute Idee ist das Winke-Symbol oben rechts. Tippt man es an, sieht man in der gewählten Sprache die Erklärung, dass man die Übersetzer-App nutzen möchte, um miteinander zu sprechen. Man kann den Wunsch auch vorlesen lassen.

Der Google-Übersetzer steht weitgehend mit dem gleichen Funktionsumfang auch für iPhone-Nutzer im App Store zum Download zur Verfügung.

Microsoft Übersetzer

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"Sofortige Sprachübersetzung" ist einfach, aber gut.

(Foto: kwe)

Eine nicht nur optisch gelungene kostenlose Alternative für beide Betriebssysteme ist "Microsoft Übersetzer" beziehungsweise "Microsoft Translator" (iOS). Sie bietet unter anderem sogar die Möglichkeit, einen Chat mit mehreren Personen zu führen, die jeweils mit ihrem eigenen Smartphone teilnehmen können.

Um eine Unterhaltung zu starten, tippt man auf das große Mikrofon-Symbol. Danach wählt man die Sprachen aus, indem man auf die Felder links oder rechts des Mikrofons tippt. Dort stehen unter anderem Ukrainisch und Russisch zur Verfügung. Downloads gibt es auch, aber ebenfalls nur für die Text-Übersetzung.

Schön ist, dass Microsoft anbietet, die Sprachausgabe für beide Teilnehmer individuell auf weiblich oder männlich einzustellen. Dazu tippt man in der Auswahl auf das Personen-Symbol.

Man kann auch einen geteilten Bildschirm mit zwei separaten Mikrofonen einstellen und hat dabei auch noch die Wahl, den Text zu drehen. Grundsätzlich ist es auch möglich, Sprache automatisch erkennen und übersetzen zu lassen, allerdings fehlt diese Option bei Ukrainisch. Für Russisch steht sie zur Verfügung.

Sofortige Sprachübersetzung

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"SayHi" ist nicht sehr umfangreich, bietet aber eine gute Spracherkennung.

(Foto: kwe)

Eher unbekannt und damit ein Geheimtipp ist "Sofortige Sprachübersetzung" für iOS und Android. Die Gratis-App mit dem zackigen Namen ist sehr übersichtlich und damit unkompliziert. Links und rechts neben dem Mikrofon kann man die verwendeten Sprachen auswählen, unter den vielen Möglichkeiten gibt es auch Ukrainisch und Russisch.

Tippt man links unten auf das A-/B-Symbol, teilt sich der Bildschirm und die Person gegenüber kann die Übersetzung in ihre Sprache lesen. Ein eigenes Mikrofon hat sie allerdings nicht und die Sprachausgabe ist ausschließlich weiblich.

SayHi

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Von Amazon stammt die kostenlose Dolmetscher-App "SayHi". Seit Kurzem hat das Unternehmen auch Ukrainisch hinzugefügt, Russisch war bereits im Angebot.

Der Dolmetscher-Modus ist noch schlichter, funktioniert aber sehr gut. Es gibt zwei Mikrofone, unter denen man jeweils eine Sprache einstellen kann. Eine automatische Spracherkennung gibt es für Ukrainisch noch nicht, es fehlt auch ein geteilter Bildschirm.

Quelle: ntv.de

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