Technik
Motorola verkauft das Moto Z3 Play mit passendem Akku-Mod.
Motorola verkauft das Moto Z3 Play mit passendem Akku-Mod.(Foto: kwe)
Montag, 02. Juli 2018

Huckepack-Akku inbegriffen: Moto Z3 Play hat immer eine Reserve

Von Klaus Wedekind

Das Moto Z3 Play ist ein prima Mittelklasse-Smartphone, das durch Aufsteck-Module sehr wandlungsfähig ist. Der wichtigste Mod ist schon dabei und macht das Gerät zum konkurrenzlosen Dauerläufer.

Als Motorola die Z-Reihe mit den Mods startete, gab es nicht wenige, die ihr ein schnelles Ende prophezeiten. Denn bis dahin waren Versuche, Smartphones durch Ansteck-Module interessant zu machen durch die Bank gescheitert. Doch Motorola machte seine Sache besser und jetzt gibt es das Moto Z Play bereits in der dritten Generation.

An das Z3 Play passen die Mods der Vorgänger und umgekehrt.
An das Z3 Play passen die Mods der Vorgänger und umgekehrt.(Foto: kwe)

Ein Erfolgsrezept der Mods ist Kontinuität und Vielseitigkeit. Zum einen passen die Ansteckmodule des ersten Z Play auch auf den Rücken des jüngsten Familienmitglieds, zum anderen gibt es inzwischen schon recht viele Mods. Die einfachsten sind Aufsätze, die den Stil des Smartphones verändern, die aufwändigsten sind Kamera- oder Gamepad-Mods.

Akku-Mod inklusive

Normalerweise muss man die Mods dazukaufen, doch beim Moto Z3 Play gehört das vielleicht wichtigste Modul zum Lieferumfang dazu: Es kommt mit einem Aufsteck-Akku, der auf die 3000 Milliamperestunden der eingebauten Batterie nochmal 2200 Milliamperestunden draufpackt. Er kann als Reserve bei Bedarf über die Mitteilungszentrale hinzugeschaltet werden und wahlweise den eingebauten Akku konstant bei 80 (empfehlenswert) oder 100 Prozent Ladung halten. So kann man das Gerät tagsüber intensiv nutzen und abends ohne Mod mit einem schlanken Gerät losziehen. Im Test kam das Smartphone mit dem Batterie-Duo bei normalem Betrieb locker über zwei Tage. Klasse!

Mit Akku-Mod ist das Gerät zwar etwas pummelig, aber griffiger und besser geschützt.
Mit Akku-Mod ist das Gerät zwar etwas pummelig, aber griffiger und besser geschützt.(Foto: kwe)

Mit aufgesteckten Akku-Mod ist das Z3 Play ziemlich schwer und etwas moppelig, aber das nimmt man für das Durchhaltevermögen gerne in Kauf, zumal das Modul bombenfest magnetisch anhaftet und das Handy durch seine raue Kunststoff-Rückseite griffiger ist. Problematisch könnte für manche Hände und Hosentaschen eher die schiere Größe des Z3 Play sein. 6 Zoll misst das Display und bauartbedingt sind die Ränder an den Seiten nicht so schmal wie bei anderen aktuellen Geräten.

Neues Format, größeres Display

Insgesamt ist das neue Handy aber nur ein klitzekleines bisschen größer geraten als der Vorgänger. Das liegt daran, dass die Grundfläche durch die kompatiblen Mods vorgegeben ist. Das Z3 Play nutzt den zur Verfügung stehenden Platz mit einem Bildschirm im 2:1-Vormat aber besser aus als die zweite Generation mit einem 16:9-Display.

Ohne Mods ist das Moto Z3 Play ein sehr gutes und sehr dünnes Mittelklasse-Smartphone. Aus der gläsernen Rückseite ragt dann aber die Kamera sehr deutlich hervor und man sieht die Anschluss-Pins für die Mods. Wenn man's nicht mag und zum Schutz kann man eine der vielen verschiedenen Rückseiten kaufen, die rund 25 Euro kosten. Ansonsten sind Verarbeitung und Haptik hervorragend.

Das AMOLED-Display kann sich sehen lassen.
Das AMOLED-Display kann sich sehen lassen.(Foto: kwe)

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Fingerabdrucksensor, der durch den Formatwechsel jetzt an der rechten Seite unter den Lautstärke-Tasten sitzt - die Rückseite steht durch die Mods dafür nicht zur Verfügung.  Wenn man den Sensor trifft, reagiert er nicht allzu zackig, aber zuverlässig.

Prima OLED-Display

Der OLED-Bildschirm des Moto Z3 Play ist kontraststark und liefert kräftige, natürliche Farben und er kann auch recht hell leuchten. Die Auflösung ist mit FHD+ absolut ausreichend, mehr als 2160 x 1080 Pixel würden nur unnötig Strom verbrauchen. Praktisch ist die Navigation über den virtuellen Home-Button: Man schiebt ihn nach links oder rechts, um einen Schritt zurückzugehen oder in die Multitasking-Ansicht zu gehen, ein Tipper führt zum Homescreen.

Technische Daten
  • System: Android 8.1
  • Display: 6 Zoll, AMOLED, Full HD+ (2160 x 1080 Pixel, 403 ppi)
  • Prozessor. Snapdragon 636, 1,8 GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 64 GB + microSD-Karten
  • Kamera: 12 + 5 MP, f/1.7
  • Frontkamera: 8 MP, f/2.0
  • Akku: 3000 mAh, Schnellladefunktion
  • WLAN ac, Bluetooth 5.0, NFC
  • USB-C,
  • Fingerabdruck-Sensor
  • Maße: 156,5 x 76,5 x 6,8 mm
  • Gewicht: 156 g

Wie andere Hersteller hat auch Motorola auf die Klinkenbuchse verzichtet, zum Lieferumfang gehört aber ein Adapter auf den USB-C-Anschluss. Gespart wurde beim Gehäuseschutz - das Gerät ist nicht wasserdicht, es gibt lediglich eine Beschichtung, die bei Regengüssen oder kleineren Unfällen Schlimmeres vermeiden soll.

Die Leistung passt. Qualcomms Prozessor Snapdragon 636 hat mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher keine Mühe, jederzeit einen flüssigen Betrieb zu gewährleisten. 64 Gigabyte interner Speicher sind normalerweise völlig ausreichend, nach Inbetriebnahme stehen dem Nutzer davon rund 59 Gigabyte zur Verfügung. Wer für Fotos und Videos mehr Platz braucht, kann microSD-Karten einstecken, dann entfällt aber die Option, eine zweite SIM-Karte zu verwenden.

Kamera enttäuscht nicht

Auch die Dual-Kamera des Moto Z Play 3 ist Motorola gut gelungen. Auf dem Papier hat sich zwar wenig zum Vorgängermodell verändert, aber die Hauptkamera macht mit 12 Megapixeln und der Blende f/1.7 noch ein bisschen bessere Fotos, die sich auch noch bei schwächerem Licht mehr als sehen lassen können. Sie löst flott aus, fokussiert schnell und exakt und ist zudem eine gute Video-Kamera.

Das durch die Tiefen-Infos der zweiten Kamera mögliche künstliche Bokeh sieht auf dem Display ansprechend aus, zeigt auf dem Computermonitor allerdings an den Übergängen sichtbare Ungenauigkeiten. Die Kamera-App überzeugt, sie ist einfach zu bedienen, bietet aber auch ambitionierteren Fotografen genügend Möglichkeiten.

Einzigartiger Dauerläufer

Für 500 Euro wäre das Moto Z3 Play eigentlich kein besonderes Schnäppchen, schließlich kostet auch das Leistungs-Monster OnePlus 6 kaum mehr und andere starke Mittelklässler wie das Honor 10 oder das Nokia 7 Plus gibt's für weniger als 400 Euro. Doch das Z3 Play ist durch das mitgelieferte Akku-Mod ein konkurrenzloser Dauerläufer. Und die Möglichkeit, das Gerät mit anderen Erweiterungen für Spezialaufgaben anzupassen, ist auch ein Kaufargument, das die Konkurrenz nicht zu bieten hat.

Quelle: n-tv.de