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Flotter Vierer für wenig Geld Motorola G7 ist vierfacher Preis-Leistungs-Hit

Moto G7 Moto G7 Plus

Das G7 und das G7 Plus sind die beiden stärksten Mitglieder aus Motorolas G7-Familie.

(Foto: jwa)

Motorola präsentiert gleich vier G7-Smartphones. Die Gut-und-Günstig-Reihe ist damit so breit aufgestellt wie nie, und in der Preisklasse zwischen 150 und 300 Euro zieht Motorola alle Register. Haken gibt's kaum, dafür aber rekordverdächtige Werte.

Die Smartphones aus Motorolas G-Serie waren einige Zeit unübertroffene Preis-Leistungs-Knaller. Das erste Moto G erschien 2013 mit für damalige Verhältnisse sehr ordentlicher Technik zu einem sehr moderaten Preis, für n-tv.de war es deshalb das erste echte "Volks-Smartphone". Seitdem ist viel passiert, Hersteller wie Honor und Nokia machen der G-Serie ihren Platz streitig. Dass Motorola da noch mithalten kann, soll jetzt die G7-Serie mit gleich vier Geräten beweisen.

G7 Play als Einstiegsmodell

Das Einsteigermodell ist das G7 Play. Wer keine hohen Ansprüche an sein Smartphone hat, aber auch keinen Schrott kaufen will, liegt hier richtig. Es ist nicht deutlich schwächer als seine G7-Geschwister, der Snapdragon-632-Prozessor taktet auch im G7 Power und im G7. Kleine Abstriche muss man beim Preis von 150 Euro aber machen: Das G7 Play hat nur 2 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher - der lässt sich aber immerhin per microSD-Karte erweitern. Sein Display bietet nur HD+-Auflösung, das entspricht 1512 x 720 Pixeln. Das ist zwar nicht mehr zeitgemäß (auch das erste Moto G hatte 720 Pixel in der Breite), in der Einsteigerklasse aber nicht unüblich und auch gar nicht schlimm: Auf dem 5,7-Zoll-Bildschirm lassen sich einzelne Bildpunkte nämlich auch bei genauem Hinsehen kaum erkennen.

Die Hauptkamera schießt Fotos mit 13 Megapixeln (MP) und Blende f/2.0, Selfies macht das G7 Play mit 8 MP, dazu gibt‘s einige Kamera-Features wie Porträt-Effekte oder Gruppenselfies, die sich das G7 Play mit seinen Geschwistern teilt. Vorteil für Freunde kompakter Geräte: Weil es recht schmale Displayränder hat, ist das G7 Play trotz seines 5,7-Zoll-Bildschirms ein recht kleines Smartphone, es ist immerhin einen Zentimeter kürzer als das G7, etwas schmaler und auch einen Hauch dünner.

G7 Power ist Ausdauermeister

Moto G7 Power

Das Moto G7 Power hat den dicksten Akku.

(Foto: jwa)

Deutlich größer ist das G7 Power, das rund 210 Euro kostet. Es teilt sich mit dem Play den Prozessor und auch die Displayauflösung hat Motorola bei HD+ belassen - das führt bei einer Displaydiagonale von 6,2 Zoll unweigerlich zu einer etwas körnigeren Darstellung, ist aber immer noch erträglich. Das G7 Power hat dafür einen anderen Trumpf, auf den schon sein Name hindeutet: einen der stärksten Akkus der Branche. Ganze 5000 Milliamperestunden (mAh) fasst die Kraftzelle des G7 Power, damit überflügelt es selbst Akkukönige wie das Huawei Mate 20 Pro mit seiner 4200-mAh-Batterie. Zusammen mit der niedrigen Auflösung und dem genügsamen Prozessor wird das G7 Power zum echten Dauerläufer, laut Motorola sind zweieinhalb Nutzungstage locker drin.

Bei der Speicherausstattung hat das G7 Power etwas mehr Reserven als das Play, 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB interner Speicher sind an Bord, auch hier gibt‘s zudem einen microSD-Steckplatz sowie Einschübe für zwei Nano-SIM-Karten. Auch die Kamera ist etwas stärker: Sie macht Fotos mit 12 Megapixeln und profitiert davon, dass die einzelnen Bildpunkte auf dem Sensor größer sind als beim Play. Dadurch können sie mehr Licht aufnehmen, was in der Dämmerung oder bei Nachtaufnahmen von Vorteil ist. Für Selfies kommt die gleiche Kamera zum Einsatz.

G7 knipst doppelt besser

Ambitionierte Hobby-Fotografen werden sich mit dem Play und dem Power eher nicht arrangieren können, auch wenn beide durchaus fortschrittliche Kamerafunktionen an Bord haben. Trotzdem wird‘s für Knipser erst mit dem G7 interessant, das hat nämlich eine Dual-Kamera, bei der neben der lichtstarken 12-MP-Linse mit Blende f/1.8 ein zweiter 5-MP-Sensor für die Ermittlung von Tiefeninformationen zuständig ist. Das sorgt für bessere Porträtfotos mit Unschärfeeffekt und erlaubt G7-Nutzern zum Beispiel, Personen und Objekte freizustellen und nachträglich einen anderen Hintergrund einzufügen.

Moto G7 Plus, G7 und G7 Power

Große Ähnlichkeit: Drei von vier Moto-G7-Smartphones nebeneinander.

(Foto: jwa)

Die Kamera-Software ist sonst zwar identisch, man sieht aber im direkten Vergleich Qualitätsunterschiede zwischen dem G7 Power und dem G7, die deutlich machen, dass man als Foto-Freund eher zum G7 greifen sollte. Auch sonst ist bei dem 250-Euro-Smartphone alles etwas schicker. Das Smartphone ist kompakter, obwohl sein Display ebenfalls 6,2 Zoll misst, und der Bildschirm bietet mit Full HD+ eine deutlich höhere Auflösung. Dazu kommen kleine Extras unter der Haube wie etwa eine Nanobeschichtung, die das Smartphone vor Feuchtigkeit schützt.

G7 Plus ist Topmodell

Das Topmodell der G7-Familie ist das G7 Plus. Äußerlich ist es kaum vom G7 zu unterscheiden, Abmessungen und Design sind identisch, nur die Gehäusefarben verraten den Unterschied: Das Plus geht in Dunkelblau in den Verkauf, das G7 ist in Schwarz gekleidet. Das Plus hat als einziges Gerät der Reihe einen anderen Prozessor, der Snapdragon 636 hat etwas mehr Power als der 632. Seine Grafikeinheit ist etwas stärker, die Rechenkerne stammen aus dem ehemaligen Top-Chip Snapdragon 835, das integrierte Modem erlaubt schnellere Downloadraten - im Alltag wird der Unterschied aber kaum ins Gewicht fallen.

Dazu gibt‘s ein paar Extras, die sich erst beim Blick aufs Datenblatt offenbaren: Das Plus ist das einzige G7-Modell, das den schnellen WLAN-Standard ac unterstützt, es hat als einziges Bluetooth 5.0 und zudem Stereolautsprecher, die für ihre Größe recht kraftvoll klingen. Der Akku ist mit 3000 mAh genauso groß beim im G7, er kann aber dank Turbocharge-Technologie schneller geladen werden.

Moto G7 und Moto G7 Plus

Das G7 und das G7 Plus (unten) unterscheidet äußerlich nur ihre Farbe.

(Foto: jwa)

Auch die Kamera ist noch etwas besser als die Knipse des G7. Die Hauptkamera macht Fotos mit 16 MP und Blende f/1.7, dazu gibt‘s ebenfalls einen zweiten 5-MP-Sensor für die Tiefenberechnung. Selfies knipst das G7 Plus mit 12 MP, hier fallen vor allem die im Vergleich größeren Bildpunkte ins Gewicht, die bei wenig Licht einen Vorteil bringen. 

In der Mittelklasse, in der die G-Reihe immer schon spielte, ist das Plus also das neue Premium-Modell. Das hat aber auch seinen Preis, der aber immer noch moderat ist: Rund 300 Euro soll das Plus kosten. Wer auf die Extras verzichten kann wird aber auch mit den günstigeren Geräten glücklich, denn die im Alltag wichtigsten Funktionen teilen sie sich.

Software-Einheit

Dazu gehört auch die Software: Alle kommen mit Android 9 Pie in den Handel, Motorola verspricht mindestens ein großes Software-Update auf die kommende Android-Version - lediglich das Play wird Android Q nicht bekommen. Die Benutzeroberfläche ist wie immer bei Motorola fast reines Android, ergänzt nur durch ein paar nützliche Extras zur leichteren Bedienung, darunter zum Beispiel die praktischen Gesten zum Starten der Taschenlampe und der Kamera. Die sind bei allen G7-Modellen gleich, und das ist gut so.

Ob Motorolas Strategie aufgeht, sich in einer derart niedrigen Preisklasse so breit aufzustellen, wird sich erst noch zeigen müssen - alle Geräte gehen Mitte Februar in den Handel, das G7 wird exklusiv über Amazon verkauft.

Quelle: n-tv.de

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