Panel und Akku wiegen 3,4 kgNeues Jackery-Duo bildet ideales Rucksack-Solarkraftwerk
Von Klaus Wedekind
Jackery bietet mit dem faltbaren Solarpanel SolarSaga 40 Air und der Mini-Powerstation Explorer 300D eine Kombination an, die sogar beim Wandern Strom erzeugen und speichern kann. Im Test versorgt das Duo problemlos Smartphones und Laptops, das 900 g leichte Panel kann dies teilweise auch ohne Speicher.
Fast drei Jahre ist es her, dass ntv.de Jackerys Solargenerator 300 Plus und das SolarSaga 40W Mini getestet hat. Die mobile Kombination aus Powerstation und faltbarem Solarpanel wiegt fast 5 kg und kostete knapp 450 Euro. Jetzt gibt es mit der Explorer 300D und dem SolarSaga 40 Air ein neues Duo, das zusammen lediglich 3,4 kg auf die Waage bringt und aktuell nur rund 340 Euro kostet. Einzeln bekommt man die Powerstation für rund 240, das Panel für 100 Euro. ntv.de hat ausprobiert, was mit dem Duo möglich ist.
Kompakt mit raffinierter Kabel-Lösung
Jackerys kleinste Powerstation mit einer Kapazität von 288 Wattstunden (Wh) ist turmförmig und mit 12,2 X 18,3 X 11,8 cm sehr kompakt. Ein besonderes Detail ist seine praktische Halteschlaufe, die gleichzeitig ein USB-C-Kabel ist. Um es zu lösen, drückt man die Halterungen nach unten und dreht. Ansonsten hält die Strippe bombenfest.
Erfreulicherweise hat Jackery auch eine Lampe untergebracht, die dauerhaft hell leuchten oder blinken kann. Ein gut ablesbares Display über den Anschlüssen zeigt Ein- und Ausgangsleistung sowie den Ladestand der Batterie an. Die Jackery-App ist bei dieser Powerstation nutzlos, die Explorer 300D kann sich nicht per Bluetooth mit einem Smartphone verbinden.
Genügend Anschlussmöglichkeiten
Für ihre Größe und Kapazität bietet die Powerstation genug Anschlussmöglichkeiten. Auf der Vorderseite hat sie drei USB-C-Ports. Zwei liefern bis zu 140 W, die dritte bis zu 65 W. Dazu gibt es einen USB-A-Anschluss, der höchstens 15 W bietet und einen 12-V-Autoanschluss (120 W).
Zwar können nicht alle Ausgänge gleichzeitig ihre jeweilige Höchstleistung liefern - die maximale Gesamtdauerleistung beträgt 140 W. Im Alltag einer solchen Powerstation dürfte dies aber ebenso wenig eine Rolle spielen, wie das Fehlen einer AC-Steckdose. Wer mehr benötigt, ist mit der 300 Plus besser bedient, die auf 300 W kommt und eine Steckdose hat.
Die Explorer 300D kann auf drei verschiedene Arten aufgeladen werden. Am schnellsten geht es über einen der drei USB-C-Ports, dann ist ein leerer Akku in rund 2,3 Stunden wieder auf 100 Prozent. Über die Autosteckdose dauert es etwa 4,1 Stunden. Am Solaranschluss kann die Batterie mit bis zu 100 W aufgetankt werden, was theoretisch in 3,5 Stunden möglich ist. Mit dem SolarSaga 40 Air dauert es im Idealfall 9,5 Stunden.
Hoher Wirkungsgrad
Das Laden und Entladen über die DC-Anschlüsse der Explorer 300D ist effizienter als über eine Steckdose, da Gleich- nicht in Wechselstrom gewandelt werden muss. Den Messwerten von ntv.de zufolge hat die Explorer 300D einen Wirkungsgrad, der in den optimalen Ladebereichen (etwa 20 bis 80 Prozent) um die 90 Prozent oder mehr beträgt.
Beim Auftanken mit einem hochwertigen 140-W-Netzteil von Anker bei einem Ladestand von 46 Prozent zeigte das Display der Powerstation beispielsweise eine Eingangsleistung von 131 W auf. Das entspricht einem Wirkungsgrad von 98,5 Prozent. Auch wenn man davon ausgeht, dass die Anzeigen etwas übertreiben, ist das exzellent. Bei der Versorgung von Geräten erreicht die Explorer 300D etwa einen Wirkungsgrad von 85 Prozent. Auch das ist ein prima Wert.
Langlebig, leise und sicher
Die Lebensdauer der Powerstation ist lang, da sie einen LiFePo4-Akku (Lithium-Eisen-Phosphat) besitzt. Jackery gibt an, dass der Akku nach 4000 vollständigen Ladezyklen noch 70 Prozent Kapazität hat. Selbst bei einem regelmäßigen Einsatz entspräche dies rund zehn Jahren. Da man Powerstations in der Realität viel seltener nutzt, hat man voraussichtlich noch wesentlich länger Freude an dem Gerät.
Auch unter Höchstlast arbeitet die Powerstation nahezu lautlos. Im Test war kaum mehr als ein sehr leises Fiepen zu hören. Man muss sich auch keine Sorgen um die Sicherheit machen. Das Batteriemanagementsystem (BMS) schützt vor Überladung, Tiefentladung, Überhitzung, Überstrom und Kurzschlüssen. Das Gehäuse ist schwer entflammbar und kann einige Stöße aushalten, ist aber nicht wasserfest. Die Powerstation ist ausgelegt für einen Betrieb zwischen -15 und +45 Grad.
SolarSaga 40 Air lässt sich gerne hängen
Im Test hat sich das SolarSaga 40 Air als ideale Ergänzung der Explorer 300D erwiesen. Es ist nach IP68 staub- und wasserfest und für Temperaturen zwischen -20 und +65 Grad ausgelegt. Das 40-W-Panel lässt sich in vier Teilen etwa auf Notebook-Größe zusammenfalten und wiegt lediglich 900 Gramm. Damit kann es unter anderem im Laptop-Fach eines Rucksacks transportiert werden. Idealerweise trägt man das Panel aber entfaltet auf der Außenseite.
Dafür liefert Jackery zwei Karabinerhaken mit, die an den Ösen des SolarSaga 40 Air und beispielsweise an den Gurthalterungen eines Rucksacks befestigt werden. Man kann es damit aber auch an einem Baum oder irgendwo anders aufhängen, wo es Sinn ergibt. Für den Test hat es ntv.de am Schneefänger eines Dachs befestigt und über die Regenrinne hängen lassen. Die Ausrichtung des Dachs ist ideal, zur Mittagszeit strahlt die Sonne direkt darauf.
Zielhilfe und hoher Wirkungsgrad
Der Winkel ist allerdings nicht ganz ideal. Eine Hälfte des Panels liegt zu flach auf dem Dach, die andere hängt senkrecht an der Hauswand herab. Hat man unterwegs Zeit, kann man das Panel auch perfekt ausrichten, etwa indem man den Rucksack als Sockel nutzt - einen Ständer sucht man vergebens. Bei der Positionierung hilft eine Art tiefer liegende Zielscheibe. Sie ist von durchsichtigem Plastik abgedeckt, in dessen Mitte sich ein schwarzer Punkt befindet. Liegt dessen Schatten im Zentrum, ist die Position zur Sonne perfekt.
Da die Sonne wandert, bleibt dies natürlich nur vorübergehend so, aber das SolarSaga 40 Air ist nicht unbedingt für den Idealfall gedacht. Es soll auch unter weniger guten Bedingungen Strom liefern, wozu es laut Hersteller einen Wirkungsgrad von 23 Prozent hat.
Diesen hohen Wert erreicht es, indem es mit sogenannten bifazialen PERC-Zellen ausgestattet ist, die gleichzeitig einen hohen Energieertrag gewährleisten. Sie können einerseits auch Licht von hinten nutzen, das beispielsweise von einer hellen Wand reflektiert wird. Zusätzlich haben sie eine weitere Schicht auf der Rückseite, die Licht, das nicht durch die obere Schicht absorbiert wurde, reflektiert und somit eine "Zweitverwertung" ermöglicht.
Auch bei schwacher Sonne geht was
Die Testergebnisse haben die Effizienz des Solarpanels bestätigt. Morgens um 9.45 Uhr bei einer noch niedrig stehenden Sonne, die seitlich von Osten auf die Zellen schien, betrug der Ertrag an einem kühleren Tag mit wenig bis keiner Bewölkung ungefähr 5 W. Um 11.30 Uhr waren es bereits 20 W, um 13.15 Uhr lieferte das Panel etwa 30 W. Mit einer hoch stehenden und frontal auf das Panel scheinenden Sonne wurden von ungefähr von 13.45 Uhr bis 15 Uhr rund 35 W produziert. Um 16.45 Uhr waren es immerhin noch 30 W.
Die morgens zu 27 Prozent geladene Explorer 300D war um 18.00 Uhr zu 80 Prozent aufgetankt. An zwei weiteren Tagen mit vergleichbaren Wetterbedingungen maß ntv.de ähnliche Werte. Erfreulicherweise erzeugte das Panel aber auch an etwas trüberen oder bewölkten Tagen relativ viel Strom. 20 W oder etwas mehr sind unter solchen Bedingungen drin.
Genügsame Geräte kann man auch ohne Powerstation laden. An seinem 1,8 m langen Kabel hat das Panel nämlich eine Einheit mit einem USB-A- und USB-C-Ausgang, an die man beispielsweise ein Smartphone oder Kopfhörer anstecken kann. Dabei fließen zwar höchstens zehn bis 15 W, aber das kann schon sehr hilfreich sein. Ist zusätzlich eine Powerstation angeschlossen, übernimmt sie die übrige Leistung.
Fazit
Wer eine wirklich mobile Lösung sucht, um unterwegs ohne fahrbaren Untersatz Solarstrom zu erzeugen und zu nutzen, findet in Jackerys Explorer 300D und SolarSaga 40 Air eine nahezu ideale Lösung, die leicht und effizient ist. Für insgesamt 340 Euro ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis gut.
