Technik

WWDC trotz Coronavirus Riskiert Apple iOS 14?

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Ein Coronavirus-Ausbruch beim WWDC würde die Entwicklung von iOS 14 und neuer iPhones gefährden.

(Foto: Apple)

Während Google seine Entwicklerkonferenz bereits abgesagt hat, hält Apple vorerst an der WWDC fest. Doch wenn kein Wunder geschieht, muss das Unternehmen die Veranstaltung streichen, damit iOS 14 nicht das nächste Software-Fiasko wird.

Eigentlich hätte Googles I/O vom 12. bis 14. Mai stattfinden sollen. Doch das Unternehmen hat angesichts der Coronavirus-Epidemie die Reißleine gezogen und die Entwicklerkonferenz abgesagt. Unter anderem sei die Entscheidung aufgrund der Empfehlungen der Weltgesundheitsbehörde (WHO) und des US-Gesundheitsministeriums gefallen, teilt Google mit.

Apples Entwicklerkonferenz ist vermutlich für die erste oder zweite Juni-Woche geplant und bisher hat das Unternehmen die Worldwide Developers Conference (WWDC) noch nicht abgesagt. Doch eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Apple die Veranstaltung streicht. Es ist einfach viel zu riskant.

Viele Menschen aus aller Welt auf engem Raum

Zum einen gilt für die WWDC das Gleiche wie für den Mobile World Congress (MWC), die Leipziger Buchmesse und andere abgesagte Großveranstaltungen. Die Gefahr ist groß, dass sich unter den Tausenden Besuchern aus aller Welt Infizierte befinden. Und wenn viele Menschen auf engem Raum tagelang zusammen sind, hat es das Virus leicht, zumal Corona auch von Personen übertragen wird, die noch gar keine Symptome zeigen.

Die Trump-Regierung hat die Epidemie lange verharmlost; Covid-19 hat aber in den USA inzwischen mindestens elf Todesopfer gefordert. Offiziell gibt es laut "New York Times" nur rund 150 gemeldete Fälle. Es liegt auf der Hand, dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. Für die USA könnte es in den nächsten Wochen noch viel schlimmer kommen als in China. Daran dürften auch die jetzt vom Repräsentantenhaus bewilligten 8 Milliarden Dollar Soforthilfe wenig ändern.

Hard- und Software-Entwicklung gefährdet

US-Medien halten es für unverantwortlich, die WWDC unter solchen Bedingungen durchzuziehen. Auf der Messe würden sich haufenweise Apple-Mitarbeiter aufhalten, die wichtig für die Entwicklung von Hard- und Software sind, schreibt beispielsweise "ZDNet". Ein Ausbruch des Coronavirus in Apples Hauptquartier in Cupertino hätte daher unabsehbare Folgen für die Betriebssysteme macOS und iOS. Sogar die iPhone-Entwicklung sieht "ZDNet" gefährdet.

Vor allem beim kommenden iOS 14 darf aber nichts schiefgehen. Denn nachdem Apple mit dem sehr zuverlässigen iOS 12 das holperige iOS 11 vergessen ließ, musste es für die aktuelle Version des Betriebssystems bereits neun Updates veröffentlichen. Zum Vergleich: Bei iOS 11 waren über 12 Monate 14 Aktualisierungen nötig.

Home Office in Seattle

Dass für ein kapitales Virus-Problem nicht mal eine Konferenz nötig ist, zeigt das Beispiel Amazon. Ein Mitarbeiter im der Konzernzentrale in Seattle wurde positiv getestet und befindet sich in Quarantäne. Laut "Cnet" wurden alle Kontaktpersonen informiert, bei rund 55.000 Amazon-Mitarbeitern im Großraum Seattle bleibt da allerdings ein großes Fragezeichen.

Der "Seattle Times" zufolge hat das Unternehmen inzwischen seine Angestellten aufgefordert, möglichst von zu Hause aus zu arbeiten. Auch Amazons Nachbar Microsoft mit rund 54.000 Mitarbeitern setzt die Empfehlungen der Behörden, Belegschaften ins Home Office zu schicken, bereits um.

Wie kann Apple da die WWDC durchziehen? Vermutlich liegt "ZDNet" mit seiner Vermutung richtig, dass CEO Tim Cook die Veranstaltung intern bereits abgesagt hat und in den kommenden Stunden oder Tagen eine virtuelle Konferenz ankündigen wird.

Quelle: ntv.de