Technik

Sieger bei Stiftung Warentest Signal lässt Whatsapp alt aussehen

Der bei Signal entwickelte Verschlüsselungs-Algorithmus wird auch von WhatsApp eingesetzt.

Signal und Whatsapp nutzen den gleichen, sicheren Verschlüsselungs-Algorithmus.

(Foto: Zacharie Scheurer/dpa)

Für viele Nutzer ist Whatsapp alternativlos, doch das stimmt nicht. Stiftung Warentest findet vier Messenger besser. Testsieger ist die App von Signal, die unter anderem vielseitiger als der Marktführer ist. Telegram erhält von den Prüfern aus guten Gründen kein Qualitätsurteil.

Das nennt man Marktbeherrschung: Einer Online-Studie von ARD und ZDF nach haben im vergangenen Jahr 81 Prozent der Deutschen täglich Whatsapp genutzt, von den Konkurrenten kommt keiner über 8 Prozent hinaus. Das liegt vor allem daran, dass sich die Menschen an den Messenger gewöhnt haben und fast sicher sein können, dass sie darüber jeden erreichen, dessen Mobilfunknummer sie im Adressbuch haben.

Doch Whatsapp ist alles andere als alternativlos, wie ein aktueller Test von Stiftung Warentest zeigt. 4 von 16 Messenger-Apps wurden besser als der Marktführer bewertet, wobei die Nummer 1 auch funktional mehr zu bieten hat als der Facebook-Dienst.

Vielseitiger Testsieger

Testsieger Signal wird mit dem Qualitätsurteil 2,3 bewertet. Die Prüfer loben Funktionalität und Vielseitigkeit der App, für die sie als einziger Messenger sehr gut bewertet wurde. Dazu gehören Telefonie und Gruppen-Funktionen, sehr gute Einstellungen und die Möglichkeit, SMS zu senden und zu empfangen. Die Sicherheit ist hoch, neben einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung können Nutzer unter anderem auch die IP-Adresse über Proxyserver verschleiern lassen.

Wie bei fast allen anderen Messengern gab's für Signal ein Minus für erhebliche Mängel in der Datenschutzerklärung. Ansonsten bewertet Stiftung Warentest den Privatsphäre-Schutz der App aber gut bis sehr gut.

Drei Zweitplatzierte mit Stärken und Schwächen

Mit der Gesamtnote 2,5 wurden drei weitere Apps knapp für gut befunden. Microsofts Skype ist ideal für Videochats und sehr gut für die Telefonie geeignet. Nicht so gut finden die Prüfer, dass Nutzer die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung manuell aktivieren müssen und in den Standardeinstellungen Nachrichten automatisch in der Cloud gespeichert werden.

Viber bietet sehr gute Nachrichten- und Gruppen-Funktionen. Bei der Telefonie fanden die Prüfer kleine Defizite und sie kritisieren, dass die Emoji-Suche nicht auf Deutsch funktioniert. Nutzer müssen außerdem mit Werbeanzeigen leben.

Der einzige Messenger, der sich bei der Datenschutzerklärung keinen Schnitzer erlaubte, ist Wire. Die App ist recht vielseitig, Telefonie und Einstellungen fanden die Prüfer aber nur ausreichend. Lokale Backups sind zwar gut für den Privatsphäre-Schutz, machen allerdings den Gerätewechsel komplizierter. Auch Wire bietet keine deutsche Emoji-Suche.

Whatsapp nur befriedigend, Telegram ganz raus

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Mit der Gesamtnote 2,6 folgt Whatsapp auf dem fünften Platz. Es ist die einzige App, mit der man auch bei schlechtem Empfang noch telefonieren kann, und ihre Nachrichten-Funktionen sind sehr gut. Kritisch sehen die Prüfer vor allem, dass der Messenger einige Nutzerdaten mit dem Mutterkonzern Meta (Facebook) teilt.

Nach Whatsapp ist Telegram der populärste Messenger in Deutschland, 8 Prozent der Bevölkerung nutzen ihn täglich. Stiftung Warentest hat ihm trotzdem kein Qualitätsurteil gegeben. Das hat gute Gründe: Mit Gruppen von bis zu 200.000 Mitgliedern wertet das Bundesjustizministerium den Dienst auch als soziales Netzwerk. Als solches löscht das in Dubai ansässige Unternehmen dem Ministerium zufolge oft auch strafbare, gemeldete Inhalte nicht. Dazu gehörten Aufrufe zum Mord, verbotene Neonazi-Lieder oder Drogen- und Waffenhandel, schreibt Stiftung Warentest.

Quelle: ntv.de, kwe

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