Technik
Wer bei TV und Beamer alles richtig macht, kann auch richtig jubeln.
Wer bei TV und Beamer alles richtig macht, kann auch richtig jubeln.(Foto: imago stock&people)
Freitag, 08. Juni 2018

Tipps für TV und Beamer: So gibt es zur WM ein gutes TV-Bild

Am 14. Juni startet das erste Match der Fußball-WM in Russland. Ein guter Grund zu überprüfen, ob Fernseher und Beamer so fit sind wie die Spieler. Ein paar Tipps für die Optimierung.

Entspannt zurücklehnen, ein kühles Getränk in Griffweite und sich mit Freunden auf den Spielstart freuen - so sieht für Zuschauer zu Hause der perfekte WM-Start aus. Dumm nur, wenn das Bild zu dunkel ist oder der Fußball im Flug verwischt. Zum Glück lässt sich da einiges machen.

Tageslichtbilder

Zu dunkel wirken die Bilder vom TV oder Beamer, sobald allzu helles Tagelicht im Raum die Kontraste ausbleicht. Noch heftiger macht sich dies im Freien bemerkbar. Dann heißt es, die Lichtreserven der Bildmaschinen anzuzapfen. Fernseher und Beamer sind oft auf "Film"- oder "Kino"-Modus gestellt. Im Bedienungsmenü unter den Bildeinstellungen finden sich weitere Modi wie "Brillant" oder "Tageslicht". Mit ihnen gibt es mehr Licht und mehr Farbe.

Der Fußballmodus

Einzelne Beamer- und TV-Modelle bieten einen "Sport"- oder "Fußball"-Modus, der speziell zur WM Käufer locken soll. Lohnt es sich, in ein Gerät zu investieren, das einen solchen Spezialmodus an Bord hat? Herbert Bisges, Fachmann bei der Zeitschrift "HiFi Test", hält hiervon aber nicht allzu viel: "Der Begriff suggeriert eine Optimierung, die es nicht gibt."

HD, Full HD oder mehr?

Der Bezahlsender Sky überträgt 25 der WM-Begegnungen in Ultra High Definition (UHD, 3840 zu 2160 Pixel). Schärfer geht es aktuell nicht. Auf allen anderen Kanälen gibt es Full HD (1920 zu 1080 Pixel) oder HD (1280 zu 720 Pixel), wobei die öffentlich-rechtlichen Sender alle Spiele zeigen.

Wer einen Neukauf erwägt, liegt mit UHD-TVs in jedem Fall richtig. Sie beherrschen die neue Kontrasttechnik High Dynamic Range (HDR), die viel Schirmhelligkeit erfordert. Beamer, die UHD unterstützen, sind derzeit noch sehr teuer. Doch auch TVs und Beamer, die über kein HDR verfügen, können durchaus mit genügend Helligkeit aufwarten. Unter den TVs siegen im Helligkeitsvergleich LCD-Schirme gegenüber den teureren OLEDs. Bei Projektoren empfehle sich eine Leuchtkraft um 3000 Lumen, sagt Ulrike Kuhlmann von der Fachzeitschrift "c't".

Die passende Leinwand

Beamer benötigen als Mitspieler eine Projektionsfläche, am besten eine Leinwand. Eine Alternative: "Ein günstiges, blickdichtes 30-Euro-Verdunklungsrollo, wie man es für Fenster verwendet, hat bei unseren Tests zu brauchbaren Ergebnissen geführt", erklärt Kuhlmann. Für optimierte Leinwände könne man sonst locker so viel ausgeben wie für Beamer. Wichtig: "Den Bereich um die Leinwand muss man immer abdunkeln, etwa mit einer hervorstehenden Umrahmung der Projektionsfläche. Schatten unter Bäumen allein reicht nicht aus."

Langsamer als der Ball

Wenn der Ball im Flug verschwindet oder sehr unscharf wird, liegt das oft an betagter Technik. Ältere und günstigere Modelle bauen die Bildfolgen zu langsam auf, um den schnellen Bewegungen folgen zu können. Zuweilen ruckelt das Bild dann auch heftig. Besser klappt das bei etwas höherwertigen TV- und Beamer-Modellen ab etwa 1000 Euro, die schneller schalten. Herbert Bisges ergänzt: "Teurere Marken-UHD-TVs besitzen in der Regel schaltschnelle 100-Hertz-Schirme." Diese seien in der Bewegungsdarstellung genauer als die übliche Geräte, die mit 50 Bilder pro Sekunde nur den halben Wert erreichen.

Warten auf das Tor

Ein Ärgernis für Fans ist die unterschiedliche Signalgeschwindigkeit. Am frühesten jubeln Sat-Kunden über das Tor, hat die "c't" ermittelt. DVB-T 2 HD kommt im ZDF 2,5 Sekunden später an (ARD: 4,5). Im Digitalkabel sind es rund 6 Sekunden. Beim Internetempfang kann es bis zu rund 50 Sekunden dauern - da erfährt man eher durch die Nachbarn vom Treffer. Schneller soll es laut "c't" beim Streaming-Dienst waipu.tv gehen. Ein neues Programm mit geringer Latenz liegt nach ersten Messungen nur 2,5 Sekunden hinter Digital-Satellitenempfang.

Quelle: n-tv.de