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Ein Leitfaden hilft, die Datenschutzeinstellungen in Windows 10 nach eigenen Vorstellungen anzupassen.
Ein Leitfaden hilft, die Datenschutzeinstellungen in Windows 10 nach eigenen Vorstellungen anzupassen.(Foto: kwe)
Samstag, 30. April 2016

Kostenloser Leitfaden: So schützt man seine Daten in Windows 10

Wer Windows 10 nutzen möchte, ohne seine Daten preiszugeben, muss nachträglich viele Änderungen vornehmen. Mit einem detaillierten Gratis-Leitfaden aus dem "Ländle" kriegen das aber auch Anfänger hin.

Viele Nutzer wissen die praktischen Cloud-Funktionen zu schätzen, die ihnen Windows 10 mit der digitalen Assistentin Cortana und anderen Features bietet. Andere allerdings hegen großes Misstrauen gegen Microsoft und möchten dem US-Unternehmen lieber nicht ihre Daten anvertrauen. Solchen Nutzern fiele der Umstieg auf das neue Betriebssystem leichter, wenn die Cloud-Dienste und andere datenhungrige Funktionen grundsätzlich ausgeschaltet wären. Microsoft hat sich aber gegen ein grundsätzliches Opt-in-Verfahren entschieden und in den Expresseinstellungen bei der Installation des Betriebssystems fast alle Funktionen aktiviert. Wer Windows 10 noch nicht nutzt, sollte bei einer Aktualisierung daher darauf achten, die kleingedruckte Option "Einstellungen anpassen" zu wählen. Zu spät? Kein Problem, Microsoft gibt Nutzern auch die Möglichkeit, nachträglich ihre Einstellungen anzupassen (Opt-out).

Übersichtlich und ausführlich

Im Prinzip gestaltet das Unternehmen die Datenschutzeinstellungen übersichtlich. Doch einige Funktionen, denen ein Riegel vorgeschoben werden soll, sind etwas versteckt und weniger versierte Nutzer verstehen oft nicht, was die Erläuterungen bedeuten sollen. Für sie ist der Leitfaden "Datenschutzeinstellungen bei Windows 10" des baden-württembergischen Datenschutzbeauftragten perfekt.

Der 25-seitige Leitfaden zählt Punkt für Punkt jede einzelne Einstellung auf, die datenrelevant ist und zeigt, wo sie zu finden ist. Damit sich Nutzer besser zurechtfinden, gibt's zur Orientierung Screenshots mit Markierungen. Schön ist, dass die Anleitung nicht nur die empfohlenen Einstellungen vorgibt, sondern auch Begriffe wie "Werbungs-ID" erklärt und Zusammenhänge erläutert.

Lobenswert ist außerdem, dass der Leitfaden in den Empfehlungen nicht immer nur dazu rät, alles auszuschalten, was mit Daten zu tun hat, sondern manchmal auch erläutert, wann es sinnvoll ist, etwas zu erlauben. So bleibt Windows 10 trotz aller Einschränkungen noch gut nutzbar. Beispielsweise wird erklärt, wie man den Zugriff auf den Kalender grundsätzlich verbietet, einzelnen Apps aber erlaubt.

Microsoft erklärt, warum

Der Leitfaden ist eine gute Sache, er erweckt aber den Eindruck, dass Microsoft grundsätzlich nicht zu trauen ist. Für Nutzer, die Windows 10 und seine Cloud-Funktionen objektiver betrachten möchten, ist Microsofts Webseite "Windows 10 und Datenschutz" zu empfehlen. Hier informiert das Unternehmen umfassend darüber, wie einzelne Dienste Daten verwenden und warum sie benötigt werden. Am Ende muss der Nutzer immer noch entscheiden, ob er Microsoft vertrauen möchte - er kann dies dann aber besser informiert tun.

Quelle: n-tv.de