Mehr GB kosten deutlich mehrSpeicherknappheit soll fürs Galaxy S26 teure Folgen haben
Von Klaus Wedekind
Die allgemeine Speicherknappheit soll sich Berichten zufolge teilweise dramatisch auf die Preisgestaltung der kommenden Galaxy-S26-Geräte auswirken. Das trifft vor allem auf besser ausgestattete Varianten zu, bei den Basis-Modellen soll der Anstieg moderater ausfallen.
Im Laufe des Februars stellt Samsung voraussichtlich seine neuen Galaxy-S26-Smartphones vor. Technisch sollen sich die Geräte nur wenig von ihren Vorgängern unterscheiden, bei den Preisen könnte dies aber anders aussehen. Kürzlich gab es sogar Gerüchte, sie würden geradezu explodieren. Laut "Winfuture" hatte ein bulgarischer Händler das einfachste Modell für rund 1200 Euro gelistet - 240 Euro mehr als die vergleichbare Variante des Galaxy S25 mit 256 Gigabyte (GB) Flash-Speicher. Ein 128-GB-Modell soll es nicht mehr geben.
Ganz so schlimm wird es wohl nicht kommen, denn gestern veröffentlichte das französische Tech-Magazin "Dealabs" die komplette Preisliste der neuen Samsung-Smartphones, laut der das günstigste Standard-Modell knapp 1000 Euro kosten soll, was nur 40 Euro mehr wären. "Winfuture"-Autor und Leaker Roland Quandt hält die Angaben von "Dealabs", die auf internen Informationen von Händlern basieren, für verlässlich.
Bis zu 180 Euro teurer
Die französischen Preise sind wegen unterschiedlicher Steuern nicht unbedingt deckungsgleich mit den deutschen, aber sie sind bei Galaxy-Smartphones meistens sehr ähnlich. Wenn dem so ist, müssen Nutzerinnen und Nutzer, denen 256 GB nicht ausreichen, wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Das Galaxy S26 mit 512 GB Flash-Speicher soll nämlich rund 1200 Euro kosten, ein Sprung von 200 Euro für 128 GB extra. Das Galaxy S25 mit 512 GB Speicher ging noch für knapp 1080 Euro an den Start.
Noch heftiger trifft es das Plus-Modell: Die einfachste Variante soll jetzt rund 1270 statt 1170 Euro kosten. Das Modell mit 512 GB verteuert sich sogar von 1290 auf 1470 Euro - ein Plus von 180 Euro. Vielleicht, um das Ultra-Modell attraktiver zu machen, hat Samsung hier den Einstiegspreis laut "Dealabs" unverändert bei 1470 Euro gelassen. Für die 512-GB-Variante muss man jetzt mit rund 1670 Euro 80 Euro mehr hinblättern, das Modell mit einem Terabyte (TB) kostet jetzt knapp 1970 statt 1830 Euro.
Nachfrage durch KI-Boom explodiert
Die Speicherknappheit ist nicht alleine, aber größtenteils auf den KI-Boom zurückzuführen. Da Rechenzentren wie Pilze aus den Boden schießen oder bestehende Anlagen kräftig ausgebaut werden, sind Cloud-Service-Provider (CSPs) bereit, fast jeden Preis für Speichermodule zu bezahlen. Sie werden deshalb bevorzugt beliefert - der drittgrößte Hersteller Micron (Crucial) hat seine Produktion sogar komplett darauf ausgerichtet. Smartphone-Hersteller und andere müssen sich hinten anstellen.
Das gilt speziell für Arbeitsspeicher (RAM), aber auch für NAND-Flash-Speicher. Denn KI-Rechenzentren benötigen ebenfalls SSDs, unter anderem für das Betriebssystem der eingesetzten Geräte. Der Brancheninformationsdienst "Digitimes" erwartet, dass die Flash-Speicher-Engpässe bis in die erste Hälfte des Jahres 2026 anhalten werden.
Auch Samsung kommt nicht hinterher
Samsung ist zwar selbst einer der größten Hersteller von Speichermodulen. Doch schon bei der Galaxy-S25-Serie reichten die eigenen Kapazitäten nicht aus, weshalb die Südkoreaner laut "Notebookcheck" beim Konkurrenten Micron einkaufen mussten.
Diese Möglichkeit hat Samsung jetzt nicht mehr. Und obwohl der Konzern seine Speicherproduktion bereits kräftig ausgebaut hat und weitere Anlagen plant, bleibt vorerst ein Engpass. "Selbst bei beschleunigtem Ausbau der Kapazitäten und der Inbetriebnahme neuer Anlagen dauert es mindestens zweieinhalb Jahre von der Bauphase bis zur Produktionsaufnahme, sodass die kurzfristige Angebotsknappheit anhalten wird", so "Digitimes".