Technik

Ikea besser als Sonos? WLAN-Lautsprecher im Warentest-Vergleich

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Der Teufel One M ist einer der beiden Testsieger.

(Foto: Teufel)

Stiftung Warentest hört bei 13 WLAN-Lautsprechern genau hin, überprüft aber auch den Datenschutz und andere Kriterien. Das Ergebnis überrascht: Ikea schneidet besser als Sonos ab, und ein Testsieger kommt aus Berlin.

Vernetzte Lautsprecher sind beliebt, viele Nutzer streamen ihre Musik bereits über WLAN-Boxen und es werden immer mehr. Entsprechend hat in den vergangenen Jahren auch das Angebot kräftig zugenommen und Platzhirsch Sonos muss sich starker Konkurrenten erwehren. Die sehr unglückliche Öffentlichkeitsarbeit des Marktführers hat in jüngster Zeit aber auch einen Schatten auf die Branche geworfen.

Obwohl Sonos klargestellt hat, dass auch noch seine zehn Jahre alten Geräte "so lange wie möglich" Sicherheitsupdates und Fehlerbehebungen erhalten, sollten Nutzer sich im Klaren darüber sein, dass WLAN-Lautsprecher im Gegensatz zu herkömmlichen Boxen irgendwann mal veraltet sein werden, egal wie gut sie klingen. Dies spielte im aktuellen Test von Stiftung Warentest aber keine Rolle, obwohl die Prüfer bei den insgesamt 13 Kandidaten nicht nur auf den guten Ton achteten.

Warentest nimmt Datenschutz ernst

Der Klang macht zwar 50 Prozent der Gesamtnote aus, die Tester bewerteten aber auch die Handhabung (20%), die Stromversorgung (5%), die Vielseitigkeit (5%) sowie den Datenschutz (10%). Falls vorhanden, wurde auch der Sprachassistent benotet (10%). Sehr deutliche Mängel in den AGB und Nutzungsbedingungen führten ebenso wie erhebliche Mängel in den Datenschutzerklärungen zu Abwertungen.

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Den besten Klang im Testfeld liefert der Google Home Max.

(Foto: kwe)

Den Testsieg holte sich mit der Gesamtnote 2,0 der Berliner Testkandidat Teufel One M, der durchschnittlich 400 Euro kostet. Die Tester loben seinen guten Klang (Note 1,7), obwohl sie ihn mit "wenig Höhen und viel Bass" nicht ausgewogen finden. Der zweite Testsieger Yamaha Musiccast 50 (405 Euro) klingt sogar sehr gut (1,2) und erhielt auch in allen anderen Disziplinen gute bis sehr gute Noten. Allerdings wurde er wegen mangelhafter AGB und Nutzungsbedingungen von Warentest abgewertet.

Google liefert besten Klang

Mit gravierenden Mängeln in den Datenschutzerklärungen und/oder den AGB und Nutzungsbedingungen vermasselten sich auch alle Geräte mit Sprachassistent bessere Platzierungen. Allen voran der Google Home Max, der für seinen Klang eine glatte 1 bekam. Weil er auch noch recht viel Strom verbraucht, erhielt er letztendlich nur die Gesamtnote 2,6.

Ähnlich erging es dem Sonos Move. Trotz eines sehr guten Tons (1,5) muss er sich wegen Abwertungen ebenfalls mit dem Qualitätsurteil 2,6 zufrieden geben. Der dritte sehr gute Klangkünstler (1,5), der wegen Abwertungen deutlich Federn lassen musste, ist der Sony SRS-XB501G (281 Euro). Er erhielt die Gesamtnote 2,7.

Erfolgreiche Ikea-Sonos-Kooperation

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Der Ikea Symfonisk kann auch als Nachttisch dienen.

(Foto: Ikea)

Den klaren Preis-Leistungs-Sieger unter den getesteten WLAN-Lautsprechern findet man bei Ikea. Der Regal-Lautsprecher Symfonisk kostet nur rund 100 Euro, wurde aber mit dem Qualitätsurteil 2,2 kaum schlechter als die beiden viel teureren Testsieger bewertet.

Der Ikea-Lautsprecher klingt gut (2,0), erhielt von den Testern auch bei allen anderen Funktionen gute Noten und leistete sich keinen Ausrutscher beim Datenschutz. Der Symfonisk ist gleichzeitig der beste Sonos-Lautsprecher unter den Testkandidaten, da er im Prinzip ein Sonos One ohne Sprachassistent ist.

Quelle: ntv.de, kwe