Technik

Tankstellen für Handy und Laptop Worauf muss man bei Ladegeräten achten?

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Das iPhone 11 Pro Max und das Google Pixel 4 XL können via USB-PD schnell geladen werden.

(Foto: kwe)

Wenn man ein USB-Netzteil kaufen möchte, das Smartphone, Tablet, Laptop und andere Geräte laden kann, gibt es einiges zu beachten. Vor allem bei der Geschwindigkeit trennt sich die Spreu vom Weizen, wobei ein neuer Standard nicht nur für iPhones ideal ist.

Die meisten Nutzer haben nicht nur ein Gerät, dessen Akku sie über einen USB-Anschluss aufladen. Und so belegen die verschiedenen Netzteile in manchen Haushalten ganze Steckdosenleisten. Das muss nicht sein, denn eigentlich kann man jedes Gerät mit USB-Anschluss an jedem USB-Netzteil aufladen, so lange man das passende Kabel hat. Dazu gehören auch Notebooks mit USB-C-Anschluss.

In der Praxis ist das aber etwas komplizierter. Manchmal fließt überhaupt kein Strom, wenn man nicht das Original-Zubehör verwendet, oft füllt sich der Akku viel langsamer als mit dem mitgelieferten Ladegerät, aber nicht selten wird ein Smartphone an alternativen Netzteilen auch deutlich schneller aufgetankt. Woran liegt das und worauf muss man beim Kauf eines Universal-Ladegeräts achten?

Ein Zuviel gibt es nicht

Grundsätzlich gilt, dass man ein Netzteil wählen sollte, das leistungsfähig genug ist, das anspruchsvollste Gerät zu versorgen. Sorgen, dass das für ein Smartphone und andere genügsamere Geräte gefährlich sein könnte, muss man sich nicht machen, die Akku-Elektronik regelt das schon. Das Problem liegt eher darin, zu erkennen, ob ein Ladegerät die Anforderungen erfüllt. Dazu muss man zunächst wissen, was die Angaben auf dem Netzteil bedeuten. Interessant ist dabei vor allem der Ladestrom, der in Ampere (A) gemessen wird. Er sollte möglichst hoch sein, wobei derzeit nicht mehr als 5A möglich sind.

Auch die Spannung (Volt) ist wichtig. Bei ihr gilt aber nicht "je höher, desto besser", sie muss exakt die vom Empfängergerät geforderte Eingangsspannung liefern. Bei Smartphones und Tablets sind das 5 Volt (V), bei Laptops gewöhnlich 18 bis 20 V. Die Leistung wird in Watt (W) angegeben und ergibt sich, wenn man Stromstärke und Spannung multipliziert. Umgekehrt kann man so auch den Ladestrom ermitteln, indem man Watt durch Volt teilt.

Inkompatible Standards

Normalerweise hat jeder Ausgang eines Netzteils eine feste Kombination aus Spannung und höchstmöglicher Stromstärke. Moderne Ladegeräte können aber an einem USB-C-Anschluss unterschiedliche Spannungen ausgeben, wenn dieser USB Power Delivery (USB-PD) unterstützt. An diesen Ausgängen können Spannungen bis zu 20 V anliegen, womit bei 5 A eine maximale Leistung von 100 Watt möglich ist. Welche Kombination die richtige ist, ermittelt ein Chip im USB-C-Kabel.

USB-PD ist eine von aktuell mehreren Schnellladetechniken, wobei sie ein offizieller Standard des USB Implementers Forum und daher herstellerübergreifend ist. Dazu gibt es Quick Charge und Pump Express der Chip-Produzenten Qualcomm und Mediatek sowie proprietäre Techniken von Herstellern. Hier sind vor allem Samsungs Adaptive Fast Charge, Huaweis Super Charge und Dash Charge (VOOC) von OnePlus beziehungsweise Oppo zu nennen.

Die Zukunft gehört USB-PD

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Die Schnellladetechniken sind selten kompatibel, oft hängt dies auch davon ab, welche Generation eines Standards ein Gerät unterstützt. Die Zukunft gehört eindeutig USB-PD. Denn nicht nur Apples Smartphones ab dem iPhone 8 unterstützen den Standard. Auch Google verlangt laut "XDA Developers" seit vergangenem Jahr, dass neue Geräte mit USB-C-Anschluss kompatibel zu USB PD sein müssen. Außerdem liefert nur dieser Standard die nötige Leistung, um Laptops aufladen zu können.

Wenn möglich, sollte man also ein USB-PD-fähiges Universal-Netzteil mit zusätzlichen Anschlüssen für inkompatible Geräte kaufen. Es gibt bereits viele gute Strom-Tankstellen mit so einer Ausstattung für 20 bis 40 Euro. Möchte man nur Smartphones, Tablets et cetera auffüllen, tut's auch ein 5-Volt-Ladegerät.

Quelle: ntv.de