Wirtschaft

Eurofighter-Stornierung Airbus pocht auf Entschädigung

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Eurofighter

(Foto: REUTERS)

Airbus reagiert auf den Verzicht von 37 Eurofightern durch die Bundeswehr. Der Konzern verweist auf eine vertraglich geregelte Kompensationszahlung. Das könnte dem Steuerzahler einige hundert Millionen Euro kosten.

Ein Verzicht auf weitere vorbestellte Eurofighter könnte dem deutschen Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Lieferant Airbus machte deutlich, dass er sich eine Abbestellung der letzten 37 ausstehenden Modelle etwas kosten lassen will. "Die Verträge sehen eine Kompensationszahlung vor, wenn die Tranche 3B nicht abgenommen wird", sagte ein Konzernsprecher.

Airbus Group
Airbus 135,12

Wie viel sich Konzernchef Tom Enders für den Ausfall der Produktion vorgestellt hat, wollte der Sprecher nicht mitteilen. In der Branche werden Summen von gut 800 Millionen Euro gehandelt, das "Handelsblatt" beziffert die Forderung unter Berufung auf Angaben von Haushältern des Bundestags auf rund 900 Millionen Euro.

Insidern zufolge hat der inzwischen abberufene Verteidigungsstaatssekretär Stephane Beemelmans dem Wehrausschuss letzte Woche mitgeteilt, dass die Bundeswehr die letzte Teillieferung von 37 Flugzeugen nicht abnehmen werde. Die Flieger hätten in der Anschaffung Experten zufolge insgesamt etwa 3,2 Milliarden Euro gekostet. Am Eurofighter-Programm sind neben Deutschland auch Italien, Spanien und Großbritannien beteiligt. Die britischen Modelle erlebten im Libyen-Konflikt ihren ersten Kampfeinsatz.

Schwieriger Verkauf wegen Finanzkrise

Mit der Bundeswehr-Reform hatte der damalige Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere bereits 2011 grundsätzlich beschlossen, dass die Luftwaffe deutlich weniger Eurofighter erhalten soll als bei Projektbeginn geplant. Wie diese Verringerung umgesetzt werden sollte, war unklar. Die Luftwaffe hätte gern ältere Flugzeuge weiterverkauft und stattdessen die neuesten Flugzeuge behalten, was nun aber offenbar nicht geschehen wird.

Die neueren Flugzeuge können deutlich mehr als die seit Jahren eingesetzten Flugzeuge der ersten Generation, die als reine Abfangjäger konzipiert wurden und sich schwer aufrüsten lassen. Der Verkauf gebrauchter Eurofighter an andere Staaten gestaltete sich wegen der Finanzkrise zuletzt aber schwierig.

Die Stornierung bedeutet auch einen weiteren Schlag für das Airbus-Werk im bayerischen Manching. Dort streicht der Konzern ohnehin 1000 der insgesamt rund 4000 Arbeitsplätze. Sollte keine ausländische Nation mehr neue Eurofighter-Modelle bei Airbus bestellen, schließt die Fertigung dort Ende 2017.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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