Wirtschaft

Erneute Zwangspause Apple wieder ohne Jobs

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Apple-Chef Steve Jobs muss wieder kürzertreten.

(Foto: REUTERS)

Apple-Chef Steve Jobs zieht sich überraschend aus dem Tagesgeschäft des Konzerns zurück. Die Spekulationen über seinen Gesundheitszustand überschlagen sich. Medienberichten zufolge hängt Jobs angegriffene Gesundheit mit der Lebertransplantation vor zwei Jahren zusammen.

Die Gesundheitsprobleme von Apple-Chef Steve Jobs hängen laut einem Zeitungsbericht mit der Lebertransplantation im Jahr 2009 zusammen. Wie bei vielen andere Patienten mit einer Spenderleber verursache bei Jobs das Immunsystem Schwankungen im Gesundheitszustand, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf eine informierte Person.

In den vergangenen Wochen sei es Jobs in diesem Auf- und Ab-Zyklus wieder etwas schlechter gegangen, hieß es. Er sei nur etwa zwei Mal pro Woche in die Apple-Zentrale gekommen und habe auch wieder verstärkt abgemagert ausgesehen. Er habe auch häufiger in seinem Büro zu Mittag gegessen statt wie gewohnt in der Apple-Kantine.

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Von der Zeitung befragte Gesundheitsexperten sagten, die Folge einer Lebertransplantation seien häufig verschiedene Gesundheitsprobleme, die aber nicht lebensbedrohlich seien.

Cook übernimmt Tagesgeschäft

Jobs hatte am Montag eine Auszeit angekündigt, in der er sich auf seine Gesundheit konzentrieren wolle. Er werde aber Apple-Chef bleiben und an wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt sein. Der 55-Jährige nannte keine konkreten Gründe oder einen erwarteten Zeitraum für seine Abwesenheit. "Ich liebe Apple so sehr, und ich hoffe, ich  werde bald zurücksein", sagte Jobs lediglich. In der Zwischenzeit bäten er und seine Familie darum, dass ihre Privatsphäre respektiert werde. Bereits 2009 hatte der Konzerngründer sich vorübergehend von der Arbeit zurückgezogen: Damals musste er sich der Lebertransplantation unterziehen. 2004 war Jobs wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert worden.

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Der Gesundheitszustand des Visionärs besorgt Apple-Fans und die Märkte seit Jahren. (Steve Jobs in den Jahren 2000 - 2009)

(Foto: REUTERS)

Das operative Geschäft soll der Apple-Manager Tim Cook übernehmen, der Jobs bereits während der sechsmonatigen Auszeit 2009 vertrat. Damals zog sich die Auszeit über das erste Halbjahr hin. Aktuell stehen bei Apple mehrere wichtige Ankündigungen an. So wird für die nächsten Wochen oder Monate eine zweite Generation des Tablet-Computers iPad erwartet. Außerdem wird für demnächst mit der Ankündigung einer neuen iPad-Zeitung aus dem Haus von Medien-Mogul Rupert Murdoch gerechnet. Laut bisherigen Medienberichten sollten Murdoch und Jobs "The Daily" gemeinsam in San Francisco vorstellen. Als Termin war bereits der 19. Januar kolportiert worden - später hieß es jedoch, die Präsentation müsse um einige Wochen verschoben werden, angeblich, weil noch an der Software gearbeitet werde.

An der Börse wurde die Nachricht mit Schrecken aufgenommen. "Jobs ist Apple", sagte ein Händler. Er habe die visionären Entscheidungen getroffen, die das Unternehmen dahin gebracht hätte, wo es heute stünde. Die Apple-Aktie verlor am Nachmittag in Frankfurt zeitweilig fast acht Prozent. In den USA bleiben die Börsen am Montag wegen des "Martin Luther King Day" geschlossen. Seit Jahren beobachtet der Markt die schwache Gesundheit von Jobs mit Sorge.

Quelle: n-tv.de, sla/dpa/rts/AFP