Wirtschaft

Die Gerüchteküche brodelt Athen kämpft gegen Umschuldung

Die Spekulationen um eine Umschuldung Griechenlands gehen weiter. Einer griechischen Zeitung zufolge bittet die Regierung EU und IWF um einen solchen Schritt. Doch das Finanzministerium in Athen weist den Bericht zurück.

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Dunkle Wolken über Athen.

(Foto: REUTERS)

Griechenland hat angeblich Europäische Union (EU) und Internationalen Währungsfonds (IWF) um eine Umschuldung gebeten. Die Gespräche dürften im Juni beginnen, schrieb die griechische Zeitung "Eleftherotypia" unter Berufung auf einen hochrangigen IWF-Vertreter. Die Anfrage sei von Finanzminister Georgos Papakonstantinou beim informellen Treffen der EU-Finanzminister in Ungarn übermittelt worden. Bei einer Umschuldung erleiden Gläubiger Verluste.

Die Regierung in Athen wies den Bericht zurück: Griechenland habe nicht um eine Umschuldung gebeten. "Ich werde langsam müde, immer wieder diese Gerüchte zu dementieren", sagte Papakonstantinou im griechischen Radio.

Die Zentralbank sprach sich strikt gegen einen solchen Schritt aus. Eine Umschuldung sei weder nötig noch erwünscht, bekräftigte der Chef der Bank von Griechenland, Giorgos Provopoulos. Sollten die Schulden umstrukturiert werden, würde das die Banken und Pensionsfonds belasten und den Zugang zum Kapitalmarkt unmöglich machen.

In den vergangenen Tagen hatten EU, IWF und die griechischen Regierung eine Reihe von Medienberichten über eine Umschuldung Griechenlands dementiert.

Die Zinsen steigen

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) ist  gegen eine Umschuldung: Sie hält schätzungsweise griechische Anleihen im Volumen von 40 bis 50 Mrd. Euro und würde bei einer Umschuldung Verluste erleiden. Zudem könnte das europäische Bankensystem Schwierigkeiten bekommen: Neben den griechischen Instituten halten deutsche und französische Banken die größten Bestände an Griechen-Bonds.

Am Finanzmarkt wird allerdings angesichts eines Schuldenbergs, der bis 2013 auf fast 160 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen dürfte, zunehmend damit gerechnet, dass Griechenland die Anleihekäufer für die Sanierung des Staatshaushalts zur Kasse bittet - etwa durch eine Verlängerung der Laufzeiten für die Anleihen, niedrigere Zinsen oder sogar einen Schuldenschnitt.

Die Diskussion über eine Umschuldung Griechenlands treibt die Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen in die Höhe. Am Montag lagen die Zinsen für zehnjährige Papiere bei fast rund 14 Prozent - das sind über zehn Prozentpunkte mehr als das, was Deutschland für vergleichbare Anleihen zahlen muss.

Quelle: n-tv.de, rts/dpa

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