Wirtschaft

20.000 neue Arbeitsplätze geplant Audi eröffnet Q5-Werk in Mexiko

Der Audi-Standort San José Chiapa: Ein hochmodernes Werk auf 460 Hektar mit rund 4200 Beschäftigten.

Der Audi-Standort San José Chiapa: Ein hochmodernes Werk auf 460 Hektar mit rund 4200 Beschäftigten.

(Foto: obs)

Niedrige Kosten sowie zahlreiche Freihandelsabkommen machen Mexiko zu einem beliebten Automobilstandort. Audi fertigt dort nun in einem neuen hochmodernen Werk seinen Geländewagen Q5.

Audi hat sein erstes Werk auf dem nordamerikanischen Kontinent eröffnet. "Heute ist die Geburtsstunde der Premium-Autoproduktion in Mexiko", sagte Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler in San José Chiapa. In der Fabrik im Bundesstaat Puebla sollen künftig pro Jahr 150.000 Fahrzeuge vom Modell Q5 vom Band laufen.

Der SUV Audi Q5 soll Anfang 2017 in den Verkauf gehen.

Der SUV Audi Q5 soll Anfang 2017 in den Verkauf gehen.

(Foto: dpa)

Die Ingolstädter haben rund eine Milliarde Euro investiert und auf 460 Hektar Montagehallen, Lackierereien, ein Presswerk, ein Qualitätslabor, ein Ausbildungszentrum und einen Logistik-Park errichtet. Rund 4200 Arbeiter werden in der Fabrik beschäftigt sein. "Es ist das erste vollwertige Produktionswerk eines Premium-Herstellers in Mexiko", sagte Produktionsvorstand Hubert Waltl. "Es ist eines der modernsten Werke auf dem amerikanischen Kontinent." Die zweite Generation des Q5 wurde am Donnerstag auf dem Autosalon in Paris vorgestellt. Der SUV geht Anfang kommenden Jahres in den Verkauf.

Rund um das Werk in San José Chiapa haben sich bereits zahlreiche Zulieferbetriebe angesiedelt. Zunächst werden nach Angaben von Audi rund 65 Prozent der Teile vor Ort gefertigt, langfristig soll der Lokalisierungsgrad noch erhöht werden. Insgesamt sollen in der Region so 20.000 Arbeitsplätze entstehen.

Fachkräftemangel könnte Boom stoppen

Zuletzt zog es immer mehr Autohersteller nach Mexiko. Die günstige geografische Lage, Freihandelsabkommen mit mehr als 40 Staaten, relativ niedrige Produktionskosten und eine solide Zuliefererkette machen den Standort interessant. "Mexiko ist ein dynamisches und modernes Land", sagte der Geschäftsführer von Audi Mexiko, Alfons Dintner. Auch andere deutsche Oberklasse-Hersteller wollen in Mexiko Fuß fassen: BMW baut im Bundesstaat San Luis Potosí ein neues Werk, Mercedes-Benz errichtet gemeinsam mit Nissan eine Fabrik in Aguacalientes.

Die Autoproduktion in Mexiko legte zuletzt um 5,4 Prozent zu. Ein Mangel an Fachkräften und Schwierigkeiten in der Lieferkette könnten den Boom nach Einschätzung von Experten allerdings bald bremsen. Gut ausgebildete Arbeiter und Manager werden aufgrund der hohen Nachfrage knapp. Außerdem könnten einige Zulieferer mit dem rasanten Expansionstempo der Autokonzerne möglicherweise bald nicht mehr mithalten.

Quelle: ntv.de, sro/dpa