Wirtschaft

Asien gibt Starthilfe Automarkt stottert weiter

Das Ende der Abwrackprämie wirkt auf dem deutschen Markt immer noch spürbar nach. Im Juni werden zum Vorjahr 32 Prozent weniger verkauft. Da vom Heimatmarkt dieses Jahr kaum Impulse ausgehen werden, setzt die Branche vor allem auf den Export, etwa nach China und in die USA.

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Viel heiße Luft. Im letzten Jahr hat's hier noch geröhrt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nach dem Wegfall der Abwrackprämie befinden sich die Autoverkäufe in Deutschland weiter auf Talfahrt. Im Juni verkauften die Händler mit 289.400 Millionen Neuwagen 32 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Das teilten der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) mit.

Flaute nach der Abwrackprämie

Im bisherigen Jahresverlauf zählten die Zulassungsstellen nach Verbandsangaben knapp 1,47 Millionen neu angemeldete Pkw, ein Minus von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Überraschend kommt der deutliche Rückgang nicht: Im Vorjahr hatte die Abwrackprämie vor allem auf Europas größtem Automarkt Deutschland viele Kunden in die Autohäuser gelockt - die Zulassungen stiegen im Jahresverlauf auf ein Rekordhoch von 3,8 Millionen Fahrzeugen.

Da die Effekte, die noch weit bis ins Jahr 2010 spürbar waren, inzwischen endgültig ausgelaufen sind, stellen sich die Branchenverbände auf deutlich niedrigere Neuzulassungszahlen ein: Der VDIK rechnet für das laufende Jahr nach früheren Angaben mit einem Rückgang auf maximal 2,9 Millionen Präsident Volker Lange stellte eine im Vergleich zum erwartungsgemäß schwachen ersten Halbjahr positivere Entwicklung in den zweiten sechs Monaten in Aussicht.

Exportplus: Asien hilft              

VDA-Präsident Matthias Wissmann präzisierte die bisherige Prognose seines Verbandes für den deutschen Markt in diesem Jahr. "Wir rechnen für das Gesamtjahr 2010 mit einem Pkw-Neuzulassungsvolumen von 2,8 bis 2,9 Millionen Einheiten", sagte er auf der Halbjahrespressekonferenz in Berlin. Bislang war der VDA von 2,75 bis 3,0 Millionen Verkäufen ausgegangen. Während der Exportmotor brumme, sei der Pkw-Inlandsmarkt überzeichnet durch das hohe Neuzulassungsvolumen des Vorjahres, so Wissmann: "Im laufenden Jahr erfolgt die Normalisierung".

Da vom Heimatmarkt in diesem Jahr kaum Impulse ausgehen werden, setzt die deutsche Automobilbranche vor allem auf den Export, etwa nach China und in die USA. Im Juni exportierten Audi, BMW, Mercedes-Benz, VW und Co den neunten Monat in Folge mehr Autos. Seit Jahresbeginn stiegen die Ausfuhren um 44 Prozent auf knapp 2,16 Millionen Pkw, wie der VDA mitteilte.

Quelle: ntv.de, dpa