Wirtschaft

Anstieg um ein Drittel Bauland wird immer teurer

54567115.jpg

Außerhalb von Großstädten sind die Baulandpreise in den vergangenen Jahren um gut ein Fünftel gestiegen.

(Foto: picture alliance / dpa)

In den kommenden Jahren sollen Zehntausende Wohnungen gebaut werden. Als ein Kostentreiber erweist sich dabei Bauland. Bereits in den vergangenen Jahren sind die Quadratmeterpreise deutlich gestiegen - nicht immer sind Bauherren Schuld.

Der größte Kostentreiber beim Wohnungsbau sind die Baulandpreise: Zwischen 2011 und 2015 stiegen sie bei Eigenheimen im Schnitt um gut ein Viertel, in Großstädten sogar um ein Drittel, wie aus einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervorgeht. Das verteuere nicht nur Wohnimmobilien deutlich, sondern bremse auch den bezahlbaren Mietwohnungsbau, erklärte das Institut.

Der durchschnittliche Kaufpreis für ein Grundstück für Eigenheimbebauung zog demnach auf 112.000 Euro im Jahr 2016 an. In den Großstädten lag der durchschnittliche Kaufpreis für ein Grundstück für Eigenheimbebauung bei knapp 200.000 Euro. Und besonders stark seien die durchschnittlichen Kaufpreise in den teuren Großstädten gestiegen - nämlich um 76.000 auf 259.000 Euro gestiegen. Deutschlandweit lag der mittlere Preisanstieg dagegen nur bei 24.000 Euro.

"Hohe Baulandpreise treiben auf angespannten Märkten auch die Mieten im Neubau auf 14 bis 16 Euro pro Quadratmeter. Das lässt freifinanzierten Wohnungsbau zu bezahlbaren Mieten nicht mehr zu", erklärte BBSR-Experte Matthias Waltersbacher.

Im Ländlichen steigt der Preis um ein Fünftel

In ländlichen und städtischen Kreisen blieben Preisniveau und Preisanstieg zwar hinter den Großstädten zurück - der Zuwachs lag aber auch dort "deutlich" über der allgemeinen Teuerungsrate, fasste das BBSR die Situation zusammen. Die Kaufpreise für unbebaute Grundstücke in städtischen Kreisen legten von 2011 bis 2016 auf 156 Euro pro Quadratmeter zu - das waren 19 Prozent mehr. Ebenfalls um ein Fünftel verteuerte sich der Quadratmeter Bauland in ländlichen Kreisen auf 78 Euro.

Spekulanten spielen bei der Preisentwicklung nach Einschätzung des Instituts in wenigen teuren Metropolen eine Rolle - in dieser Hinsicht sticht demnach besonders Berlin hervor.  Das Bundesinstitut sieht mehrere Ursachen für die Preissteigerungen. Dazu gehören der Zuzug in die Städte und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Als Gegenmittel empfehlen die Fachleute unter anderem die Ausweisung zusätzlichen Baulands am Rand der Großstädte. Als Mittel gegen Grundstücksspekulation würde sich nach Einschätzung der Experten eine höhere Grundsteuer für unbebaute Grundstücke eignen.

Das Institut wertete Daten der amtlichen Gutachterausschüsse für Grundstückswerte der vergangenen fünf Jahre aus. Umfasst sind laut BBSR damit etwa ein Drittel aller Städte und Landkreise in Deutschland.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa