Wirtschaft

"Wir sind auf dem Weg" Beate Uhse verliert Umsatz

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Optimistisch: Serge van der Hooft (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit einem harten Sparkurs versucht Beate-Uhse-Chef van der Hooft, den börsennotierten Erotikkonzern aus der roten Zone zu lenken. Neben einigen organisatorischen Umbauten verabschiedet sich die Beate Uhse AG dafür aus dem "Prime Standard" der Deutschen Börse.

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Eindeutig ausgerichtetet Einzelhandel: Die Beate Uhse AG muss genau nachfühlen, wo die Interessen der Kundschaft liegen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Erotikkonzern Beate Uhse hat seine Schulden weiter abgebaut und rechnet 2012 im operativen Geschäft mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Vorstandschef Serge van der Hooft begründet seinen Optimismus mit ersten positiven Ergebnissen des 2010 eingeleiteten Sanierungsprogramms. 2012 rechnet das Unternehmen mit einem operativen Konzernergebnis in der Spanne von Null bis 2,0 Mio. Euro. Der Umsatz könnte etwas schwächer ausfallen als 2011, hieß es am Stammsitz von Beate Uhse in Flensburg.

"Wir gehen davon aus, dass der Beate-Uhse-Konzern sich wieder deutlich in die Gewinnzone vorarbeiten wird - wir sind auf dem Weg in die Zukunft", sagte van der Hooft. 2011 lag der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) noch bei 5,2 Mio. Euro - nach minus 58 Mio. Euro im Vorjahr. Unterm Strich stand ein Verlust von 7,8 Mio. Euro nach knapp 67 Mio. Euro im Vorjahr.

Der Umsatz ging 2011 im vergangenen Jahr um 24,6 Prozent auf 149 Mio. Euro zurück. "Um für den Konzern höhere Ergebnisbeiträge zu erzielen, haben wir in allen Vertriebswegen auf Rentabilität gesetzt und bewusst auf Umsatz verzichtet", erklärte van der Hooft. "Diese Strategie hat sich ausgezahlt und lässt uns positiv in die Zukunft blicken."

Die Musik spielt im Internet

Mehr als zwei Drittel der Erlöse kamen aus dem Online-Handel, 2010 hatte dieser Bereich erst knapp die Hälfte des Umsatzes beigesteuert. Der Versandhandel schaffte bereits die Wende und trug 2011 ein Ebit von 3,6 Mio. Euro bei - nach minus 9,7 Mio. Euro im Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich auf 816. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen noch 975 Mitarbeiter beschäftigt.

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Im Ausland erwirtschaftete der Konzern 2011 einen Umsatzanteil von 67,1 Prozent - und damit geringfügig mehr als im Vorjahr. Der Konzern stützt sich beim Verkauf von Erotikartikeln auf den Versandhandel via Katalog und Online-Auftritt. Der Versand ist der größte Vertriebsbereich des Unternehmens. Im vergangenen Jahr gab es hier eine organisatorische Neuerung: Die Aktivitäten im Internet laufen nun weitgehend getrennt vom sogenannten Offline-Handel, dem klassischen Versandhandel per Katalog.

Im Einzelhandel betreibt die Beate Uhse AG eine Ladenkette mit 151 Filialen in zwölf Ländern Europas. Auch hier macht sich der Sparkurs bemerkbar: 2011 wurden 22 konzerneigene Filialen geschlossen oder verkauft. Mehr als 50 Filialen fielen allein durch auslaufende Lizenzverträge in Österreich weg. Infolgedessen ging auch der Umsatz der Sparte um 17 Prozent auf 47,5 Mio. Euro zurück. Der operative Verlust wurde um 83 Prozent auf minus 1,9 Mio. Euro verringert. Die Neuorganisation des Filialnetzes sei weitgehend abgeschlossen, teilte das Unternehmen mit. Es hat seine Kredite um 13,5 Mio. auf 23,7 Mio. Euro (per Ende März 2012) reduziert.

Kostenlose Konkurrenz

Der Entertainment-Bereich - die dritte große Sparte des Konzerns - zählt Unternehmensangaben zufolge zu den "Größten Anbietern von erotischer Unterhaltung im Internet und per Telefon". Mit dem Verkauf von Erotikfilmen im Internet verbesserte dieses Standbein sein operatives Ergebnis auf 1,3 Mio. Euro. Die Umsätze gingen auf 9,2 Mio. Euro (2010: 10,6 Mio. Euro) zurück. Gratis-Angebote im Internet erschwerten den Angaben zufolge die eigene Vermarktung.

Neben dem Privatkundengeschäft tritt der Konzern auch als Großhändler für Erotikartikel auf und bedient Geschäftskunden aus einem Warensortiment mit rund 20.000 Produkten. Im Großhandel wurden Logistikprozesse verbessert, allerdings blieb er noch ein Verlustbringer mit minus 3,5 Mio. Euro (2010: minus 21,2 Mio Euro).

Die Stammaktien der Beate Uhse AG (ISIN: DE0007551400) soll künftig im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse auftauchen. Im Geschäftsbericht wird der Wechsel aus dem Prime Standard in den General Standard mit dem Ziel begründet, "ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Transparenzansprüchen der Aktionäre und dem Aufwand, der mit einer Börsennotierung verbunden ist, zu finden."

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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