Wirtschaft

Aktie rauscht in den Keller Beiersdorf schönt Umbaufolgen

Beiersdorf vollzieht derzeit eine Restrukturierung. Allerdings berücksichtigt das Dax-Unternehmen nicht die Kosten für den Umbau seiner Kosmetiksparte nicht in der Gewinnprognose für 2011. An der Börse bricht die Aktie des Hamburger Traditionskonzerns kräftig ein.

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Beiersdorf kann die Auswirkungen des Umbruchs nicht exakt beziffern.

(Foto: dpa)

Mit den zu erwartenden Kosten für den Umbau seiner Kosmetiksparte hat Beiersdorf die Börse erneut geschockt. Auf den Rückgang der operativen Rendite in der Kosmetiksparte im Zuge der geplanten Streichung unrentabler Produkte reagierten die Anleger mit massiven Verkäufen der Beiersdorf-Aktie.

Den Investoren wurde in London eine operative Umsatzrendite der Nivea-Sparte von neun bis zehn Prozent für 2011 in Aussicht gestellt. Darin ist zwar der Effekt eingerechnet, dass unrentable Produkte aus dem Sortiment gestrichen werden, nicht aber die dafür nötigen Aufwendungen. Da die Straffung des Produktangebots erst am Anfang steht, dürften die Auswirkungen noch niedrig sein. 2009 lag die Rendite der Kosmetiksparte über elf Prozent.

Beiersdorf redet die Folgen der eingeleiteten Restrukturierung für den Gewinn herunter: Das Aufräumen in der Kosmetiksparte kostet zunächst eine Stange Geld. Die Kosten berücksichtigt der Vorstand aber nicht in seiner Gewinnprognose für das nächste Jahr. Beiersdorf will bis 2012 rund 270 Millionen Euro in die Neustrukturierung stecken, davon schlagen 120 Millionen bereits im laufenden Jahr zu Buche.

An der Börse brach die Aktie des Hamburger Traditionskonzerns kräftig ein. Das von der Tchibo-Mutter Maxingvest kontrollierte Unternehmen hatte vergangene Woche bereits seine Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt und damit seine Aktien auf Talfahrt geschickt.

Terrain verloren

Das erfolgsverwöhnte Unternehmen befindet sich derzeit im Umbruch und kann die Auswirkungen noch nicht exakt beziffern. Dazu passt, dass sich Beiersdorf ohne größere Erklärung zum Jahresende von Finanzchef Bernhard Düttmann trennt, der 21 Jahre in dem Unternehmen arbeitete. Sein Nachfolger Ulrich Schmidt muss ab Anfang 2011 verlorenes Vertrauen der Investoren zurückgewinnen.

Der Vorstand hatte vergangene Woche vor allem betont, durch die Investitionen werde Beiersdorf wettbewerbsfähiger und profitabler. Die damit zusammenhängenden Belastungen wurden im Hintergrund gerückt. "Wir haben heute wichtige Weichen für die langfristige Zukunftssicherung unseres Unternehmens gestellt", hatte Vorstandschef Thomas-Bernd Quaas mitgeteilt.

Mit den Investitionen will Beiersdorf verlorenes Terrain zu Konkurrenten wie L'Oreal und Henkel zurückgewinnen. Der Konzern mit über 21.000 Mitarbeitern macht 85 Prozent seines Umsatzes mit Kosmetikartikeln wie Nivea, Eucerin, Labello und 8x4 - zwei Drittel davon in Europa. Auf dem Hauptmarkt in Deutschland war der Umsatz zuletzt aber geschrumpft.

Quelle: ntv.de, wne/rts