Wirtschaft

Spritschlucker wieder gefragt Billiges Öl lässt US-Autoabsatz boomen

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Bis auf Ford verzeichnen alle US-Hersteller satte Zuwächse.

(Foto: AP)

Der billige Ölpreis lässt die Autoverkäufe in den USA in die Höhe schießen. Gefragt sind amerikanische Ideale: gigantische Ausmaße und große Motoren. Der Verbrauch ist nebensächlich. Davon profitieren vor allem US-Marken - und ein deutscher Hersteller.

Die niedrigen Benzinpreise haben die Autoverkäufe in den USA zum Jahresende weiter angeschoben. Vor allem Spritschlucker wie Pickup-Trucks und Geländewagen machen das Rennen, wie die Absatzzahlen der Autobauer zeigen.

Unter den Branchenriesen profitierte Fiat Chrysler zuletzt am stärksten von diesem Trend. Nach einem verkorksten Gesamtjahr scheint aber auch Volkswagen langsam wieder in die Spur zurückzufinden. Vergangenen Monat blieb der Absatz der Wolfsburger verglichen mit dem Dezember 2013 bei gut 34.000 Neuwagen stabil, wie der Konzern mitteilte.

Auf Jahressicht steht allerdings ein Minus von glatt zehn Prozent auf knapp 367.000 Autos. Damit verloren die Wolfsburger im Vergleich zu den großen Konkurrenten wie Toyota und der Opel-Mutter GM an Boden. Für 2015 setzt US-Chef Mark McNabb auf einen Erfolg der Golf-Familie und des SUV-Modells Touareg jenseits des Atlantiks.

Stärkstes Wachstum bei Chrysler

Deutlich besser lief es in den USA für die VW-Tochter Audi: Die hohe Nachfrage nach neuen Modellen hat dem Unternehmen zu einem weiteren Rekordjahr verholfen. Weil der Kompakt-SUV Q3 und vor allem die A3-Limousine viele neue Käufer anlockten, stiegen die Verkaufszahlen im abgelaufenen Jahr um 15 Prozent auf rund 182.000 Autos. Im Dezember wuchs der Absatz um 13 Prozent auf über 19.200 Neuwagen.

Porsche lieferte 0,9 Prozent mehr Wagen aus. Daimler steigerte die Verkäufe seiner Marken Mercedes-Benz und Smart um 4,3 Prozent. Bei BMW belief sich das Plus auf 9,5 Prozent.

Das stärkste Wachstum verbucht jedoch weiter Chrysler. Das erst kürzlich mit Fiat zum Branchenriesen FCA verschmolzene Unternehmen schaffte im Dezember wie bereits im Vormonat ein Absatzplus von 20 Prozent und verkaufte rund 193.000 Fahrzeuge. Die ungebrochen hohe Nachfrage nach Ram-Pickups und Jeeps lässt das Geschäft boomen.

Nissan erholt sich

GM steigerte die Verkäufe im letzten Monat ebenfalls kräftig um 19 Prozent auf rund 274.000 Fahrzeuge. Ford verkaufte nur rund ein Prozent mehr als im Vorjahr und brachte es auf rund 220.000 verkaufte Autos.

Positiv lief es zum Jahresausklang für Toyota. Im Berichtsmonat kamen die Japaner auf ein Absatzplus von 12,7 Prozent. Der heimische Konkurrent Nissan verkaufte mit 117.318 Fahrzeugen 6,9 Prozent mehr. Im November waren Nissans Verkäufe auf dem weltgrößten Automarkt noch um drei Prozent gesunken, obwohl billigeres Öl, eine wachsende Wirtschaft und kräftige Rabatte den Absatz branchenweit weiter angeheizt hatte.

Bei Honda gab es ein moderates Plus von 1,5 Prozent. Mit 137.281 verkauften Autos blieb Honda aber ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Experten hatten mit einem Absatz von 143.000 gerechnet.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa