Wirtschaft

Porto wird teurer Briefe kosten bald 70 Cent

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Auf den Verbraucher wartet die stärkste Preissteigerung aller Zeiten bei der Post.

(Foto: dpa)

Auch 2016 wird Briefeschreiben für die Verbraucher aller Voraussicht nach teurer. Die Post will dann einen kräftigen Preissprung durchsetzen. Doch noch feilt die Bundesnetzagentur an einer Anpassung der Berechnungsgrößen.

Die Deutsche Post plant einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge für 2016 die nächste Preiserhöhung. Demnach erhöhe sich das Porto für Standardbriefe zum 1. Januar von 62 Cent um 13 Prozent auf dann 70 Cent.

Die Deutsche Post äußerte sich nicht zu den Berichten. Ein Sprecher verwies auf eine noch anstehende "Entscheidung der Bundesnetzagentur über die künftigen Rahmenbedingungen der Preisgestaltung". Zuletzt hatte die Deutsche Post den Preis für Standardbriefe zum 1. Januar 2015 angehoben.

Die Briefbeförderung ist personalintensiv, deshalb soll dem regulierten Unternehmen eine höhere Umsatzrendite zugestanden werden, heißt es. Die Regeln sehen vor, bei der Ermittlung des Gewinnzuschlags nicht nur die eigenen Kosten, sondern auch die Margen von Unternehmen als Vergleich heranzuziehen, die in anderen europäischen Ländern im regulierten Briefgeschäft aktiv sind.

Auch nach mehrmaligen Anhebungen in Folge sieht sich die Post selbst keineswegs an den Pranger der Preistreiberei gestellt. Ganz im Gegenteil: Die Briefpreise in Deutschland gehörten zu den günstigsten in Europa, beteuert der Branchenprimus immer wieder. Mit 62 Cent lag der Standardbrief nominell betrachtet im Mittelfeld. Werden außerdem Kaufkraft und Arbeitskosten berücksichtigt, ist nur in der Schweiz, Luxemburg, in Spanien, Slowenien und in Malta der Briefversand günstiger.

Geld für die Quersubventionierung

"Die Post hat ein großes Interesse daran, dass die Porti steigen, und zwar nicht unerheblich", glaubt der Geschäftsführer des Bundesverbandes Paket & Express Logistik (BIEK), Marten Bosselmann. Der Verband, in dem die Postkonkurrenten organisiert sind, befürchtet ebenfalls, dass der Branchenprimus beim Briefporto erneut kräftig abkassiert. "Das Unternehmen verdient mit dem Brief extrem viel Geld und betreibt eine Quersubventionierung in den Paketbereich", so Bosselmann.

Lange Zeit kostete der Standardbrief in Deutschland eine D-Mark. Erst 1997 schlug die Post zehn Pfennige drauf auf dann 1,10 DM. Dieses Entgelt blieb bis Ende 2002 bestehen. Nach der Einführung des Euro waren es 56 Cent. Ein Jahr später, zum 1. Januar 2003, senkte die Post das Porto für den Standardbrief um einen auf 55 Cent. Dieser Preis war zehn Jahre lang gültig. Erst zum 1. Januar 2013 erhöhte die Post das Porto wieder, dieses Mal um 3 auf 58 Cent. Nur ein Jahr nach der letzten Erhöhung schlug die Post erneut 2 Cent auf den Preis für einen Standardbrief drauf. Neuer Preis: 60 Cent. Schon 2015 wurden Briefe erneut teurer. Die Post nahm für den Versand eines Standardbriefs ab 1. Januar 2015 2 Cent mehr. Ab sofort kostete der Brief 62 Cent. Jetzt soll zum 1. Januar 2016 der bislang größte Schritt in der Preissteigerung der Post erfolgen.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa/rts